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Handy-Recycling lässt auf sich warten

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Handy-Recycling lässt auf sich warten

21.04.2008, 14:50 Uhr | Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler

Wohin mit ausrangierten Handys? (Foto: imago)Wohin mit ausrangierten Handys? (Foto: imago)Alt-Handys werden auf absehbare Zeit ein Entsorgungsproblem bleiben. Ernstzunehmendes Handy-Recycling erwartet ein Nokia-Manager erst "in einigen Jahren". Nicht nur der Herstellungsprozess muss verändert werden - die Konsumenten müssen aufhören, gebrauchte Handys zu horten.

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Grüne IT-Branche

Seit kurzem will sich auch die IT-Branche "grün" sein. Sogar die Computermesse Cebit gab sich mit dem Schwerpunkt "Green IT" einen Öko-Anstrich. Aber auch wenn man die bisherigen Anstrengungen, beispielsweise in Rechenzentren Strom zu sparen, durchaus honorieren muss, sind Computer, Handy und Co. noch meilenweit davon entfernt, "grün" zu sein.

Nichts als Image-Politur?

Angesichts rapide wachsender Elektroschrottberge und mieser Recycling-Quoten ist die "grüne Elektronik" aber vor allem eine Image-Politur. Für nachhaltige Verbesserungen müssten sich Produktions-, Konsum- und Entsorgungsgepflogenheiten von Grund auf ändern. Doch eine solche Kursänderung ist nicht von heute auf morgen machbar, wie jetzt ein Nokia-Manager in aller Deutlichkeit erklärte: Handys, die mit gutem Gewissen "recycelt" genannt werden können, seien erst in "einigen Jahren" zu erwarten, zitiert " Cellular News" Markus Terho, der bei Nokia für Umweltfragen zuständig ist.

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Der Wettbewerbs-Faktor

Schon heute kommen nach Terhos Angaben "40 bis 60 Prozent" der in Nokia-Modellen verbauten Metalle aus dem Recycling-Kreislauf. Das klingt beeindruckend, bedeutet aber im Umkehrschluss auch, dass rund die Hälfte des Metalls für 450 Millionen Telefone, die Nokia 2007 produziert hat, aus weniger umweltfreundlichen Quellen stammt.

Aufpreis für den Öko-Faktor

Trotzdem gibt sich Terho zuversichtlich, dass seine Branche weitere Fortschritte erzielen wird. Nicht zuletzt, weil "grüne Geräte" schon bald ein handfester Wettbewerbsvorteil sein sollen - was allerdings voraussetzt, dass die Konsumenten bereit sind, für den Öko-Faktor einen Aufpreis zu zahlen. Denn nicht alle Umweltschutz-Maßnahmen dürften sich für die Unternehmen so positiv auswirken, wie Nokias Umstellung bei den Handy-Verpackungen. Durch die Einführung kleinerer Schachteln und die Reduzierung des Plastikanteils konnte der Konzern laut Terho innerhalb von zwei Jahren rund 120 Millionen Euro einsparen.

Wertvoller Schrott

Dass ernsthaftes Handy-Recycling noch auf sich warten lässt, ist unterdessen nicht nur der Industrie anzulasten - auch die Konsumenten tragen dafür einen guten Teil der Verantwortung. Bereits 2006 wurden weltweit rund eine Milliarde Handys produziert, 2007 waren es schon 1,2 Milliarden. Wenn alles mit rechten Dingen zugehen würde, müssten die Geräte wenigstens in einer ähnlichen Größenordnung im Elektroschrott auftauchen.

Lausige Recycling-Zahlen

Aber genau das geschieht ganz offensichtlich nicht, vielmehr hat die Recycling-Branche nach Schätzungen des Marktführers Umicore 2006 nur ein Prozent aller ausrangierten Handys erhalten: "Das ist natürlich ein lausiger Anteil," kommentierte Umicore-Manager Christian Hagelüken die Zahl im Gespräch mit der " New York Times".

Ausgemustert, abgelegt und vergessen

Der größte Teil des Mobiltelefon-Schwunds im Elektroschrott geht schlicht und einfach auf die Nutzer zurück, die ausgemusterte Handys in eine Schublade legen, um sie anschließend zu vergessen. Ein Bericht der US-Regierung zur Rohstofflage geht beispielsweise davon aus, dass bereits 2005 eine halbe Milliarde Telefone in US-Schubladen herumlagen. Wer in naher Zukunft ein ernsthaft recyceltes Handy erwerben will, sollte demnach zu allererst die eigenen Schubladen leeren.

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