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Omlet macht Facebook und WhatsApp Konkurrenz und soll optimalen Datenschutz bieten

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Neues Chat-Programm  

Omlet macht Facebook und WhatsApp Konkurrenz

07.04.2014, 15:11 Uhr | Ole Reißmann

Omlet macht Facebook und WhatsApp Konkurrenz und soll optimalen Datenschutz bieten. Omlet-Internetseite (Quelle: MobiSocial)

Omlet macht Facebook und WhatsApp Konkurrenz und soll Daten durch dezentrale Speicherung schützen. (Quelle: MobiSocial)

Omlet ist mehr als ein buntes Chat-Programm: Bei dem dezentralen Netzwerk kümmern sich die Nutzer selbst um das Speichern ihrer Daten. Die Alternative zu Facebook und WhatsApp wurde mit US-Steuergeldern finanziert.

Fotos, Texte, Wackel-Gifs: Auf den ersten Blick sieht Omlet aus wie ein Chat-Programm. Doch die App, die von einem kleinen Team um die Stanford-Professorin Monica Lam entwickelt wird, soll nebenbei Facebook und WhatsApp Konkurrenz machen – und das mit mehr Datenschutz: Lam und ihr Team wollen den Nutzern die Hoheit über ihre eigenen Daten zurückgeben.

Lädt man bei Facebook oder Google Fotos hoch, um sie mit Freunden zu teilen, landen diese zentral auf den Servern der Unternehmen. Die Firmen wissen, wer sich die Fotos anschaut und unter Umständen sogar, wer drauf zu sehen ist. Solche Daten können sie zu Geld machen, etwa über Werbung.

Bei Omlet suchen sich die Nutzer hingegen selbst einen Cloud-Speicherdienst wie Dropbox oder Box.net aus. Teilt man mit Omlet Bilder, landen die dann auf den Telefonen und den Onlinespeichern der ausgewählten Nutzer. Die Omlet-Server im Hintergrund sorgen dafür, dass die Nachrichten zugestellt werden, auch wenn ein Smartphone mal ein paar Stunden außer Betrieb ist.

Daten selbst behalten

Omlet sorgt dafür, dass Nutzer sich zu sozialen Netzen zusammenschließen können, ganz ohne zentralen Speicher. Die Chat-Funktion und das Teilen von Fotos sind nur zwei mögliche Anwendungen. "Wir sorgen dafür, dass Daten gespeichert, abgerufen und verarbeitet werden können, ohne dass wir sie selbst speichern", sagt Omlet-Chefin Lam. Eine Scrabble-App etwa könne über Omlet Daten zwischen mehreren Spielern austauschen. Die Omlet-Server stellen nur die Verbindung her, helfen dabei, dass alle Spieler auf dem gleichen Stand sind – und vergessen die Verbindung danach wieder.

Verteiltes Dateisystem

Im Prinzip sei Omlet vor allem ein "verteiltes Dateisystem", sagt Lam. Die Nutzer sollen ihre Daten selbst behalten. Eine Nachricht von Nutzer zu Nutzer landet zwar zunächst auf den Omlet-Servern. Die schicken dann aber eine Benachrichtigung über die jeweilige Funktion von Googles oder Apples Betriebssystem, dass eine neue Nachricht bereitliegt. Ruft der Angeschriebene die Nachricht auf, wandert diese auf das Smartphone oder Tablet des Nutzers und verschwindet vom Omlet-Server.

Damit ein Nutzer mehrere Geräte nutzen kann und seine Kontakte immer dabei hat, können Kontaktlisten auf die Omlet-Server hochgeladen werden. Diese Daten liegen dann doch zentral vor, so ist es eben bequemer für die Nutzer. Omlet lässt sich aber auch ohne zentrale Kontaktlisten nutzen, sagt Lam.

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Provider sollen Omlet helfen

Seit mehr als vier Jahren arbeitet sie mit ihrem Team an der Software. Gefördert wird die Facebook-Konkurrenz von der US-Regierung. Zehn Millionen Dollar stecken in dem Projekt "Open Programmable Mobile Internet 2020", von dem Omlet ein Teil ist. Lam hat sich dazu eine Auszeit von der Universität genommen und zusammen mit drei ihrer Doktoranden die Firma MobiSocial gegründet.

Im März hat das Team Omlet als kostenlose Chat-App auf dem Technik-Festival South by Southwest gestartet. Dass es schwer wird, gegen Riesen wie Facebook oder WhatsApp anzutreten, wissen Lam und ihr Team. Andere dezentrale Netzwerke wie Identi.ca, App.net oder Diaspora sind bisher nicht sehr erfolgreich. Die seien eben zu kompliziert, sagt Lam: "Man darf Nutzer nicht überfordern."

Deswegen gibt es bei Omlet Wackel-Gifs und die Möglichkeit, aus Fotos wiederverwertbare Sticker zu basteln. Die in Asien beliebte App Line verdient damit jeden Monat Millionen, auch für MobiSocial soll das eine Einnahmequelle werden. Möglichst bunt, möglichst einfach, so will Omlet mit seiner Chat-App Nutzer gewinnen – und ihnen nebenbei besseren Datenschutz bieten.

Bunte Sticker wichtiger als Verschlüsselung

Geht es nach Lam, sollen Provider und Handyhersteller ihren Kunden Omlet gleich mitliefern und zum Beispiel über Cloud-Speicherdienste Geld verdienen. Außerdem könnten die Provider selbst Omlet-Server betreiben und sich um das Verteilen der Daten kümmern. Erste Gespräche dazu laufen, sagt Lam. Wenn Asus diese Woche seine neuen Android-Smartphones in Taiwan auf den Markt bringt, ist Omlet schon vorinstalliert.

Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Ein Feature, mit dem Messenger-Programme derzeit Kunden gewinnen wollen, ist bei Omlet jedoch standardmäßig nicht eingebaut: Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Nur beim Transport sind die Daten gesichert. Das liegt vor allem am iPhone: Dort können Programme nicht im Hintergrund laufen. Trifft eine neue verschlüsselte Nachricht ein, kann das iPhone nicht anzeigen, was darin steht – Nutzer bekommen nur angezeigt, das ihnen jemand irgendetwas geschickt hat.

Sicher, aber unpraktisch. Lam glaubt: "Die meisten Amerikaner würden so eine App sofort wieder von ihrem Telefon löschen." Deswegen verzichtet Omlet darauf. "Aber wenn das jemand haben will, kann er es programmieren. Mit unserer Schnittstelle geht das ganz einfach", sagt sie. Entwicklern steht schon jetzt eine Schnittstelle zur Verfügung, mit der sie auf Omlet-Funktionen zugreifen können. Lam erzählt von einem Schüler. Der habe bei einem Wettbewerb in zwei Tagen Snapchat nachgebaut, basierend auf Omlet.

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