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Plagiate: Handykopien "Made in China"

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Plagiate: Handykopien "Made in China"

24.04.2008, 12:27 Uhr

Plagiat des iPhone - der MP3-Player von Meizu (Foto: dpa)Plagiat des iPhone - der MP3-Player von Meizu (Foto: dpa)Ob Autos, Sportschuhe oder Mobiltelefone - was China-Besuchern so alles angeboten wird, erscheint oft verlockend günstig. Doch beim näheren Hinsehen offenbaren sich ein paar Besonderheiten bei den vermeintlichen Schnäppchen. So stammen die Handys beispielsweise von Marken wie Nokir, Nokla, Nckia, Sory Ericsoo oder Sunny Ericsum. Der Name und das Design sind jedoch meist die einzige Ähnlichkeit zwischen den chinesischen Mobiltelefonen und ihren europäischen Vorbildern. Denn die Technik im Inneren ist oft hoffnungslos veraltet. So finden sich mit VGA-Kameras, Dualband-Antennen oder T-Flash-Speicherkarten Technologien in den Plagiaten wieder, die hierzulande schon fast historisch wirken. Was für Olympia-Besucher ein lustiges Mitbringsel ist, entwickelt sich für die Hersteller zum echten Ärgernis. Denn die haben Angst um ihren Ruf.

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Fotoshow: Dreiste Handy-Plagiate aus China
Handy-Aufladung:


Regierung und kriminelle Banden


Foto: ShoujibaoFoto: ShoujibaoDie Schuldigen sind dabei schnell ausgemacht: “Die wesentliche Triebfeder für Piraterie ist die chinesische Regierung selbst, die den Anschluss an die Industrieländer mit engen zeitlichen Vorgaben vorantreibt”, sagt der China-Experte Marohn in einem Interview mit Pressetext. So wird Druck auf die chinesische Wirtschaft ausgeübt, Produkte auf westlichem Standard herzustellen. Gleichzeitig kann es jedoch bis zu drei Jahre dauern, bis eine Marke oder ein Patent angemeldet ist. Vorsichtigen Schätzungen zufolge liegt der Anteil von Plagiaten und Raubkopien am chinesischen Außenhandelsvolumen zwischen 2 % und 5 %. Die chinesische Regierung sieht das freilich anders. Deren Außenhandelsbeauftragter Tian Lipu suchte auf einem Seminar der World Intellectual Property Organization die Schuld beim organisierten Verbrechen: "Viele chinesische Unternehmen produzieren streng nach den Aufträgen, die sie aus dem Ausland erhalten. Das nutzen kriminelle Banden im Ausland aus”.

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Plagiate als Kompliment


Foto: imagoFoto: imagoDabei meinen es chinesische Hersteller gar nicht unbedingt böse, wenn sie westliche Produkte nachahmen. Cary Y. Liu, Kuratorin für asiatische Kunst am University Art Museum in Pinceton schreibt dazu: "Der Prozess des Kopierens lag der Wertschätzung zugrunde, die in der traditionellen chinesischen Kunst den Autoritäten der Vergangenheit entgegengebracht wurde“. So basiert auch die in China weit verbreitete konfuzianische Lehrmethode darauf, dass der Schüler den Lehrer möglichst genau imitiert. Sind die Plagiate also lediglich eine Verbeugung vor dem europäischen Design? Fakt ist: Die Preise für europäische Spitzenmodelle wie das Nokia N95 oder das iPhone werden viele Chinesen nie bezahlen können. Die Hersteller haben dies bereits erkannt und günstige Modelle für die dritte Welt entwickelt. Europäische Kunden dagegen werden auf die Design-Imitationen genau hereinfallen wie auf die Rolex-Uhren an italienischen Badestränden.

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Vorsicht bei der Einfuhr


Wer dennoch der Versuchung nicht widerstehen kann, eine iPhone-Kopie mitzunehmen, sollte bei der Einreise Vorsicht walten lassen. Zwar drücken die Zöllner bei geringen Mengen in der Regel beide Augen zu. Schwierig wird es, wenn es mehrere Modelle sind und der Verdacht aufkommt, diese seien zum Weiterverkauf bestimmt. Bei zu großer Ähnlichkeit zwischen Plagiat und Original kann es dann zur Beschlagnahme kommen. Das gleiche gilt auch, wenn der Preis der mitgeführten Produkte 175 Euro übersteigt. Dann gilt nämlich der Versuch der Einfuhr als Schmuggel und wird mit einem Strafzoll geahndet. Noch schlimmer kommt es, wenn nachgewiesen werden kann, dass die Plagiate zum Weiterverkauf bestimmt sind. Ein solcher Verdacht kommt schnell auf, wenn sich 10 kopierte Spitzenhandys im Koffer befinden - das Argument Eigenbedarf zieht dann nicht mehr wirklich. In einem solchen Fall drohen bis zu fünf Jahren Haft. Folglich gilt auch beim China-Urlaub: Augen auf beim Handykauf.


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