23.11.2010, 16:21 Uhr | ADAC, t-online.de
Smartphones entwickeln sich zusehends zu einer ernsthaften Alternative zum Navigationsgerät. Die Navigationssoftware auf modernen Handys ist laut einem Test des ADAC in manchen Belangen den herkömmlichen Wegfindern sogar überlegen. Bei der Routenberechnung haben Smartphones wie das Apple iPhone 4 gegenüber der Konkurrenz von TomTom und Navigon die Nase vorn - der stärken Hardware sei Dank. Dennoch rät der ADAC zum klassischen Navigationsgerät.
Der ADAC hat je sieben Navigationsgeräte und Smartphones mit Navigationssoftware getestet. Gesamtsieger wurde die Software Navigon Mobile Navigator auf dem iPhone 4, die in den Kriterien Routenberechnung und Verkehrsinformationen Topbewertungen bekam. Die Software funktionierte auf dem Samsung Galaxy S I9000 fast genau so gut. Als bestes Navigationsgerät im Test erwies sich das TomTom Go Live 1000, vor allem wegen seiner guten Routenberechnung. Den Bestwert im Bereich Navigation erreichte das Navigon 70 Premium Live. Interessant: Fünf Softwarelösungen für Smartphones erhielten das Gesamturteil "gut"; bei den Navigationsgeräten dagegen nur drei.
Auf den hinteren Rängen landeten das mit der Gratis-Software Nokia Maps ausgestattete Nokia E72 und das Einsteiger-Navi NavGear RS-50-3D. Beide Wegfinder zeigten Schwächen bei der Handhabung, während das NavGear den insgesamt schlechtesten Wert bei der Routenberechnung erreichte. Dass die mehrere hundert Euro teuren Smartphones Routen schneller berechnen, überrascht indes nicht. Das Apple iPhone 4 und das Samsung Galaxy S I9000 verfügen über schnelle Prozessoren mit einer Taktfrequenz von einem Gigahertz. Der Chip des schnellsten Navigationsgeräts, des TomTom Go Live 1000, rechnet nur mit 500 Megahertz. Allein dieser Leistungsunterschied macht sich bei der Routenberechnung bemerkbar.
Der ADAC ließ Navigationsgeräte gegen Handy-Software antreten. Fazit: Das Handy hat oft die Nase vorn. zum Video
Im Test des ADAC zeigte sich, dass Navigationssoftware für Smartphones insbesondere beim Funktionsumfang in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt hat. So bieten diese Anwendungen ebenfalls Features wie die klare Ansage von Straßennamen (text-to-speech), einen Fahrspurassistent sowie aktuelle Verkehrsinformationen und entsprechende Alternativrouten. Doch auch Navi-Handys haben ihre Schwächen. Oftmals fehlen die notwendigen Halterungen, ohne die das Smartphone im Auto nicht genutzt werden sollte. Lediglich beim Nokia E72 liegt diese bei. Zudem bemängelte der ADAC, dass der Download der Navigationssoftware oft umständlich sei und viel Zeit beanspruche.
Letztlich rät der ADAC zum mobilen Navigationsgerät. Dies sei die meist günstigere und einfacher zu bedienende Lösung. Egal, ob für Vielfahrer oder Gelegenheitsnutzer, das mobile Navigationsgerät stelle immer noch die beste und auch die günstigste Lösung dar, urteilten die Tester des Automobilclubs. Wer hingegen schon ein Smartphone besitzt, für den lohnt sich der Kauf oder der Gratis-Download einer getesteten Programme. Das ist günstiger als der Kauf eines Navigationsgeräts. Allerdings muss hier beachtet werden, dass manche Handy-Wegfinder wie Google Maps Navigation ihre Daten über das Internet beziehen, eine Daten-Flatrate ist dann schon fast zwingend vorgeschrieben. Kostenfallen können dabei im Ausland entstehen: Im Test verursachte eine 500 Kilometer lange Strecke durch Österreich Zusatzkosten von 40 Euro. Das passiert bei einer Urlaubsfahrt schnell. Alle Details zum Test finden Sie auf adac.de.
Quelle: ADAC, t-online.de
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