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Apple will Attentäter-iPhone nicht entschlüsseln

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Nach Massenmord  

Apple will iPhone von IS-Attentäter nicht entsperren

17.02.2016, 19:26 Uhr | dpa

Apple will Attentäter-iPhone nicht entschlüsseln. Apple-CEO Tim Cook (Quelle: imago/UPI Photo)

Apple-CEO Tim Cook wehrt sich gegen technische Hintertüren (Quelle: UPI Photo/imago)

Apple hat sich geweigert, das iPhone eines der mutmaßlichen Massenmörder von San Bernardino zu entsperren. Es geht um den Anschlag in Kalifornien, dem 14 Menschen zum Opfer fielen. Das Gericht forderte Apple auf, Unterstützung zu leisten, was zu einem Präzedenzfall werden könnte. 

Apples Bekenntnis zu unknackbarer Verschlüsselung wird auf die bisher härteste Probe gestellt: Ein US-Gericht forderte bei Apple Hilfe beim Entsperren des iPhone 5c eines der Attentäter von San Bernardino ein. Damit eskaliert die Debatte um Verschlüsselung und Terrorbekämpfung, und Apple gerät massiv unter Druck. Apple-Chef Tim Cook kündigte Widerstand gegen die Forderung an. Sie sei ein "beispielloser Schritt, der die Sicherheit unserer Kunden gefährdet", schrieb er in einem offenen Brief.

Apple solle den Behörden "angemessene technische Unterstützung" beim Knacken des Passworts zum Entsperren des iPhones leisten, erklärte die kalifornische Richterin Sheri Pym. Es geht vor allem um die Aufhebung der Funktion, die alle Daten des Geräts löscht, wenn zehnmal ein falsches Passwort eingegeben wurde. Außerdem solle Apple es der Bundespolizei FBI ermöglichen, die Passwörter nicht über den Bildschirm, sondern über elektronische Schnittstellen einzugeben.

Apple wehrt sich gegen "Hintertüren"

Apple betont stets, dass der Konzern technisch nicht in der Lage sei, die Verschlüsselung der Geräte und Daten auszuhebeln und auf viele Informationen der Nutzer überhaupt zuzugreifen. Dazu gehören unter anderem Kurzmitteilungen aus Apples SMS-Alternative iMessage, zumindest solange sie nicht im hauseigenen Online-Speicherdienst iCloud gesichert werden. Wie andere Technologie-Unternehmen wehrt sich Apple auch vehement gegen Forderungen nach "Hintertüren" für Behörden. Das Argument ist, dass solche Lücken nicht nur von Ermittlern, sondern auch von Kriminellen ausgenutzt werden könnten.

Cook betonte, Apple habe das FBI wie vorgeschrieben unterstützt und den Ermittlern die dem Konzern vorliegenden Daten zur Verfügung gestellt. "Aber jetzt hat die US-Regierung nach etwas gefragt, was wir einfach nicht haben – und auch zu gefährlich finden, es zu erschaffen. Sie haben uns gebeten, eine Hintertür zum iPhone zu entwickeln." In den falschen Händen könnte eine solche Software – "die heute nicht existiert" – jedes iPhone entsperren, das jemand in seine Gewalt gebracht habe, warnte Cook.

Täter starben bei Polizeigefecht

Das Mobiltelefon war von Syed Rizwan Farook genutzt worden, der gemeinsam mit seiner Frau Anfang Dezember 14 Menschen im kalifornischen San Bernardino erschoss. Das Paar, das die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) unterstützt haben soll, starb in einem Gefecht mit der Polizei. Das Telefon gehört der lokalen Behörde, bei der Farook arbeitete, die kennt aber das Passwort nicht.

Das FBI schlug vor, Apple solle die Software so gestalten, dass sie nur auf dem einen Telefon mit der entsprechenden Identifikationsnummer laufen könne. Das funktioniere so nicht, konterte Cook. "Wenn sie einmal erschaffen wurde, könnte diese Methode immer und immer wieder angewendet werden, auf einer beliebigen Anzahl von Geräten."

Apple konnte frühere iPhones entsperren, in den neueren Versionen des Betriebssystems iOS wurde diese Möglichkeit aber verbaut. Unter anderem ging es auch darum, die Nutzung von iPhones nach einem Diebstahl unmöglich zu machen.

Altes Plastik-iPhone angeblich leicht zu entsperren

Experten betonten, dass es technisch einfacher sei, das iPhone 5c zu entsperren als modernere Geräte. Neuere Smartphones sind mit Fingerabdruck-Sensor ausgestattet und zusätzlich über einen Hardware-Sicherheitsbereich am Chip gesichert. Auch wenn Apple kooperiere, könne es bei einem starken Passwort aber Jahre dauern, bis es durch Versuche erraten werde.

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