Startseite
Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone & Tablet PC >

Handy-Trends: Das Gute-Laune-Handy

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Selbsthilfe  

Das Gute-Laune-Handy

14.07.2008, 15:58 Uhr | Matthias Kremp, Spiegel Online

Wird das Handy der Zukunft zum Psychologen-Ersatz? (Foto: imago)Wird das Handy der Zukunft zum Psychologen-Ersatz? (Foto: imago) Man soll damit telefonieren, SMS verschicken und zwischendurch Beziehungen kitten: Das Handy der Zukunft wird womöglich mehr können als man sich heute vorstellen kann. Eine US-Forscherin arbeitet bereits an einem mobilen Psychologen-Ersatz.

#

iPhone 3G und Co: Warum die Top-Nachfolgermodelle besser sind
Handy-Designs:

#

#

Handy statt Eheberater?

Margaret Morris lächelt zufrieden. "In mindestens einem Fall", erklärt die junge Frau, "hat diese Lösung geholfen eine Beziehung zu kitten". Die Rede ist nicht von einer Selbsthilfegruppe oder einer neuen Eheberatung, sondern von einem Handy. Einem Handy allerdings, dessen Software die Forscherin selbst entwickelt hat.

Psychologin macht das Handy fit

Und das ist erstmal ungewöhnlich. Denn Margaret Morris ist keine Softwarespezialistin und auch keine Handy-Entwicklerin, sie ist klinische Psychologin. Ihr Schreibtisch aber steht nicht in einer Arztpraxis oder Universität. Stattdessen liegt ihr Büro im Intel-Hauptquartier im kalifornischen Santa Clara. Morris ist Teil der sogenannten Digital Health Group des Chipherstellers, einer Forschungsabteilung, die nach Wegen sucht, Digitaltechnik für medizinische Zwecke nutzbar zu machen - und dem Unternehmen auf diese Weise neue Märkte zu erschließen.

"Handtaschen-Psychologe" trainiert emotionale Intelligenz

Ihre Handy-Eigenentwicklung bezeichnet Morris als "Handtaschen-Psychologen". Im Grunde, handele es sich dabei um "eine Möglichkeit Technologie zu nutzen, um die Emotionale Intelligenz der Leute zu trainieren." Es gehe dabei in erster Linie darum, "sich seiner selbst bewusst zu werden", erklärt Morris. Das Psycho-Handy soll gestressten Menschen helfen die Ursachen für Aufregung und Ärger zu erkennen - und sofort zu beseitigen.

Fehleinschätzung und Selbsttäuschung

Das Problem, so Morris, sei, dass die Schulmedizin sich viel zu sehr darauf konzentriert Krankheiten erst dann zu behandeln, wenn sie bereits ein chronisches Stadium erreicht haben. In den USA beispielsweise leiden etwa fünf Millionen Menschen an Herzfehlern, die oft durch regelmäßigen Stress und Ärger ausgelöst werden. Für die Behandlung dieser Patienten müssen 21 Milliarden Dollar aufgewendet werden.

Handysoftware soll Selbsttäuschung verhindern

Ein substantieller Teil dieser Summen könnte gespart werden, glaubt Morris, könnte man Symptome, die auf beginnende chronische Erkrankungen hinweisen, frühzeitig erkennen. Auf diese Weise hätte man die Möglichkeit, sie zu behandeln, noch bevor sich das eigentliche Krankheitsbild zeigt. Der Grund weshalb so viel Menschen Krankheiten verschleppen, sei, dass sie erste Anzeichen nicht ernst nehmen, sie verdrängten oder davon ausgingen, die Beschwerden würden sich schon wieder legen. Diese Fehleinschätzung und Selbsttäuschung soll Morris' Handysoftware verhindern.

Mobil-Therapeut mit Panik-Knopf

Noch allerdings erfordert das einige Interaktion durch den Anwender. In regelmäßigen Abständen fordert das Handy durch akustische Signale dazu auf, man solle seinen Gemütszustand einschätzen. Dazu wird auf dem Display ein Koordinatensystem eingeblendet, dass eine Einordnung zwischen negativer und positiver Stimmung sowie zwischen Gelassenheit und starker Erregung ermöglicht. Je nachdem wie man gerade gestimmt ist, tippt man auf einen entsprechenden Punkt im Koordinatenkreuz. Regt man sich zwischen zwei solchen Abfragen über irgendetwas auf, gilt es den "Panik"-Knopf zu drücken.

#

#

Atemübung gehört zum Standardrepertoire

Die Software mutiert in einem solchen Fall zum Mobil-Therapeuten, hilft ihrem Anwender, sich wieder zu beruhigen, Puls und Blutdruck zu senken. Mit Hightech hat dieser Teil der Anwendung freilich nichts zu tun. Die Mittel mit denen das geschehen soll sind so einfach, wie man es sich nur vorstellen kann. Zum Standardrepertoire gehört beispielsweise eine Atemübung, bei der Bildschirmsymbole vorgeben, wann man ein- und ausatmen soll. Eine andere Variante sieht vor, dass dem Anwender positive Bilder, etwa vom Freund, der Freundin oder der Familie angezeigt werden.

Stressfaktoren erkennen

Klingt alles ziemlich schlicht, soll aber funktionieren. Zumindest in jenem einen Fall, den Mrs. Morris als Fallbeispiel nennt. Hier hatte ein Mann unter zunehmendem Stress, Unzufriedenheit und schließlich auch körperlichen Problemen zu leiden, sah sogar seine Ehe gefährdet. Erst durch die kontinuierliche Analyse der Handysoftware, wie sich sein Gemütszustand über den Tag veränderte wurde er sich bewusst, dass er immer dann gegen Feierabend schlechte Laune bekam, die noch schlimmer wurde, wenn er von der Arbeit nach Hause fuhr.

Gemütszustand wird kontinuierlich protokolliert

Wie sich herausstellte, übergab ihm seine Frau stets gleich nach dem Heimkommen den gemeinsamen Sohn, um den er sich dann bis zum Zubettbringen kümmern hatte. Offensichtlich belastete ihn die Aussicht, sich nach einem langen Arbeitstag seine väterlichen Pflichten übernehmen zu müssen derart, dass er schon genervt und schlecht gelaunt zu Hause ankam. Mittlerweile hat Margaret Morris beide Ehepartner mit ihrem digitalen Psychotherapeuten ausgestattet. So können sowohl die Ehefrau als auch ihr Mann kontinuierlich ihren Gemütszustand protokollieren - und schlechter Laune sofort entgegenwirken. Ihre Ehe, so geben es die Partner unabhängig voneinander an, sei wohl durch das Gute-Laune-Handy gerettet worden. Doch bisher sind die beiden wiedervereinten Eheleute noch ein Einzelfall. Vorerst werde das Gerät wohl ein Forschungsprojekt bleiben, erklärt Margaret Morris und lächelt. Sie jedenfalls, scheint auch ohne Therapie-Software gute Laune zu haben.

#

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Historischer Panzer fährt nach 70 Jahren wieder

Mit großer Not startet der 520-PS-starke Motor zu neuem Leben. Video


Shopping
Shopping
Multimedia-Sale: Technik- artikel stark reduziert

Jetzt zuschlagen: Fernseher, Notebooks, Beamer, Navis u. v. m. zu Toppreisen. bei OTTO

Shopping
Voll im Trend und garantiert keine kalten Füße mehr

Kuschelige weich und warm gefüttert, Boots für gemütliche Tage zuhause. bei BAUR

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de

Anzeige
shopping-portal