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Apple will von iPhone-Nutzern DNA-Proben sammeln

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Forschung und Medizin  

Apple will DNA-Proben von iPhone-Nutzern

08.05.2015, 17:55 Uhr | t-online.de

Apple will von iPhone-Nutzern DNA-Proben sammeln. Apple will neben den Gesundheitsdaten bald auch die DNA der iPhone-Nutzer sammeln. (Quelle: dpa)

Apple will neben den Gesundheitsdaten bald auch die DNA der iPhone-Nutzer sammeln. (Quelle: dpa)

Apple plant angeblich, das iPhone in eine Reihe genetischer Studien einzubinden. Wie die US-Wissenschaftszeitung "MIT Technology Review" berichtet, geschieht die Entnahme der DNA-Proben allerdings freiwillig. Apple will die gewonnen Daten einer Sammlung von Gesundheitsdaten für die im März vorgestellte Forschungsplattform "ResearchKit" hinzufügen.

Wer jetzt ein Horrorszenario vor Augen hat, bei dem Nadeln aus dem iPhone oder der Apple Watch hervorschießen, um dem Nutzer Blut abzuzapfen, kann sich beruhigen. Apple wird diese Daten nur von Freiwilligen sammeln und um eine DNA-Probe abzugeben, muss der Nutzer ein Test-Set anfordern, mit dem er eine Speichelprobe sammeln und per Post einschicken kann.

Apple sammelt DNA nicht selbst

Laut der "MIT Technology Review" sind zunächst zwei Studien geplant. Apple wird die DNA-Proben dabei aber nicht selbst einsammeln, sondern mit "akademischen Partnern" zusammenarbeiten. Die Forscher werten die eingeschickten Proben aus und speichern die Daten in einer Cloud. Relevante Befunde könnten dann aber auf dem iPhone des jeweils betroffenen Nutzers angezeigt werden.

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Auch wenn Apple selbst hier schweigt, will die Zeitschrift von einer eingeweihten Person wissen, dass es sogar Überlegungen gibt, dass der Nutzer seine in der Cloud gespeicherten DNA-Daten selbst mit anderen teilen kann. Das könnte genauso einfach funktionieren wie das Teilen des eigenen Standortes. Der eigene DNA-Code ließe sich so etwa an einen Facharzt oder weitere Forschungsprojekte schicken.

ResearchKit soll Krankheiten besiegen helfen

Im März hatte Apple "ResearchKit" vorgestellt. Mit diesem System will der iPhone-Hersteller die Erforschung und Behandlung von Krankheiten unterstützen. Zu diesem Konzept gehört, dass das iPhone auch gesundheitsrelevante Daten sammelt, diese auswertet und Forschungseinrichtungen zur Verfügung stellt. Das Ganze findet auch entweder einmalig oder alle paar Jahre oder bestenfalls alle paar Monate statt.

Die Ergebnisse basieren also auf Stichprobengrößen und langen Abständen zwischen den Datenerhebungen. Dennoch könnten die Proben Apple Erkenntnisse über die Zusammenhänge von gentischen Auffälligkeiten und bestimmten Krankheitsbildern liefern.

Wenn Millionen von iPhone-Nutzern und Apple-Watch-Trägern künftig weitere medizinisch relevante Daten zur Verfügung stellen, können die Studien auf ein sehr viel breiteres Fundament gestellt werden – auch ohne umfangreiche DNA-Proben.

Apps liefern Daten für die Forschung

Die Universität von Rochester und die Firma Sage Bionetworks haben die App "mPower" entwickelt, mit der auf dem iPhone mit simplen Tests Geschicklichkeit, Gleichgewicht, Gedächtnis und Gangbild gemessen werden können. Störungen dieser Fähigkeiten erlauben Rückschlüsse auf die Parkinson-Krankheit. Davon profitieren zwei: Der Nutzer erfährt, ob er deutliche Symptome der Erkrankung hat und die Wissenschaft kann diese erfassten Messungen auswerten und die Symptome besser erforschen.

Ein weiteres Beispiel: Die Medizinfakultät der Universität Stanford und die Universität Oxford stellen die App "MyHeart Counts" zur Verfügung. Deren Nutzer nehmen damit an einer Studie zur Erforschung von Kardiovaskulären Erkrankungen teil. Zu diesen Erkrankungen gehören Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall und einige weitere Krankheiten.

"MyHeart Counts" sammelt über Apples App Health Daten zur Ernährung und zur täglichen körperlichen Aktivität, Schlafdauer und -qualität. Ein Fitness-Test, der einen Spaziergang über die Dauer von sechs Minuten misst, bestimmt die körperliche Fitness. All diese Daten werden einerseits für Studienzwecke gesammelt und andererseits in Empfehlungen und Tipps für den Nutzer umgesetzt.

Kritik und Bedenken

Gesundheitsdaten und die eigene DNA wohl zu den intimsten Informationen gehören, die ein Mensch über sich preisgeben kann. Die Übermittlung und Speicherung der Daten in ResearchKit soll zwar anonym geschehen, doch dem widerspricht die Idee, dass der Nutzer über Befunde in seiner DNA oder der diversen anderen Tests informiert werden kann. Wie will man einem Nutzer sagen, dass er Symptome von Parkinson aufweist, wenn man ihm die Messungen nicht zuordnet? Und wie gut ist die Software vor Fremdzugriffen geschützt?

Zudem wird Apple – Google arbeitet mit "GoogleFit" an vergleichbaren Projekten – all diese Bemühungen nicht aus reiner Güte und Wohltätigkeit unternehmen. Daten sind bares Geld und je umfangreicher und detaillierter die von Nutzern gewonnenen Daten sind, umso lukrativer sie diese. Verschiedene Krankenkassen haben bereits Ihr Interesse an derartigen Daten bekundet.

David Bates vom Chicago Hospital bemängelt zudem, dass Apples ResearchKit und die damit verbundenen Pläne vor allem Fitness-Freaks ansprächen und weniger Patienten mit chronischen Krankheiten.

Zweifelhafte Vorteile von Gesundheits-Apps

Nicht zuletzt bestehen auch Zweifel an der Genauigkeit, mit der ein Smartphones im Vergleich zu hochspezialisierter Medizintechnik messen kann. Der Anwender als "messender Laie" ist eine weitere Fehlerquelle. Die deutsche Fachzeitschrift "Ärzteblatt" gab in einem Artikel zu bedenken, dass bei medizinischen Studien oft auch die Umgebungseinflüsse Auswirkungen auf Ergebnisse haben. Diese seien mannigfaltig und müssten vom Nutzer kontrolliert werden, was diesen meist überfordern dürfe. Zudem könnten ohne eine Überwachung der Studie Messungen leichter manipuliert werden, um bestimmte erwünschte Ergebnisse zu erhalten.

Dazu das "Ärzteblatt": "Es wird schwerer, Verletzungen des Studienprotokolls zu prüfen. Dies sind Aspekte, die nur begrenzt durch eine hohe Fallzahl kompensiert werden können." Das Fachmagazin bemängelt weiter, dass die Ergebnisse von solche Studien verzerrt würden, weil: "iPhone-Nutzer unterscheiden sich hinsichtlich ihres sozioökonomischen Status deutlich von den Nutzern anderer Mobilplattformen."

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