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Stand der Forschung  

Verursacht Zucker Krebs?

10.11.2017, 11:40 Uhr | Larissa Koch, t-online.de

Verursacht Zucker Krebs?. Fragezeichen aus Würfelzucker (Quelle: imago/Steinach )

Zucker in größeren Mengen ist nicht gesund. Das ist unstrittig. Aber verursacht er auch Krebs? (Quelle: Steinach /imago)

Bekommt man durch Zucker Krebs? Und lässt Zucker Tumorzellen wachsen? Diese Frage stellen sich Wissenschaftler immer wieder und forschen fleißig dazu. Eine jüngst veröffentlichte Studie von belgischen Wissenschaftlern kommt zu dem Ergebnis: Zucker macht Krebszellen aggressiver und regt das Tumorwachstum an. Andere Wissenschaftler widersprechen. Was ist dran an der Sache? 

Das belgische Forscherteam aus Brüssel, Flandern und Löwen stellte in einer neun Jahre andauernden Untersuchung fest, dass Zucker das Tumorwachstum stimuliert. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift "Nature Communications".

In der Untersuchung beobachteten die Wissenschaftler über einen längeren Zeitraum den sogenannten Warburg-Effekt: Bei diesem schon lange bekannten Mechanismus zeigt sich im Labor, dass Krebszellen größere Zuckermengen verstoffwechseln als gesunde Zellen. 

Die Warburg-Hypothese wurde vom Biochemiker und Nobelpreisträger Otto Warburg (1883-1970) aufgestellt. Er behauptete dass Krebs dadurch verursacht wird, dass Tumorzellen schneller wachsen, weil sie einen erhöhten Zuckerstoffwechsel haben. 

Das Deutsche Krebsforschungszentrum kommt zu einem anderen Schluss

Es fehle bislang an Studienergebnissen, die eine pauschale und einfache Antwort darauf geben würden, welchen Einfluss Zucker auf die Krebsentstehung und Entwicklung habe, heißt es in der Patienteninformation des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums zum Thema "Krebsmythen" auf der Internetseite.

Der Stoffwechselexperte Prof. Aurelio Teleman, Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrum, sagte der Gesundheitsredaktion von t-online.de, man müsse bei dieser Frage zwei Dinge klar unterscheiden:

"Erstens: Es gibt einen Unterschied zwischen dem Nährstoffbedarf von Zellkulturen und dem Nährstoffbedarf eines Gesamtorganismus." Dem Wissenschaftler zufolge verhalten sich also Körperzellen im Menschen anders als in der Petrischale: "Wenn Sie Krebszellen, die in einer Zellkultur wachsen, nicht genug Glucose geben, werden sie natürlich sterben. Aber die Krebszellen wachsen ja normalerweise innerhalb des Körpers. Und wenn der Zuckerwert im Blut so weit sinkt, das Krebszellen sterben, wird es auch für den Rest des Körpers schlimme Nebenwirkungen geben. Ich nehme an, Sie würden bewusstlos werden", bringt der Wissenschaftler die sofortigen Folgen auf den Punkt.

"Zweitens: Was die Zellen in Ihrem Körper 'sehen', ist nicht das, was Sie essen. Mit anderen Worten: Ihre Ernährungsweise überträgt sich nicht eins zu eins auf die Bedingungen in ihren Körperzellen", sagt Teleman. Denn es gebe neben dem Essen weitere Einflüsse im Körper. "Beispielsweise wird im Blut zirkulierender Zucker durch Insulin reduziert. Außerdem kann Ihre Leber auch selber Zucker produzieren. Also: Selbst, wenn Sie massenweise Zucker essen oder aber überhaupt keinen Zucker, wird der Körper den Blutzuckerwert in einer bestimmten Bandbreite halten."

Übergewicht ist ein Risikofaktor für Krebs

Der Forscher fasst seine Einschätzung wie folgt zusammen: "Ja, Krebszellen benötigen Zucker. Aber: Nein, das bedeutet nicht automatisch, dass Zucker das Wachstum von Krebszellen antreibt." Teleman bedauert, dass er auf die Frage, ob Zucker Krebs verursacht, kein simples Ja oder Nein geben kann. "Aber so ist es nun mal", sagt er.

Dennoch, so fügt Teleman hinzu, sei zu viel Zucker schlecht, denn er könne zu Übergewicht führen und das sei einer der Hauptrisikofaktoren für Krebs nach Rauchen. Zucker kann also zumindest indirekt Krebs verursachen. 

Zucker ist überlebensnotwendig

Traubenzucker ist die Hauptenergiequelle für alle Körperzellen. Der Organismus kann Traubenzucker aus stärke- oder zuckerhaltigen Nahrungsmitteln wie Brot, Nudeln, Kartoffeln, oder Süßem selbst herstellen. Fehlen Kohlenhydrate in der Nahrung, kann der Körper seinen Stoffwechsel aber auch umstellen und die nötigte Energie aus Fett und Eiweiß gewinnen.

Aber hierzulande dürfte sicherlich kaum einer unter einem Mangel an Zucker leiden. Er steckt fast überall drin. Sogar in manchem Gemüse wie roter Paprika oder grünen Erbsen. Die meisten Fertiggerichte und sehr viele verarbeitete Lebensmittel sind ebenfalls mit Zucker angereichert.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt als ideale Zuckermenge für Erwachsene pro Tag 25 Gramm – das entspricht acht Stück Würfelzucker. 50 Gramm (knapp 17 Stück Zucker) sind demnach noch tolerierbar. Der durchschnittliche Zuckerkonsum der Deutschen am Tag liegt jedoch bei rund 29 Stück Zucker. Wer weiß, dass der Zuckergehalt eines kleinen Glases Orangensaft bereits bei sechs bis sieben Würfeln liegt, der kann sich denken, wie schnell die 29 Würfel erreicht sind.

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 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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