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Das Handy-Syndrom: Handy-Modekrankheit "Vibranxiety"

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Das Handy-Syndrom

26.06.2007, 17:13 Uhr | Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler , t-online.de




Foto: ArchivFoto: Archiv Sie greifen immer wieder zum Mobiltelefon, wollen abnehmen - doch es hat niemand angerufen. So geht es Opfern der neuesten Handy-Modekrankheit "Vibranxiety". Das angsteinflößende Wort beschreibt laut der Zeitung "USA Today" das Phänomen eingebildeter Anrufe. Die Nutzer bilden sich demnach ein, ihren Vibrationsalarm wahrzunehmen, obwohl niemand anruft. Der Zeitungsbericht wartet mit einer Reihe Betroffener auf, von denen einige die Geister-Anrufe auch als "Phantom Vibration Syndrome" bezeichnen. Jenseits der dramatischen Benennung scheint das Phänomen allerdings nicht besonders bedrohlich. Ein Krankenhaus-Manager interpretiert seine Vibranxiety sogar als Zeichen positiver Aufregung, angesichts neuer, mobiler Kommunikations-Möglichkeiten.

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2006: Ringxiety
Frisch ist die Idee hinter der "Vibranxiety" unterdessen nicht, sie geisterte bereits letztes Jahr unter dem Namen "Ringxiety" durch die Medien. Auslöser war damals die Dissertation des Psychologen David Laramie, die von der "New York Times" aufgegriffen wurde. Noch ein Jahr zuvor wurden sowohl das eingebildete Klingeln, als auch das imaginierte Vibrieren in einer Studenten-Publikation der Columbia University beschrieben, - inklusive der Begriffsvariante "Phantom Cell Phone Vibrations" (PCV). In den Beiträgen zum Thema finden sich neben zahlreichen Worthülsen einschlägiger Experten, auch Erklärungsansätze, die den Zeitgeist-Schlagwörtern "Vibranxiety" und "Ringxiety" richtiggehend Sinn verleihen. So könnte der halluzinierte Mobiltelefonalarm auf das übersteigerte Bedürfnis hindeuten, immer und überall erreichbar zu sein. Mit dem vermeintlichen Vibrieren oder Klingeln suggeriert sich der Handy-Nutzer dem zu Folge selbst, dass er ein gefragter Kommunikations-Partner ist.

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Neue Wahrnehmungen
Die eingängigste Erklärung für eingebildetes Telefon-Klingeln kommt allerdings von Professor Alejandro Lleras von der University of Illinois. Der Wahrnehmungs-Psychologe versteht "Ringxiety" ganz unspektakulär als Begleiterscheinung eines Lernprozesses, der durch die Inflation der Warntöne im Alltag notwendig wird. Allein durch die neue Handy-Omnipräsenz sind wir laut Lleras dazu gezwungen, alle möglichen Piepton-Varianten deutlich von anderen Geräuschen zu unterscheiden. Ringxiety ist in dieser Deutung also nur ein etwas melodramatischer Ausdruck für Wahrnehmungs-Fehlleistungen, die durch einen kollektiven Sensibilisierungsprozess ausgelöst werden. Analoges dürfte auch für die Vibranxiety gelten. Beide Phänomene sollten in absehbarer Zeit auch wieder verschwinden. Für echte Handy-Hypochonder gibt es ja immer noch MAIDS: Das rätselhafte und weitgehend unerforschte "Mobile and Internet Dependency Syndrome".


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