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Nach "bentgate": Apple gewährt Einblicke ins Testlabor

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Nach "bentgate"  

Apple zeigt das geheime iPhone-Testlabor

26.09.2014, 15:36 Uhr | Melanie Ulrich

Nach "bentgate": Apple gewährt Einblicke ins Testlabor. Eine Journalistin des Technikblogs "Re/code" machte Fotos von einzelnen iPhone-Tests. (Quelle: t-online.de/Screenshot)

Eine Journalistin des Technikblogs "Re/code" machte Fotos von einzelnen iPhone-Tests. (Quelle: Screenshot/t-online.de)

Nach den Berichten um verbogene iPhones ist Apple in die Offensive gegangen und hat Journalisten ins geheime Apple-Testlabor eingeladen. Dort zeigten die iPhone-Entwickler, wie intensiv die neuen Smartphones vorab getestet werden – auch in einem "Sitz-Test".

Nur selten bekommen Journalisten Einlass in die Prüflabore von Unternehmen, üblicherweise wird hinter verschlossenen Türen getestet. In den vergangenen Tagen kamen jedoch Zweifel an der Qualitätssicherung von Apple auf: Nutzer berichteten davon, dass sich ihr neues iPhone 6 Plus bei stundenlangem Sitzen in der Hostentasche verbogen habe. Daher lud Apple nun einige amerikanische Journalisten ins Testlabor ein.

Bei dem Termin wiederholte Phil Schiller, Apples Vizepräsident für Marketing, dass Apple lediglich neun Beschwerden über verbogene iPhone 6 Plus-Modelle erhalten habe. Bezogen auf die Zahl der bereits verkauften iPhones sei das nur ein winziger Bruchteil. Am ersetn Verkaufswochenende wurden bereits über zehn Millionen iPhones verkauft. Die Gehäuse der Geräte seien aus einer speziellen Aluminiumlegierung hergestellt, die Apple entwickelt habe. Sie seien an mehreren, besonders strapazierten Stellen mit Titan verstärkt, erklärte Schiller.

Erstmals genauere Zahlen zu den Tests

Bislang war Apple zurückhaltend, wenn es um den Umfang der Tests ging. Insofern waren die Einzelheiten, die Schiller nannte, sehr interessant. Jeweils 15.000 Modelle vom iPhone 6 und dem iPhone 6 Plus seien vor dem Launch hundertfach getestet worden.

Es seien die umfangreichsten Tests gewesen, die Apple je durchgeführt habe. "Wenn wir immer mehr Features ergänzen, müssen wir auch herausfinden, wie man sie kaputt macht, bevor es die Kunden tun", zitiert das Technikblog "The Verge" Dan Riccio, Apples Seniorvize für Hardware Entwicklung.

iPhone wird von Menschen und Maschinen getestet

Wie üblich wurden in den Monaten vor dem Launch Dutzende Ingenieure mit Dummys des neuen iPhone-Modells versorgt. Sie sammelten erste Erfahrungen und ihr Feedback floß in die Testmethoden ein. Um sicherzugehen, dass die Ergebnisse aussagekräftig sind, wurden unterschiedlich große und schwere Ingenieure ausgesucht – das heißt beispielsweise, dass sie verschieden große Hände haben.

Die Tests mit Maschinen sind entsprechend systematischer. Den Journalisten wurden vier von einer Vielzahl an Tests vorgeführt. Der erste ist ein "Sitz-Test", der aus drei Teilen besteht. Dabei wird ein typischer Nutzer simuliert, der sich erstens auf eine harte Oberfläche setzt, zweitens auf ein weiches Sofa und drittens, das ist der schlimmste Fall, auf eine harte Kante – das alles mit dem Smartphone in der Tasche.

iPhone wird auch auf Verbiegen geprüft

Ein weiterer Test ist der "Drei-Punkt Biege-Test". Bezogen auf die Videos, bei denen das iPhone 6 Plus absichtlich gebogen wird, sei das der relevantere Test, so Riccio. Hier wird Druck von bis zu 25 Kilogramm auf die Mitte des Smartphones ausgeübt, sowohl auf der Vorder-, als auch auf der Rückseite.

Im Test vor den Journalisten gab das iPhone 6 Plus dem Gewicht zwar nach, bog sich anschließend aber wieder in die Ursprungsform zurück. Warum Nutzer dann von gebogenen Modellen berichteten, wollten die Journalisten wissen. Die Antwort war simpel: Es könne dann zu Verformungen kommen, wenn Nutzer unter großer Last ihr iPhone über das natürliche Maß hinaus biegen würden.

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iPhone 6 wird tausendfach gequält

Weitere Tests, die Apple vorführte, sind der "Druckpunkt-Test", bei dem punktgenau mit der Kraft von zehn Kilogramm direkt auf die Mitte des iPhones gedrückt wird sowie der "Torsions-Test". Hier wird das iPhone an beiden Enden eingespannt und in verschiedenste Richtungen gegeneinander gedreht. Bei der Vorführung überstanden ein iPhone 6, ein iPhone 6 Plus und ein MacBook Pro das Verdrehen schadlos.

Diese Tests werden tausendfach durchgeführt, sagte Apple-Manager Riccio, nur ein Teil davon jedoch in Kalifornien. Die meisten iPhones werden ausführlich in China erprobt, bevor die Massenproduktion startet. Die im Labor in Kalifornien gezeigten Tests sind auch nur ein Ausschnitt aus der Qualitätssicherung von Apple. In weiteren Tests werden unter anderem die Display-Stabilität, die Wasserdichte und Abnutzungs- oder Reiß-Eigenschaften untersucht.

Die Gesetze der Physik

Trotz aller positiv bestandenen Tests kann sich das iPhone verbiegen, wenn ein Nutzer sehr viel Kraft an einigen nicht für den Alltag typischen Stellen anwende, so Riccio. "Wenn man genug Kraft aufwendet, um ein iPhone – oder jedes andere Telefon – zu verbiegen, wird es sich verformen".

Ähnliches hatte vor Tagen die Website "Cult of Mac" kommentiert: "Jedes Smartphone aus Metall unterliegt den Gesetzen der Physik". Daher ist das Verbiegen auch kein exklusives iPhone 6-Problem, wie Fotos eines verbogenen iPhone 5s, iPhone 5, iPhone 4s, Samsung Galaxy S4, Sony Xperia Z1, Lumia 925 oder Blackberry Q10 zeigen. Dennoch sind das Ausnahmefälle, die Zahl der betroffenen Nutzer ist verschwindend gering.

iPhone 6-Besitzer, die den Eindruck haben, ihr neues iPhone sei krumm, sollten in einen Apple Store gehen und es einem Mitarbeiter zeigen, rät Phil Schiller. Dort werde das Problem untersucht und geprüft, ob es sich um einen Garantiefall handelt.

Wer sich für die Fotos aus dem Testlabor interessiert, findet eine Reihe davon bei "The Verge".

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