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WhatsApp erhält Abmahnung wegen Datenweitergabe an Facebook

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"Rote Linie überschritten"  

WhatsApp bekommt Ärger wegen neuer Nutzungsbedingungen

19.09.2016, 14:44 Uhr | Melanie Ulrich, t-online.de

WhatsApp erhält Abmahnung wegen Datenweitergabe an Facebook. Viele Nutzer und Datenschützer ärgern sich über die neuen AGB von WhatsApp. (Quelle: dpa)

Viele Nutzer und Datenschützer ärgern sich über die neuen AGB von WhatsApp. (Quelle: dpa)

Mit den neuen AGB hat WhatsApp nach Meinung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) "die rote Linie überschritten". Deshalb haben die Verbraucherschützer den Messengerdienst abgemahnt. WhatsApp muss bis Mittwoch reagieren.

Das Marktwächter-Team des vzbv hat WhatApp wegen der Weitergabe von Nutzerdaten an Facebook abgemahnt. Bis zum 21. September habe WhatsApp Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben, sagte Klaus Müller, Vorstand des vzbv, am Montag. 

„Bei der Übernahme 2014 von WhatsApp hat Facebook öffentlich bekundet, dass der Dienst von WhatsApp unabhängig bleiben solle", sagte Müller. Verbraucher hätten also darauf vertraut, dass ihre Daten allein bei WhatsApp bleiben und kein Datentransfer zu Facebook erfolge.

Datenaustausch mit Facebook 
Neue WhatsApp-AGB – das können Sie tun

Wir erklären Schritt für Schritt, ob und was Sie gegen den Datenaustausch tun können. Video

Nutzer verlieren allmählich Datenhoheit

Der vzbv beobachte mit großer Sorge den schleichenden Trend, dass Verbraucher nach und nach die Hoheit über ihre Daten verlören. Der vzbv hatte bereits in seiner Abmahnung von Facebook Anfang 2015 erste Anzeichen für einen Datenaustausch kritisiert.

WhatsApp hatte die neuen Nutzungs- und Datenschutzbedingungen am 25. August eingeführt. Seitdem gibt das Unternehmen die Telefonnummern seiner Nutzer an Facebook weiter. Dadurch will der Dienst das Nutzerverhalten genauer analysieren und besser gegen Spam vorgehen. Außerdem könne Facebook auf diese Weise besser Freunde finden und zielgenauere Werbung ausliefern.

Nutzer können WhatsApp-AGB nur bedingt widersprechen

Der Messengerdienst nimmt sich auch das Recht heraus, Kontaktlisten und Chatpartner weiterzuleiten. Profilbilder sollen derzeit noch nicht weitergegeben werden – das könnte sich jedoch ändern. Der Nutzung für Werbezwecke können Nutzer in den Account-Einstellungen von WhatsApp widersprechen, der Weitergabe der Telefonnummer und der Nutzungszeit jedoch nicht. 

Zudem müssen Nutzer seit August 2016 mit den neuen AGB bestätigen, dass sie autorisiert sind, WhatsApp die Telefonnummern ihrer Kontakte zur Verfügung zu stellen. Eine solche Erlaubnis müsste jeder Nutzer von all seinen Kontakten zuvor einholen. Damit bürdet WhatsApp den Nutzern die Verantwortung für die Weitergabe der Kontaktdaten auf  – wohlwissend, dass die Mehrzahl der Nutzer auch ohne eine solche Erlaubnis zustimmt und damit gleichzeitig gegen die AGB verstößt.

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