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Apple-Patent: iPhone soll eigenen Diebstahl aufklären

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Apple-Patent  

Smartphone soll Fingerabdrücke von Dieben sammeln

29.08.2016, 12:39 Uhr | hda, Spiegel Online

Apple-Patent: iPhone soll eigenen Diebstahl aufklären. Biometrische Sicherung: Seit dem iPhone 5S baut Apple in seine Smartphones den "TouchID"-Sensor ein.  (Quelle: dpa)

Biometrische Sicherung: Seit dem iPhone 5S baut Apple in seine Smartphones den "TouchID"-Sensor ein. (Quelle: dpa)

Ein geklautes iPhone klärt seinen eigenen Diebstahl auf - das sieht ein von Apple beantragtes Patent vor. Die Geräte sollen Fotos und Fingerabdrücke unberechtigter Benutzer sammeln und auf Server hochladen.

Moderne Smartphones sind teuer. Umso ärgerlicher, wenn man es verliert oder wenn es gestohlen wird. Die Hersteller wissen um das Problem und versuchen, Dieben das Leben zumindest ein bisschen schwerer zu machen. Etwa mit einer Ortungsfunktion, die anzeigt, wo sich ein entwendetes Gerät gerade befindet.

Künftige Smartphones könnten sogar selbst Polizei spielen, wie ein nun von Apple gestellter Patentantrag zeigt. In dem Dokument mit dem Namen "Biometric Capture for unauthorized User Identification" (Biometrische Erfassung unautorisierter Nutzer) beschreiben die Apple-Ingenieure, wie sie Diebe im Idealfall sogar identifizieren wollen.

Sobald das Gerät von einer nicht autorisierten Nutzung ausgeht, etwa weil PINs oder Fingerabdrücke nicht stimmen, fängt es an, Daten über den Nutzer zu sammeln. Das können Fingerabdrücke sein, die der Sensor erfasst, aber auch Fotos, welche die Kamera macht. Das alles natürlich unbemerkt vom Nutzer.

Fang den Dieb!

Die gesammelten Daten würden auf dem Telefon gespeichert und könnten dann auf Server hochgeladen werden, heißt es in dem Patentantrag. Erfasste Fingerprints potenzieller Diebe könnten mit bekannten Fingerabdrücken aus Datenbanken verglichen werden. Auf diese Weise sollen Sensoren und Software des Smartphones dabei helfen, einen Dieb zu identifizieren.

Die in dem neuen Antrag beschriebenen Ideen sind nicht einmal neu - bereits 2009 hatte Apple ein ganz ähnliches Patent angemeldet. Es trägt den Namen "Systeme und Verfahren zum Identifizieren nicht-autorisierter Nutzer eines elektronischen Geräts".

Auch damals ging es schon darum, dass Software anhand bestimmter Kriterien feststellen soll, ob ein Gerät unberechtigt genutzt wird. Die beschriebenen Verfahren setzen nicht voraus, dass ein Besitzer sein Gerät als gestohlen meldet. Die Technik soll das selbst bemerken und entsprechend reagieren.

Fragwürdige Datenerfassung

In dem alten Patentantrag schlugen die Apple-Ingenieure vor, Fotos zu machen, die Stimme mitzuschneiden und den Herzschlag zu protokollieren - alles natürlich verdeckt. Auch Daten der Bewegungssensoren sollten erfasst und ausgewertet werden, um etwa aus Erschütterungsprofilen die aktuelle Transportart des Geräts festzustellen.

Aus Datenschutzsicht sind die Ideen aus Cupertino mehr als bedenklich. Allerdings überwachen und spionieren Smartphones bereits heute ihre Nutzer. Eine Software gegen unautorisierte Nutzung könnte die Überwachung noch intensivieren: Schon eine falsche Pin-Eingabe würde unter Umständen reichen, um Fotos der Nutzer und der Umgebung zu machen und auf Server hochzuladen. Betroffen wären Millionen Handy-Besitzer. Ein Albtraum für Datenschützer. 

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