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Verhütung: So sah es vor der Pille aus

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Verhütung  

Verhütung anno 1900

14.05.2010, 11:53 Uhr | vdb

Verhütung: So sah es vor der Pille aus. Spülung und Fischkondom: Verhütung anno 1900. (Foto: muvs)

Spülung und Fischkondom: Verhütung anno 1900. (Foto: muvs)

Vor 50 Jahren kam sie auf den Markt, die von Chemiker Carl Djerassi entwickelte Antibaby-Pille. Ein runder Geburtstag, der bedacht sein will - schließlich trug die Pille zur sexuellen Emanzipation entscheidend bei. Vorher war Frau in Sachen Verhütung von ihrem männlichen Gegenpart abhängig. Bis zur Erfindung des Latexkondoms 1930 war sie ständig schwanger, acht bis zehn Kinder waren völlig normal. Aber längst nicht immer gewünscht. Mit fragwürdigen Tränken, Scheidenspülungen und eifrigem Hüpfen nach dem Schäferstündchen versuchten Frauen, Schwangerschaften zu verhindern. Männer griffen zu Kondomen aus einer Fischblase oder Schafsdarm. Wie Verhütung früher aussah, sehen Sie in unserer Fotoshow.

Von Krokodildung und wildem Hüpfen nach dem Sex

Das Thema Verhütung beschäftigt den Menschen schon so lange wie es Prostitution gibt, und die gilt bekanntlich als ältestes Geschäft der Welt. Wenig verwunderlich ist deshalb, dass Frauen schon in der Antike einiges getan haben, um nicht schwanger zu werden. So gibt es Hinweise, dass Krokodildung als Verhütungsmittel angewendet wurde. Dafür wurde der zerstoßene Kot in Pflanzenschleim getunkt und in die Vagina eingeführt. Klingt ziemlich unschön, doch heute weiß man, dass Stoffe des Dungs das Milieu der Vagina tatsächlich verändern und die Beweglichkeit der Spermien so reduziert wird. In Griechenland glaubten Frauen, es würde helfen, nach dem Geschlechtstakt heftig auf- und abzuspringen. So sollte das Sperma wieder aus dem Uterus heraus geschleudert werden. Auch einem Niesen nach dem Sex wurde diese Wirkung zugeschrieben.

Verhütung mit Schwämmchen und Pessaren

Griechen und Römer unterstellten den Anti-Baby-Effekt außerdem Schwämmchen und verschiedenen Substanzen. In der Antike tauchten sie Schwämmchen oder Baumwollbauschen in ein Gemisch aus Granatapfelkernen, Wurzeln, Öl, und Harzen - sie sollten das Vorantreiben der Spermien in den weiblichen Uterus vermeiden. Es wurden auch schon Pessare, Diaphragmen, angewendet, die den Muttermund tatsächlich verschließen und auch heute als einigermaßen sicheres Mittel zur Verhütung gelten.

Bio-Pariser aus Schafsdarm

Nicht nur Damen, auch die Herren taten was sie konnten, um Schwangerschaften zu verhindern, schließlich nahm Mann es mit der Treue nicht allzu genau. Eine Horde Bastarde als Beweis der außerehelichen Aktivitäten war vorprogrammiert, aber nicht gewünscht. Auch nicht von Casanova, der im 18. Jahrhundert Kondome aus Baumwolle übergestreift haben soll. Präservative aus Schafsdarm waren besonders Anfang des 19. Jahrhunderts populär. Auf 1824 sind genaue Anleitungen zu Herstellung und Recycling von Parisern datiert. Zu ersterer wurde ein Stück Schafsdarm eingeweicht und in eine alkalische Lösung getaucht, bevor die Schleimhaut abgeschabt wurde. Dann musste man es über Schwefel räuchern. Danach waschen, kürzen, trocknen und am Ende abnähen - fertig ist das Bio-Verhüterli. Vor dem Gebrauch sollte man den präparierten Darm noch in Wasser einweichen, nur so wird er geschmeidig.

Das Bidet ist eine Vaginalspülung

Der Vaginal-Spülung wurde lange Zeit eine verhütende Wirkung nachgesagt. Die heutige Annahme, das Bidet diene der Reinigung des Allerwertesten, sei an dieser Stelle übrigens entkräftet. Fakt ist, dass es erste Bidets schon in der Antike gab - und zwar zur Ausspülung der weiblichen Genitalien. Die weitere moderne Entwicklung begann im frühen 18. Jahrhundert. Wegen ihres ursprünglichen Zweckes galten Bidets bis ins 19. Jahrhundert hinein als verpönt. Besonders in Amerika und England wurden sie als unmoralisch abgelehnt. Keine wirkliche Einbuße für die Frauenwelt, denn es gab zahlreiche tragbare Varianten. Doch die Vielzahl an Spülapparaturen ändert nichts an der heutigen Gewissheit: Die Vaginalspülung verhindert keine Schwangerschaft.

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