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Warum Frauen ab 40 besonders guten Sex haben

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Warum Frauen ab 40 besonders guten Sex haben

21.09.2015, 16:39 Uhr

. Ab Vierzig genießen Frauen ihr Liebesleben mehr.  (Quelle: imago)

Ab Vierzig genießen Frauen ihr Liebesleben mehr. (Quelle: imago)

Mit 50 oder 60 noch tollen Sex haben? Für viele Jüngere ist diese Vorstellung geradezu absurd. Doch Studien und Umfragen belegen: Das Liebesleben in jungen Jahren ist oft alles andere als berauschend. Die meisten Menschen empfinden Sex in der zweiten Lebenshälfte als besonders aufregend und erfüllend. Sie kennen die eigenen Bedürfnisse, sind weniger bereit zu faulen Kompromissen und haben gelernt, dass Sex kein Hochleistungssport ist. Sexphasen: So verändert sich das Liebesleben von 20 bis 60.

Sex mit 20: Experimentierfreude und Spontaneität

Die Sexualität mit 20 ist noch ein weitgehend unbekanntes Land, das es zu erkunden gilt. In dieser Phase ist man am aktivsten und experimentierfreudigsten, was die eigene Befriedigung angeht. 85 Prozent der Männer zwischen 20 und 29 Jahren denken alle paar Stunden an Sex. Beide Geschlechter probieren gern athletische Stellungen aus und sammeln gern Erfahrungen mit wechselnden Sexualpartnern. Sie möchten herauszufinden, wo die eigenen sexuellen Bedürfnisse liegen und mit welchem Partner sie sich ausleben lassen. Nicht selten erleben sie dabei auch herbe Enttäuschungen. Diese Experimentierphase kann sich bis in die Dreißiger hineinziehen. Viele Frauen betrachten rückblickend diese Zeit als wenig befriedigend und erleben erst mit über 30 ihren ersten Orgasmus. Männer dagegen sind in dieser Phase stark testosterongesteuert und enttäuschen ihre Partnerinnen als schnelle Gipfelstürmer. Nicht selten bleiben dabei Zärtlichkeit und Nähe, die eine erfüllte Sexualität ausmachen, auf der Strecke.

Sex mit 30: Lust-Hoch in anstrengender Lebensphase

Ab 30 erreichen Frauen ihr sexuelles Hoch - das ergaben der Kinsey-Report und die Langzeitstudie des Psychologen K. Warner Schale. Weil sie häufiger Orgasmen haben und die Lust auf die Lust jahrzehntelang konstant bleibt. Bei vielen 30 bis 39-Jährigen wird es aber auch ruhiger im Bett. Meist liegt das an den nun gezeugten Kindern. Bevor die zur Welt kommen, hat Sex noch einen sehr hohen Stellenwert in der Partnerschaft und es wird noch viel experimentiert. Doch schon in der Schwangerschaft schlafen Paare nur noch vier bis fünf Mal im Monat miteinander. Nach der Geburt setzen die meisten sieben Wochen aus, um zu den üblichen vier bis fünf Mal im Monat zurückzukehren. Dafür haben Frauen ab 30 eine höhere Orgasmusrate - 90 statt 23 Prozent kommen jetzt regelmäßig.

Sex ab 40: Mehr Gelassenheit und mehr Genuss

Erfahrung macht gelassen - auch im Bett: Das ist das Ergebnis einer Umfrage von "Brigitte Woman". Fast jede dritte Frau ab 40 fühlt sich demnach heute beim Sex entspannter als früher. Das liegt auch an den Lebensumständen. Denn in der Regel sind in dieser Phase die Kinder aus dem Gröbsten raus, der Nestbau ist abgeschlossen und ein finanzielles Polster geschaffen. Dass Sex im mittleren Alter besonders genussvoll ist, bestätigt der Göttinger Psychologe Ragnar Beer: "Der wichtigste Faktor ist die Erfahrung". Ältere Menschen seien wegen der größeren sexuellen Erfahrung einfach bessere Liebhaber als 20-Jährige. Dass Frauen im mittleren Alter lockerer mit Sex umgehen, könnte auch an einem stärker ausgeprägten Selbstbewusstsein liegen. Während junge Frauen oftmals nur über ihre Problemzonen nachdenken, fühlen sich ältere Frauen häufig attraktiver als in jungen Jahren. Die größere Lebenserfahrung führe dazu, erklärt Beer, "die völlig überzogenen Erwartungen, die man als jüngerer Mensch an sein Sexualleben hat, zu relativieren."

Sex ab 50: Verhütungssorgen passé

Die Vorstellung, dass bei Frauen ab 50 die Lust abnimmt, ist ein Irrglaube. Wie eine Studie der Forschungsstelle Partner- und Sexualforschung in Leipzig bestätigt, nimmt Sex in den Wechseljahren sogar einen hohen Stellenwert ein. Dass die Themen Monatshygiene und Verhütung mit der letzten Periode passé sind, freut viele Frauen. Auch die Fähigkeit zum Orgasmus geht nicht verloren, sondern bleibt eher stabil. Gemäß einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ist fast die Hälfte der 902 Befragten über 50 mit ihrem Liebesleben "voll und ganz zufrieden". Nur etwa 30 Prozent betrachten sich als "nicht ausgelastet". Knapp ein Drittel der Männer und Frauen betont, die Sexualität mit dem Partner sei im Laufe der Zeit immer intensiver und vertrauter geworden. Schließlich wirkt sich die Lebenserfahrung positiv aus. Denn beim Sex ab 50 wissen die Beteiligten genau, was sie wollen und was nicht. Das macht das Liebesspiel um einiges befreiter, egal ob mit dem langjährigen Partner oder mit einer neuen Bekanntschaft.

Sex ab 60: Leidenschaft noch mal intensiv erleben

Mit 60 lautet das Motto: "Entdecke die Möglichkeiten". In diesem Alter wollen Frauen nachholen, was sie sexuell nicht erlebt und nicht ausgesprochen haben. "Sie probieren aus, was geht, gehen in Sex-Shops einkaufen und nehmen Hilfen wie Testosteronpflaster oder Gleitcremes in Anspruch", erklärt Sexualtherapeutin Dr. Carla Thiele aus Leipzig. Diese Ansicht deckt sich mit Forschungsergebnissen von schwedischen Wissenschaftlern. Sie fanden heraus, dass auch im hohen Alter Menschen ihre Sexualität ausleben - und das viel stärker als früher. Für diese Studie wurden von 1971 bis 2000 insgesamt 1500 über 70-jährige Senioren in Göteborg befragt. Laut der Umfrage hat fast jeder Mann im Alter von 70 noch Sex. Erst jenseits der 75 geht es mit dem Sex ernsthaft bergab. Die wichtigste Voraussetzung, dass ein Paar seine Sexualität bis ins hohe Alter genießen kann, ist allerdings Gesundheit. Chronische Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Rheuma oder Erektionsprobleme können die Libido trüben. Es stellt eine besondere Herausforderung an die Partnerschaft da, mit diesen Problemen fertig zu werden und sie als Teil des natürlichen Alterungsprozesses zu akzeptieren. Krankheit ist sicherlich ein Lustkiller, muss aber nicht das Ende des Liebeslebens bedeuten. Denn in einer tragfähigen Partnerschaft ist es möglich, mit Zärtlichkeit und Geduld eine Form der Sexualität zu entwickeln, die auch bei körperlichen Einschränkungen für beide Partner erfüllend sein kann.

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