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iPhone-Streit mit FBI: Bill Gates fordert Nachgeben von Apple

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Im Streit mit dem FBI  

Bill Gates: Apple soll Attentäter-iPhone knacken

23.02.2016, 15:46 Uhr | yba, dpa, t-online.de

iPhone-Streit mit FBI: Bill Gates fordert Nachgeben von Apple. Microsoft-Gründer Bill Gates fordert, Aplle solle im FBI-Streit nachgeben. (Quelle: dpa)

Microsoft-Gründer Bill Gates fordert, Aplle solle im FBI-Streit nachgeben. (Quelle: dpa)

Das FBI möchte Zugang auf das iPhone 5c eines toten Attentäters. Aber Apple weigert sich. Dafür erhielt der iPhone-Konzern viel Beifall. Nicht aber von Microsoft-Gründer Bill Gates: Er hofft, dass der Streit bald zugunsten der Ermittler ausgehen wird. Eigentlich sollte er es besser wissen.

Es ist ein politisch heikler Fall, denn das FBI hat sich für das Vorgehen gegen Apple einen Fall ausgesucht, bei dem die Ermittler mit einer breiten Unterstützung der Öffentlichkeit rechnen können: Das iPhone wurde von Syed Rizwan Farook genutzt, der gemeinsam mit seiner Frau im kalifornischen San Bernardino 14 Menschen erschoss.

Doch Apple weigert sich, seine eigene Verschlüsselung zu knacken. Der Konzern müsse zu diesem Zweck eine neue Software schreiben, die in falsche Hände gelangen könnte, so die Begründung. Im Streit mit dem FBI erhielt Apple Rückendeckung von Google, Facebook, WhatsApp und Twitter. Sogar Microsoft gab Apple über die Stellungnahme einer Industriegruppe seine indirekte Zustimmung. 

Bill Gates: Apple sollte nachgeben

Der Microsoft-Mitbegründer Bill Gates ist anderer Meinung und stellte sich auf die Seite des FBI: "Das ist ein konkreter Fall, in dem die Regierung nach Zugang zu Informationen fragt", sagte Gates der "Financial Times". Die Behörde verlange keinen allgemeinen Zugriff, keine technische Hintertür für alle Apple-Geräte. Für den iPhone-Konzern sei es zudem keine große Sache den Passwortschutz zu umgehen. "Apple hat Zugang zu den Informationen, sie verweigern einfach den Zugriff", so Gates.  

Die Situation sei nicht anders als bei einer Telekom-Firma oder einer Bank. "Sagen wir mal, die Bank hätte ein Band um die Festplatte gewickelt und gesagt, zwingt mich nicht, dieses Band durchzuschneiden, weil ihr mich dann dazu bringt, es immer wieder zu tun", argumentierte der 60-Jährige, der nicht mehr in das operative Geschäft des Windows-Riesen eingebunden ist.

Als Bill Gates den Goldenen Schlüssel verlor

Bill Gates' Argumentation ist insofern verwunderlich, da er um die Gefahren eines sogenannten "goldenen Schlüssels" weiß. Wie 2008 bekannt wurde, hatte der Software-Riese ein Spionage-Tool für Ermittlungsbehörden entwickelt. Der "Computer Online Forensic Evidence Extractor" ("COFEE") wurde per USB-Stick zunächst nur an eine handvoll von Personen weitergegeben. Die Ermittler konnten damit etwa den Passwortschutz von Windows XP umgehen. Knapp ein Jahr später verteilten Software-Piraten "COFEE" aber schon im Netz an jeden, der es haben wollte. 

Apple soll angeblich 12 weitere iPhones hacken

Die US-Behörden betonen zwar, Apple solle das verlangte Spionage-Tool nur auf dem einen Gerät laufen lassen und könne es danach löschen. Apple befürchtet jedoch, dass daraus ein Präzedenzfall wird. Ein Zeitungsbericht nähert diese Befürchtung. Laut dem "Wall Street Jounal" arbeiten US-Ermittlungsbehörden an Anträgen vor Gerichten, um Apple in etwa einem Dutzend weiterer Fälle zur Hilfe beim Entsperren von iPhones zu zwingen. Dabei gehe es nicht um einen Terror-Verdacht, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf informierte Personen. Die Ermittler beschweren sich schon länger, dass sie mit der unknackbaren Verschlüsselung von Apple und Google zum Teil nicht in Geräte von Verdächtigen reinkommen, auf denen sich Beweise finden könnten.

Apple schlug am Montag vor, das Problem mit allen seinen Auswirkungen sollte nicht in einer gerichtlichen Auseinandersetzung sondern von einer Experten-Kommission analysiert werden. Für den Whistle-Blower Edward Snowden ist die Auseinandersetzung der wahrscheinlich bedeutendste Rechtsstreit der letzten zehn Jahre.

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