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Die Akku-Technologien der Zukunft

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Die Akku-Technologien der Zukunft

27.08.2007, 21:15 Uhr | onHandy, t-online.de

Foto: ddpFoto: ddp Mit den Handy-Akkus ist es ja so eine Sache. Oft halten sie nicht dass, was die Hersteller versprechen. Und meistens denkt man ohnehin erst an sie, wenn man dieses nervige Tuten im Ohr hat, dass einem signalisiert: "Dieses Gespräch ist gleich zu Ende". Von größeren Problemen wie überhitzten oder gar explodierenden Akkus mal ganz zu schweigen. Doch von Herstellerseite wird das Thema Akku eher stiefmütterlich behandelt. Kein Wunder: Die Kundschaft interessiert sich einfach mehr für neue (und energiehungrige) Funktionen wie Kameras, MP3-Player, riesige Touchscreens oder GPS-Empfänger. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Handys seit der Einführung der Lithium-Ionen-Akkus auf die gleiche Technologie zur Stromversorgung setzen. Dabei haben Lithium-Ionen-Akkus einige Schwachstellen: Sie erwärmen sich beim Aufladen und sie können sich entzünden, wenn sie beschädigt werden. Höchste Zeit also, sich nach einer neuen Energiequelle für unsere ständigen Begleiter umzusehen. Der japanische Elektronikriese Sony führt da einen ungewöhnlichen Kandidaten ins Feld: Zucker.

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Foto: SonyFoto: SonyZuckerantrieb im Handy
Was hiesigen Zahnärzten ein verlässliches Einkommen weit jenseits des Durchschnittsverdienstes ermöglichst, soll also in Zukunft unsere Handys antreiben? Die Idee ist gar nicht so absurd, wie sie vielleicht zuerst klingen mag. Denn was das Überleben von Karies-Bakterien sichert, ist letzten Endes auch nur eine Form von chemischer Energie. Auch wir Menschen können diese Energie verwerten. Jeder, dem schon einmal schlecht vor Hunger war, kennt die Folgen eines niedrigen Blutzuckerspiegels: Schlappheit, Gereiztheit und Konzentrationsschwäche. Doch während wir unseren inneren "Akku" einfach durch eine Mahlzeit wieder aufladen können, blieb elektronischen Geräten diese Möglichkeit bisher verwehrt. Doch im April entwickelte ein Team von der Universität im amerikanischen Saint Louis eine Technologie, mit der man die Zucker in elektrische Energie umwandeln kann. Keine vier Monate später stellt Sony den ersten funktionsfähigen Prototypen vor und betreibt damit bereits MP3-Player!

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Bewegung statt Steckdose
Noch etwas weiter als Sony denkt da die Firma Modelabs. Die französische Designschmiede hat bereits mit Handys für den amerikanischen Geländehersteller Hummer und die Jeansmarke Levi's von sich reden gemacht. Doch bei ihren YoYo-Handy-Entwürfen geht es um mehr als nur gutes Aussehen. Während bei Sony Enzyme die Arbeit der Umwandlung des Zuckers erledigen, muss bei Modelabs der Besitzer des Handys arbeiten. Die Handys lassen sich nämlich durch Bewegung aufladen. Die gleiche Technologie nutzte bereits der Schweizer Uhrenhersteller Swatch bei einigen Modellen. Gut möglich, dass wir uns an den Anblick von Menschen, die ihr Handy schütteln oder an einer Schnur baumeln lassen, gewöhnen müssen.

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Kleines Kraftwerk im Handy
Während handyschüttelnde Zeitgenossen allenfalls in überfüllten Bussen und S-Bahnen einen Gefahr darstellen, klingt die Idee einer Gasturbine im Handy alles Andere als ungefährlich. Doch Forscher vom Massachusetts Institute of Technology haben ein solches Aggregat entwickelt, das gerade einmal 25 Millimeter groß ist. Dazu soll es die zehnfache Energie erzeugen können wie ein Akku mit den gleichen Ausmaßen. Die Technologie, die dahintersteckt ist dabei die gleiche wie im Großkraftwerk um die Ecke: Kompressor, Verbrennungskammer, eine Turbine und weitere Komponenten erzeugen genug Strom, um selbst das bestausgestattste Multimediahandy über einen Monat lang zu betreiben. Aufgeladen wird nicht an der Steckdose sondern - wie bei Feuerzeugen - mit Flüssiggas. Das Hauptproblem bei der Entwicklung eines solchen Akkus bestand dabei offenbar darin, ihn entsprechend zu verkleinern. Daher werden die Bestandteile auch nicht aus Metall gefertigt sondern wie Computerchips aus Silizium geätzt.

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Besoffene Brennstoffzelle
Doch bis sich ein solches Mini-Kraftwerk in unseren Handys befindet, wird sicher noch das eine oder andere Jahr ins Land gehen. Der Weg vom Prototypen zum verkaufsfertigen Produkt ist bekanntlich lang. Da trifft es sich gut, dass sich der PC-Hersteller Toshiba schon jetzt um die Laufzeit unserer kleinen ständigen Begleiter kümmert. Schon auf der CeBit 2005 präsentierten die Japaner eine DMFC-Brennstoffzelle für Notebooks. Diese Brennstoffzelle basiert auf einem Methanol-Wasser-Luftgemisch und besitzt gegenüber typischen Lithium-Ionen-Akkus eine bis zu fünf Mal höhere Energiedichte. Vor zwei Jahren ging der Hersteller davon aus, die Technologie ab 2007 kommerziell nutzen zu können. Davon ist leider noch nicht viel zu sehen. Aber ohnehin sind uns Nutzern ja ausgereifte Ideen lieber, als Handys, die uns um die Ohren fliegen. Insofern bleibt uns im Moment nur eins zu tun: Abwarten und brav zur Steckdose gehen.

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