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iOS-Sicherheitslücke entdeckt: 18-Jährigen droht Haftstrafe

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Junger Amerikaner verhaftet  

Droht Haftstrafe wegen iOS-Sicherheitslücke?

03.11.2016, 16:55 Uhr | t-online.de

iOS-Sicherheitslücke entdeckt: 18-Jährigen droht Haftstrafe. Mit der entdeckten Sicherheitslücke überflutete der junge Mann die Notrufzentrale mit Anrufen. (Quelle: dpa/Symbolbild)

Mit der entdeckten Sicherheitslücke überflutete der junge Mann die Notrufzentrale mit Anrufen. (Quelle: Symbolbild/dpa)

Die Entdeckung einer Sicherheitslücke in iOS hat einem 18-Jährigen in den USA einen Aufenthalt im Gefängnis und eine mögliche Anklage wegen der schweren Straftat der "Computer-Manipulation" eingebracht. Mit der Veröffentlichung seiner Entdeckung löste er einen Zusammenbruch des Notrufsystems aus.

Der 18-Jährige aus dem Bezirk "Maricopa" im US-Bundesstaat Arizona wollte mit seiner Entdeckung eigentlich ein Preisgeld einstreichen, das Apple für die Meldung von Fehlern im mobilen Betriebssystem iOS ausgelobt hat. Das Maricopa County Sherriffs Office meldete am 24. Oktober seine Verhaftung.

Der junge Mann hatte entdeckt, dass über einen bestimmten Link per Javascript-Code auf iOS-Geräten bestimmte Aktionen ausgelöst werden können. Diese reichen von Popup-Meldungen über das Öffnen des E-Mail-Programmes bis hin zum Auslösen von Telefonanrufen.

Link im Internet veröffentlicht

Um seine Entdeckung bekannt zu machen und sich damit um das Preisgeld des "Apple Bug-Bounty-Programmes" zu bewerben, postete er den Link auf Twitter an über 12.000 Follower. Er wollte damit eine Popup-Meldung auf iPhones und iPads erzeugen. Allerdings stellte er über den Link auf seine Webseite einen falschen Javascriptcode bereit – den, mit dem der Anruf der US-Notrufnummer 911 ausgelöst wurde.

Jeder, der den Link auf Twitter mit einem iOS-Gerät öffnete, löste damit einen Notruf aus. Die Betroffenen legten zwar meist sofort wieder auf, aber bei sogenannten "Hang-Up-Calls" muss die Notrufzentrale zurückrufen und abklären, ob tatsächlich ein Notfall vorliegt. Laut Mitteilung des Sherrifs-Büros liefen so in kürzester Zeit über 100 Anrufe auf, die zusammen mit den Rückrufen die Erreichbarkeit der Notrufdienste in der ganzen Region beeinträchtigten.

Digitale Spur führt zur Verhaftung

Die Polizei identifizierte den Link als Ursache für die unzähligen Notrufe. Sie konnte die Webseite des jungen Mannes als Quelle für den Schadcode ausmachen und abschalten lassen. Bis dahin war der Link über 1800 mal angeklickt worden.

Der Festgenommene betonte, dass er keine böse Absichten gehabt habe und mit seinem Vorgehen nur die Meldung des Fehlers an Apple hätte untermauern wollen, um das ausgelobte Preisgeld zu bekommen. Er habe aus Versehen die falsche Variante seines entdeckten Bugs veröffentlicht.

Massive Strafe droht

Der Mitteilung des Sherrif-Büros ist nicht zu entnehmen, ob es zur Anklage wegen Computer-Manipulation kommen wird. Dann könnte den 18-Jährigen eine harte Strafe erwarten: Computer-Manipulation ist in den USA eine Straftat der "Klasse 2" (Class 2 Felony) und steht als schweres Vergehen auf einer Stufe mit Diebstahl, Mord oder sexueller Belästigung. Das Gesetz des Bundesstaates Arizona sieht dafür eine Mindeststrafe von fünf Jahren vor.

Zuständig für den Fall ist Sherrif Joseph M. "Joe" Arpaio, der sich selbst gerne als den "härtesten Sherrif der USA" bezeichnet. Seinem Ruf wird er gerecht – in der Vergangenheit machte er mehrfach wegen seiner ungewöhnlich harten Strafvollzugsmethoden Schlagzeilen.

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