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In Menschenmassen fühlen sich Handyviren wohl

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Handyviren in WM-Stadien  

In Menschenmassen fühlen sich Handyviren wohl

13.06.2006, 11:49 Uhr | dpa/afp, t-online.de

Fotos/Montage: Hersteller/dpa/Imago/TOIFotos/Montage: Hersteller/dpa/Imago/TOI Die Zeit der Unschuld ist vorbei: Mehr als 200 verschiedene Handyviren wurden von Experten bereits aufgespürt. Verseuchte SMS können zum Absturz der Handy-Betriebssoftware führen, Viren teure Telefonnummern anwählen oder womöglich bald auch das gespeicherte elektronische Telefonbuch zum Ziel haben. Gefahr lauert dann, wenn Daten unklarer Herkunft auf das Handy gelangen: Beim Abruf von eMails, dem Herunterladen von Logos, Klingeltönen, Spielen oder von Musik. Vor einer drastischen Verbreitung von Handy- Virenattacken zur Fußball-Weltmeisterschaft haben Experten in Hannover gewarnt. Zur WM könnten sich in den Stadien solche Viren schnell wie eine große "La-Ola-Welle" ausbreiten, warnt das Computer-Fachmagazin "c't". Allein durch die schiere Ansammlung der vielen Handys könnten sich entsprechende Viren rasant ausbreiten.

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Unerwartete Botschaften
Handys gleichen immer mehr kleinen Computern, die Daten verarbeiten und über die Handynetze auch austauschen können. Das ruft die Erfinder bösartiger Programme auf den Plan, die die Mobiltelefone - ebenso wie bereits die PCs - zu Virenschleudern machen wollen. "Wenn zum Beispiel auf dem Handy eine Botschaft wie 'Installieren: Free-WM-After-Party-Ticket?' auftaucht, werden vermutlich viele die OK-Taste drücken und sich damit einen Virus einfangen", sagte "c't"- Redakteur Jürgen Schmidt. "Wir raten dazu, den Bluetooth-Funk zu deaktivieren." Noch wichtiger sei es, keine unerwarteten Meldungen oder Anfragen zu bestätigen, keine Programme auszuführen und keinerlei Software oder Spiele aus Tauschbörsen herunterzuladen.



Erhöhtes Risiko in Menschenmassen
Ein Einfallstor für Angreifer bietet die wachsende Zahl von Handys mit drahtlosen Schnittstellen wie Infrarot oder Bluetooth, die es ermöglichen, das Handys beispielsweise mit Kopfhörern oder Notebooks zu verbinden. Über diese Schnittstellen können Böswillige indes auch verseuchte Dateien einschmuggeln. Allerdings klappt dies wegen der geringen Reichweite des Kurzstrecken-Funks nur über eine Entfernung von zehn bis 15 Metern. Doch im Gedränge - wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Sportstadien oder Konzerthallen - ist das Risiko da.

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Daten sichern
Zudem sollten die Funkschnittstellen bei Nichtgebrauch stets abgeschaltet werden. Besitzer komfortabler Organizer-Handys sollten zudem regelmäßig Sicherungskopien ihres Datenbestands machen. Bislang sind die Handywürmer allerdings eher lästig als gefährlich. Im Augenblick sei kein Programm bekannt, das ernsthaften Schaden anrichte, sagt Hendrik Hartz von www.inside-handy.de. Noch ist die mit 30 Euro recht teure Antivirensoftware fürs Handy also entbehrlich. Im Notfall reicht es noch immer, dem Handy einfach den Saft abzudrehen. Doch Matthias Gärtner, Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), warnt: die Risiken durch Handyviren würden künftig wachsen, da die Handys immer mehr Funktionen beherrschen.

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