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Handy-Trends: Das Handy der Zukunft ist modular

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Das Handy der Zukunft ist modular

08.02.2008, 12:02 Uhr | Matthias Kremp (Spiegel Online)

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Die Zukunft des Handys ist modular. (Screenshot: modumobile.com)Die Zukunft des Handys ist modular. (Screenshot: modumobile.com)Morgens ist es ein MP3-Wecker, im Auto ein Freisprechtelefon, unterwegs ein Handy und abends ein digitaler Bilderrahmen: Mit dem Mobilfunkmodul, kurz Modu, will ein israelisches Unternehmen den Handy-Markt revolutionieren. Es ist so schlicht, wie es ein Handy nur sein kann: rechteckige Form, schwarze Oberfläche, ein großer Bildschirm, drei Tasten, so sieht das Modu aus. Schick ist das nicht, aber mehr braucht das Gerät auch nicht. Tasten, Knöpfe und Anschlüsse werden über sogenannte Jackets bestimmt, einfach aufgebaute Hüllen, in die das Modu einfach eingesteckt wird. Diese Jackets bestimmen am Ende auch den Look eines jeden Modu-Handys - und der ist nach Lust und Laune austauschbar.

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Fotoshow: Das Modu-Handy

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Siemens ging mit ähnlicher Idee baden

Ähnliche Ideen gab es schon früher. Eines der unrühmlichsten Beispiele lieferte 2003 die Mobilfunksparte von Siemens. Mit viel Brimborium wurde die Mode-Handy-Marke Xelibri eingeführt. Kleine, modisch aufgemachte Mobiltelefone sollten die Kunden dazu verführen, sich für jeden Anlass ein anderes Design-Handy zuzulegen. Der Plan floppte kolossal, das Xelibri-Konzept wurde schon nach wenig mehr als einem Jahr zu Grabe getragen. Kaum jemand war bereit, sich alle paar Monate ein viele hundert Euro teures Xelibri-Handy zu kaufen.

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Zusatzfunktionen per Jacket-Kauf

Diesen Fehler will Modu nicht wiederholen. Alles, was am Handy teuer ist, also das Mobilfunkteil, die Antenne, das Display und der Speicher, sind im Hauptmodul untergebracht. Die Jackets hingegen können im besten Fall für wenige Euro hergestellt werden, bestehen dann aus wenig mehr als etwas Kunststoff, einer Plastiktastatur und einer Anschlussleiste für das Modu. Im Paket mit zwei Jackets soll das Modul-Handy unter 200 Euro kosten, wenn es im Oktober auf den Markt kommt.

Modischer Schnickschnack und mehr

Screenshot: modumobile.comScreenshot: modumobile.comMit ein wenig modischem Schnickschnack soll das Modu aber noch lange nicht am Ende seiner Fähigkeiten sein, verspricht Modu-Gründer Dov Moran. Ausgefeiltere Jackets könnten beispielsweise auch eine Digitalkamera enthalten. Der Vorteil: Steht eine neue Kameratechnologie mit höherer Auflösung zur Verfügung, kauft man sich einfach ein neues Jacket, statt gleich das ganze Handy auszutauschen.

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Handy-Ratgeber:
Handy-Aufladung:

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Mehr als nur ein Telefon

Doch das Konzept geht noch viel weiter. Denn Moran sieht gute Chancen, das Modu nicht nur als Handy, sondern auch als Zubehör für allerlei Unterhaltungselektronik zu vermarkten. So könnten beispielsweise Digitalkameras oder Camcorder mit einem Modu-Slot ausgestattet werden, um ihre Fotos drahtlos über das Internet zu verschicken. Ein Autoradio mit Modu-Steckplatz würde durch einstecken des Telefonmoduls zur Freisprechanlage, ein Navigationsgerät könnte sich damit Verkehrsinformationen aus dem Netz laden - und abends landet es zum Aufladen in einem digitalen Bilderrahmen und spielt die tagsüber geschossenen Fotos ab.

Gespräche zur Verwirklichung im Gange

Hört sich alles toll an, muss aber erst noch Realität werden. Immerhin: Gespräche mit dem Autoradiohersteller Blaupunkt und dem Navi-Produzenten Magellan Navigation sind bereits im Gange. Und auch die ersten Netzbetreiber haben schon angekündigt, das Gerät vertreiben zu wollen, darunter ein russisches, ein italienisches und ein israelisches Unternehmen. Zu deutschen Firmen hat Modu offenbar noch keinen Kontakt aufgenommen.

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Mein Foto:
Logomat:

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Schwächen beim Datenfunk

Und auch die ersten Ideen für Jackets mit Zusatzfunktionen gibt es schon: So wünscht sich die Cellcom Israel eine Variante für Soldaten, die mit einem integrierten Blitzlicht ausgestattet werden soll. Die russische Vimpelcom hingegen hat Jackets mit Comic-Motiven geordert, will damit vor allem Kinder ansprechen. Die Plattenfirma Universal Music soll angeblich planen, ein in irgendeiner Weise musikzentriertes Jacket zu entwickeln.

MP3-Player an Bord

Screenshot: modumobile.comScreenshot: modumobile.comDas könnte durchaus sinnvoll sein, denn schon von Haus aus ist im Modu ein MP3-Player integriert, der aber nur den 1-Gigabyte-Speicher des Geräts nutzen kann, also etwas mager bestückt ist. Ohnehin weist das Modu derzeit noch einige technische Schwachpunkte auf. Das betrifft vor allem die Datenübertragung. Dafür nutzt das Gerät den GSM-Aufsatz GPRS. Von UMTS, HSDPA oder dem GPRS-Nachfolger Edge ist nicht die Rede.

Der Nachfolger ist schon in Planung

Das soll allerdings mit der zweiten Version nachgeliefert werden, verspricht Dov Moran. Und dann auch gleich richtig, mit der aktuell schnellsten Variante, also HSDPA. Um Erstkäufer bei der Stange zu halten, soll diese Version allerdings mit den Jackets des Erstlings kompatibel sein.

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Action auf dem Handy:
Mein Foto:

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Erfolgreiches Unternehmen

Bleibt abzuwarten, ob das Modulkonzept bei den Kunden ankommt. Bisher lag Dov Moran mit seinen Ideen goldrichtig. Bevor ihm die Idee zum Modu kam, hat der israelische Entwickler schon einmal einen großen Coup gelandet. Mit seiner ersten Firma namens M-Systems entwickelte er jahrelang so erfolgreich Flash-Speicher, dass sein Unternehmen 2006 für 1,6 Milliarden Dollar vom Speicherkartenhersteller Sandisk übernommen wurde.

Sandisk investiert in Modu

Und Sandisk scheint auch heute noch viel Vertrauen in Morans Erfindergeist zu haben, hat bereits fünf Millionen Dollar in Modu investiert. Die sollen sich bald auszahlen, da ist man sich bei Modu sicher. Allein über den Verkauf von Jackets könne das Unternehmen künftig eine Milliarde Dollar pro Jahr umsetzen. Man wird sehen.

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