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Nokia holt zum Schlag gegen Google und Apple aus

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Schlag gegen Google und Apple  

Nokia plant den Anti-Android

25.06.2008, 14:38 Uhr | SPIEGEL ONLINE/Matthias Kremp

Foto: ddpFoto: ddpDer Marktführer holt zum Gegenschlag aus, macht mit der Konkurrenz gemeinsame Sache. Zusammen will man ein Standard-Betriebssystem für Mobiltelefone entwickeln, um den erfolgreichen Newcomern wie Google oder Apple etwas entgegensetzen zu können.

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Nokia als Nachzügler?

Ausgerechnet über den Handy-Weltmarktführer Nokia gab es in letzter Zeit nicht viel zu berichten. Klar: die Finnen waren innovativ wie eh und je, stellten ein neues Modell nach dem anderen vor, veröffentlichten Zukunftsvisionen und brachten sogar ihr erstes Öko-Handy auf den Markt. In den Schlagzeilen aber waren andere zu finden. Apple mit dem iPhone und Google mit seinem Android-Projekt beherrschten die Szene. Dabei haben die einen im Vergleich zu Nokia bisher nur winzige Marktanteile und die anderen sind noch nicht einmal aus dem Entwicklungsstadium heraus.

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Symbian als offenes Betriebssystem

Doch jetzt wollen die Finnen offenbar zurückschlagen, wollen zeigen, wer wirklich Masse macht - und verbandeln sich dafür sogar mit der Konkurrenz. Gemeinsam mit Sony Ericsson, Motorola, NTT Docomo und weiteren Partnern will das Unternehmen ein universelles offenes Handybetriebssystem entwickeln. Eigens zu diesem Zweck will der finnische Konzern eine Stiftung, die Symbian Foundation, gründen, in der die bisher getrennt verlaufenden Entwicklungsstränge der Mitgliedsunternehmen zusammenlaufen sollen. Als Grundlage des neuen Handybetriebssystems soll Symbian dienen, jenes System, dass vor genau zehn Jahren ins Leben gerufen wurde und dessen Derivate heute auf mehr als 200 Millionen Handys unterschiedlicher Anbieter laufen. Bei Nokia hieß das beispielsweise S60, bei Sony Ericsson UIQ. verwaltet und weiterentwickelt wurde das Ganze von der britischen Symbian Limited, einem Unternehmen, an dem Nokia schon jetzt 52 Prozent der Anteile hält. Die übrigen 48 Prozent der Aktien sollen innerhalb der kommenden Monate aufgekauft werden. Insgesamt 265 Millionen Euro sind dafür eingeplant.

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In einem Jahr soll die erste Version fertig werden


Die Symbian S60-Oberfläche. (Foto: Nokia)Die Symbian S60-Oberfläche. (Foto: Nokia)Sobald der Aktientransfer abgeschlossen ist, will Nokia die Symbian Limited mit Mann und Maus an die neue Stiftung übergeben. Damit nicht genug, wird Nokia auch sein S60 in die Stiftung einbringen. Daraus, sowie aus den Software-Beiträgen der übrigen Stiftungsmitglieder, soll dann eine vereinheitlichte Softwareplattform für Handys entwickelt werden. Bis aus diesen Bausteinen ein vollständiges Betriebssystem geworden ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. In einer Pressemitteilung heißt es, die Software solle "innerhalb der nächsten zwei Jahre" veröffentlicht werden. Bis dahin wolle man aus den verschiedenen Ingredienzien ein einheitliches System backen, das mehr kann als jedes bisherige Angebot. Eine erste vollständige Plattform, verspricht Nokia, soll den Mitgliedern an jenem Tag vorliegen, an dem die Stiftung ihre Arbeit aufnimmt. Die Finnen rechnen damit, dass es in der ersten Jahreshälfte 2009 soweit sein dürfte.

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1500 Dollar Mitgliedsbeitrag


Lizenzgebühren sollen den Herstellern, die sich der neuen Software bedienen, nicht in Rechnung gestellt werden. Stattdessen ist geplant, das neue System unter der sogenannten Eclipse Public License (EPL) zu vertreiben, die eine kostenlose Nutzung erlaubt. Die einzige Bedingung ist, dass die entsprechenden Hersteller sich der Symbian Foundation anschließen. Der dafür fällige Mitgliedsbeitrag ist mit 1500 Dollar pro Jahr allerdings ausgesprochen niedrig angesetzt. Welches Ziel der Marktführer mit diesem drastischen Schritt verfolgt, macht Symbian-Chef Nigel Clifford klar: "Unser Ziel ist es, die am häufigsten verwendete Softwareplattform des Planeten zu werden." Schon heute, so Clifford, sei Symbian in jeder Hinsicht Marktführer. Doch diese Position sieht man durch den enormen Zuspruch, den Googles Android erfährt, sowie durch das rege Interesse an Apples iPhone wohl bedroht. Ohne diese Auslöser wäre wohl kaum jemand in Nokias Hauptquartier auf die Idee gekommen, ausgerechnet die Kronjuwelen des Unternehmens, das Betriebssystem, jedermann kostenlos verfügbar zu machen.

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Vorteile für die Anwender


Uns Anwendern freilich kann das herzlich egal sein. Für uns bringt Nokias Vorstoß nur Vorteile. Dies vor allem, weil es bedeuten könnte, dass künftig nur noch drei Systeme - Android, OS X und Symbian - den Handymarkt beherrschen werden. Hat man sich einmal für eines davon entschieden, kann man munter zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller wechseln, ohne sich umgewöhnen zu müssen, da die Benutzerführung vereinheitlicht sein wird. Eine Ausnahme bildet hier nur Apple, denn das iPhone wird es wohl auch künftig nur von einem Hersteller geben. Zudem wird es mehr und bessere Software für Handys geben, weil Entwickler ihre Programme nicht mehr an unterschiedliche Modelle anpassen müssen. So wäre mehr Zeit für die Optimierung der Software übrig. Und schließlich kann man sich auf spannende neue Handys freuen. Denn auch den Handy-Herstellern dürfte darüber ein Stein vom Herzen fallen, dass sie künftig nur noch wenig Ressourcen in Entwicklung und Anpassung eines Betriebssystems investieren müssen und sich stattdessen mehr auf die Hardwareentwicklung konzentrieren können.


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