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Frühwarn-Handys weben Sicherheitsnetz

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Frühwarn-Handys weben Sicherheitsnetz

07.02.2008, 10:47 Uhr | Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

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Foto: ArchivFoto: ArchivSensoren, die Strahlung oder die Luftqualität messen, sind heute so klein, dass sie in Handys passen. Zu Schwärmen vernetzt, schaffen solche Schnüffel-Handys ganz neue Mess- und Kontrollmöglichkeiten - und nebenbei eine neue Generation sozialer Netzwerke. Während sich die Nutzer gerade daran gewöhnen, dass Digitalkameras und Mobiltelefone auf Bewegungen reagieren können, denken Behörden, Unternehmen und Wissenschaftler über Anwendungen im großen Stil nach. Die Vorstellung stets lokalisier- und vernetzbarer Mobiltelefone erregt Kontrollpantasien in ganz neuen Dimensionen.




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Handy-Ratgeber:
Handy-Aufladung:

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Handys erkennen Staus

Welche Potentiale in den gesammelten Informationen solch eines Handy-Schwarms stecken, zeigen die vielversprechenden Versuche der niederländischen Navigationsfirma TomTom: Aus den Bewegungsmustern unzähliger Handys kann man das Verkehrsgeschehen in Echtzeit verfolgen, Engpässe oder Staus frühzeitig erkennen.

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Terroranschläge mit dem Handy vereiteln

Im US-Heimatschutz-Ministerium beschäftigt man sich schon seit einiger Zeit mit der Idee, Sensoren, die Giftgas, radioaktive Strahlung oder biologische Kampfstoffe melden können, in Mobiltelefonen zu platzieren. Die Daten vieler solcher Frühwarn-Handys könnten Terroranschläge noch vor deren Ausführung erkennen und helfen, sie zu verhindern. Wenn ein Attentat dennoch gelingt, könnten die Heimatschützer wenigstens zielstrebig reagieren.

Sensoren für radioaktive Strahlung an Bord

Foto: ArchivFoto: ArchivWissenschaftler der Purdue University im US-Bundesstaat Indiana haben die Idee jetzt praktisch umgesetzt und im größeren Maßstab getestet. Dazu wurden Handys mit Sensoren für radioaktive Strahlung ausgerüstet und an Studenten verteilt. Mit den Geigerzählern in der Tasche gingen die Studenten anschließend ihrer gewohnten Studienroutine nach.

System entdeckt Strahlenquelle

Der Physiker Ephraim Fischbach und der Strahlenspezialist Jere Jenkins konnten unterdessen beobachten, wie eine zuvor plazierte Strahlenquelle von ihrem System entdeckt wurde: "Die Sensoren erledigen die Aufgabe tatsächlich nicht im Alleingang, erst wenn unsere Software die Daten kombiniert, entsteht ein leistungsstarkes Frühwarnsystem", erklärte Fischbach in einer Aussendung der Universität.

Mobile Messung der Luftverschmutzung

Unterdessen wollen Forscher der britischen Cambridge University mit dem Prinzip des Sensorenschwarms die Luftverschmutzung in Städten genau vermessen. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass sich Belastungen, etwa durch Autoabgase, nicht gleichmäßig über das Stadtgebiet verteilen. Wo die Luft besonders dick wird, hängt aber auch vom Wetter ab, weshalb sich der Prozess mit stationären Messanlagen nicht erfassen lässt.

Fahrradkuriere technisch aufgerüstet

Um ihr Projekt namens CamMobSens (Cambridge Mobile Urban Sensing) zu testen, haben die Wissenschaftler Fahrradkuriere technisch aufgerüstet: Die Sensoren für Luftqualität und ein GPS-Modul wurden im Kurierrucksack verstaut und per Bluetooth mit dem Handy des Fahrradfahrers verbunden: "Wir haben jetzt eine echte Alternative zur konventionellen, sehr kostspieligen Messtechnik, und Daten von vielen Orten, die sonst gar nicht erfasst wurden", erklärte der technische Leiter des Projekts, Eiman Kanjo, gegenüber dem "NewScientist". Mit dem dynamischen Kartenmaterial, das das System produziert, kann beispielsweise erstmals der Zusammenhang zwischen Asthma und der Luftbelastung genau untersucht werden.

Wie können die Handy-Schwärme entstehen?

Foto: ArchivFoto: ArchivAngesichts der erfolgreichen Tests in Indiana und Cambridge stellt sich allerdings die Frage, wie die nötigen Handy-Schwärme entstehen könnten. Wenn es um Terrorabwehr geht, ist es naheliegend, Polizisten und andere Beamte auszustatten, aber für eine flächendeckende Kontrolle dürfte deren Zahl nicht ausreichen.

Freiwillige Mitarbeit erwünscht

Ein Ausweg wäre die freiwillige Mitarbeit patriotischer Bürger, während Umweltbewegte sich an der Messung der Luftqualität beteiligen könnten. Zu Ende gedacht würden so neue soziale Netzwerke entstehen, deren Mitglieder wie bei MySpace vernetzt sind, aber gleichzeitig zusammen an einem konkreten Projekt arbeiten.

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