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Manila: SMS-Revolution bleibt im Stau stecken

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Manila: SMS-Revolution bleibt im Stau stecken

20.12.2007, 11:47 Uhr | Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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Foto: ArchivFoto: ArchivGeschäfte werden per SMS abgewickelt, politische Fragen mittels Textbotschaften entschieden. Aus dem Blickwinkel der Handy-Branche sind die Philippinen ein Land mit Vorbildfunktion. Manchmal jedoch scheitert die "SMS-Demokratie" schlicht an der Rushhour. Der Handy-Boom stellt die Verhältnisse zwischen den reichen Industriestaaten und den armen Ländern regelrecht auf den Kopf. So gelten etwa die Philippinen als eine der fortschrittlichsten Mobilfunk-Nationen. Im Inselstaat ist vieles bereits Wirklichkeit, was hierzulande noch als Vision einer mobil vernetzten Zukunft gehandelt wird. Die Philippinen sind beispielsweise das erste Land der Welt, in dem mehr Umsatz mit mobilen Datendiensten erzielt wird als mit Telefongesprächen - auch wenn sich die "Datendienste" weitgehend auf SMS beschränken.

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Handy-Archiv:
Handy-Aufladung:

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SMS bewegen Millionen-Summen

Allerdings produzieren die 53 Millionen philippinischen Handy-Nutzer vergleichsweise niedrige Durchschnittsumsätze von sieben bis acht Dollar pro Monat. Aber bei SMS-Preisen von rund einem US-Cent nutzen sie ihre Telefone genauso rege, wie es sich europäische Anbieter von ihren Kunden immer wünschen. So ist die Nutzung des Handys als Zahlungsmittel bereits fest etabliert, via SMS-Anweisung werden auf den Philippinen täglich Millionen-Summen bewegt.

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SMS-Demokratie

Auch in der philippinischen Politik spielen Mobiltelefone schon länger eine tragende Rolle. Nicht zuletzt, weil SMS das ideale Mobilisierungswerkzeug für die oft entscheidenden Massenproteste sind. Ohne diesen Druck der Straße wäre wohl auch die amtierende Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo nicht an ihre Position gelangt. Angesichts der zentralen Rolle, die Handys beim turbulenten Machtwechsel im Jahr 2001 spielten, machte sogar das Stichwort von der "SMS-Demokratie" die Runde.

Information per SMS

Foto: ArchivFoto: ArchivVor diesem Hintergrund ist auch die Geschichte der Technik-Journalistin Marguerite Reardon zu verstehen, die sich zufällig in Manila aufhielt, als Ende November ein Putschversuch scheiterte. Marguerite, die für "ZDNet" arbeitet und vor allem über Mobilkommunikation schreibt, erfuhr passenderweise via SMS von dem Umsturzversuch: Ein Bekannter leitete ihr am Nachmittag des 29. November eine Textnachricht der US-Botschaft in Manila weiter, in der vor Unruhen im Börsenviertel gewarnt wurde. Danach erwartete die Journalistin aus dem Mobilfunk-Entwicklungsland USA, die legendäre "SMS-Demokratie" hautnah mitzuerleben. Aber die erwartete Mobilisierung der Opposition blieb aus, die rebellierenden Offiziere räumten nach wenigen Stunden das von ihnen besetzte Luxushotel im Börsenviertel und gaben auf.

Nicht in der Rushhour

Nicht nur die IT-Expertin Marguerite fragte sich nach diesen Ereignissen, warum die SMS-Alarmierung potentieller Putsch-Sympathisanten nicht funktioniert hatte: Schließlich steht die Regierung Arroyos wegen angeblichem Wahlbetrug und Korruptionsvorwürfen hartnäckig in der Kritik. Wieso erfuhren die Putschisten trotzdem keinerlei Unterstützung vor Ort? Hatten die beiden großen Provider des Landes am Ende die SMS der Opposition zensiert? Nach eingehenden Recherchen konnte Marguerite die Fragen jetzt beantworten. Demnach hat die "SMS-Demokratie" weder versagt, noch wurde sie von den Mobilfunkbetreibern unterdrückt. Am 29. November zirkulierten in Oppositionskreisen nämlich zahlreiche SMS-Aufrufe für Demonstrationen vor dem besetzten Hotel. Diese stießen prinzipiell auch auf Interesse der Adressaten, kamen aber schlicht zur falschen Tageszeit, nämlich zur nachmittäglichen Rushhour. Und die ist in Manila so berüchtigt, dass nicht einmal hartnäckige Regierungsgegner an eine schnelle Mobilisierung glauben mochten und von vorneherein Zuhause blieben.

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