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iPhone 6s: So fühlt sich das Drück-mich-iPhone im Test an

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Apples Neuheiten  

So fühlt sich das Drück-mich-iPhone an

13.09.2015, 09:49 Uhr | Matthias Kremp, Spiegel Online

iPhone 6s: So fühlt sich das Drück-mich-iPhone im Test an. Apples neue Produkte im Schnellcheck. (Quelle: Spiegel Online)

Apples neue Produkte im Schnellcheck. (Quelle: Spiegel Online)

iPhones, die merken, wie kräftig man drückt, und ein iPad, so groß wie ein Notebook: Apples Neuheiten sollen mit technischen Tricks und neuen Dimensionen locken. Wir haben sie ausprobiert.

Es dauert ungefähr drei Minuten, dann hat man verstanden, wie 3D Touch funktioniert. Mit diesem Namen beschreibt Apple die interessanteste Funktion seiner neuen iPhones 6s und 6s Plus. Der Konzern hatte die Gadgets am Mittwochabend in San Francisco vorgestellt - zusammen mit dem iPad Pro und einem neuen Apple TV.

Das iPhone – bitte kräftig drücken

Die Funktionsweise von 3D Touch ist einfach: Der Touchscreen der neuen iPhones ist druckempfindlich. Tippt man auf ein Symbol oder eine Textstelle und drückt dann ein wenig stärker darauf, wird eine weitere Funktion ausgelöst. Ausprobieren konnte ich das etwa mit der Vorabversion einer neuen Facebook-App. Ein kräftiger Druck auf das Symbol der App klappte dort ein Menü auf, aus dem ich vier Funktionen schnell auswählen konnte: Suchen, Fotografieren, Ort markieren und Status aktualisieren.

In Apps konnte ich per 3D Touch nachschauen, was sich beispielsweise hinter einem Link oder einer Flugnummer verbirgt. Indem ich etwas intensiver auf die jeweilige Textstelle in einer E-Mail drückte, öffnete sich ein Fenster mit den entsprechenden Informationen. Sobald ich den Finger anhob, verschwand das Fenster. Peek nennt Apple diese Funktion.

Ob von Anfang an geplant war, die Drück-mich-Funktion als 3D Touch zu bezeichnen, behält Apple für sich. Auf der Apple Watch heißt das Äquivalent Force Touch und es wäre logisch gewesen, es auch auf den iPhones so zu nennen. Ein Grund für den Namenswechsel könnte sein, dass Huawei auf der Ifa ein Smartphone mit einer ähnlichen Technik präsentiert hatte, ebenfalls unter dem Namen Force Touch.

Abgesehen von 3D Touch hat sich bei den neuen iPhones auf den ersten Blick nichts Bemerkenswertes getan. Sie sehen genauso aus wie zuvor, haben dieselben Maße behalten. Im Inneren wurde allerdings alles umgebaut: Der neue A9-Prozessor ist schneller geworden, der sogenannte Motion-Co-Prozessor wurde in den Haupt-Chip integriert.

Zudem wurden die Kameras kräftig überarbeitet. Sie haben jetzt fünf beziehungsweise zwölf Megapixel und neue Technik. Wie sich das in der Praxis bemerkbar macht, kann nur ein intensiver Test zeigen.

Das iPad Pro – so schwer wie das erste iPad

Immerhin gab es aber noch eine Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck vom iPad Pro zu machen. Mit 12,9 Zoll Diagonale ist es fast so groß wie ein Notebook, aber viel dünner und leichter. Knapp über 700 Gramm ist das Gerät schwer, es wiegt etwa so viel wie das erste iPad. Der Bildschirm zeigt 2732 mal 2048 Pixel an. In der neuen Splitscreen-Ansicht reicht das aus, um zwei herkömmliche iPad-Apps nebeneinander zu nutzen.

In Kombination mit der magnetisch ansteckbaren Smart-Keys-Tastatur, die als Zubehör angeboten wird, könnte das iPad Pro als Notebook-Ersatz durchgehen. Damit konkurriert Apple nun direkt mit Microsofts Surface 3 Pro. Beim ersten kurzen Ausprobieren zeigte die superdünne Smart-Keys-Tastatur, die auch als Schutzhülle fürs Tablet dient, allerdings einen kaum spürbaren Anschlag. Bleibt abzuwarten, ob sie trotzdem alltagstauglich ist.

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Der Zeichenstift - Malen auf dem iPad

In einen ganz anderen Bereich stößt Apple mit dem Apple Pencil vor, einem Zeichenstift für das neue iPad. Beim Zeichnen damit war kaum ein Unterschied zu einem normalen Stift festzustellen. Je nachdem, wie man den Stift hält, kann man damit scharfe Linien zeichnen, oder weiche Flächen kolorieren. Dabei lassen sich verschiedene Stifte und Pinsel sowie Malmaterialien wie Kohle, Tinte und Ölfarbe auswählen.

Ganz neu ist so etwas freilich nicht. Die Firma Wacom beispielsweise ist schon seit vielen Jahren auf derartige Zeichenstifte spezialisiert. Im Test wird sich zeigen müssen, ob und falls ja wie viel besser Apples Stift ist. Ein gravierender Unterschied ist jedenfalls, dass seine Technik im Betriebssystem verankert ist und deshalb nicht nur einigen Zeichen- und Mal-Apps zur Verfügung steht, sondern vielen anderen auch.

Vorläufiges Fazit

Mit dem iPad Pro wagt Apple sich mal wieder in eine neue Kategorie vor: Das Unternehmen versucht, gleichzeitig Business-Anwender und gut betuchte Spielkinder zu begeistern. Die müssen allerdings tief in die Tasche greifen: In den USA kosten die Geräte ab 800 Dollar, Tastatur und Stift müssen als Zubehör gekauft werden, mit Vollausstattung kommt damit auch die Basisversion schon auf über 1000 Dollar.

Deutsche Preise stehen noch nicht fest, aber ab November soll das große Apple-Tablet im Handel sein. Dann muss es sich gegen Microsofts Surface Pro 3 behaupten, das ab 849 Euro angeboten wird.

Mit den neuen iPhones werden es die Kalifornier leichter haben. Schon die iPhones 6 und 6 Plus waren Verkaufserfolge. Mit 3D-Touch-Funktion, neuer Kamera und neuem Prozessor sind die Sechser-iPhones mit dem "s" in der Bezeichnung jetzt so ausgereift, dass nun auch diejenigen mit einem Neukauf liebäugeln werden, die bisher zögerten, weil sie mit ihrem iPhone 5 oder 5s noch zufrieden sind.

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