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USA: Handys sollen Lokalzeitungen retten

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Handys sollen Lokalzeitungen retten

11.08.2008, 14:09 Uhr | Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler, Spiegel Online

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Gebrauchte iPhone von T-Mobile mit Garantie (Montage: t-online.de)iPhone 3GS (Montage: t-online.de)Eine US-Firma verspricht den gebeutelten lokalen Tageszeitungen den Ausweg aus der digitalen Krise, indem sie Inhalte und Werbung aufs Handy-Display bringt. Inzwischen nutzen schon annähernd 4000 US-Zeitungen den Dienst.

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Gedrucktes unter Druck

Gedruckte Magazine und Zeitungen sind in den vergangenen zehn Jahren durch digitale Medien - allen voran das Internet - unter starken Druck geraten. Insbesondere für Lokal- und Regionalzeitungen sind die digitalen Kanäle inzwischen oft existenzbedrohend - zumal überregionale Anbieter wie Craigslist oder Google längst zum Sturm auch auf den regionalen Werbemarkt geblasen haben. Und die Probleme dürften zukünftig noch zunehmen, denn gerade jüngere Leser wenden sich scharenweise von lokalen Tageszeitungen ab.

Schon 4000 Zeitungen dabei

Eine US-Firma, die von Lokalzeitungsmachern gegründet wurde, verspricht der geplagten Branche inzwischen aber immerhin einen Hoffnungsschimmer. Die Lösung des Zeitungsdebakels liegt laut Verve Wireless dabei auf dem sogenannten "vierten Bildschirm", dem Handy-Display. Jedenfalls nutzen heute schon bereits annähernd 4000 Lokalzeitungen den Service des Start-ups, um ihre Inhalte Mobiltelefon-gerecht aufzubereiten und zu vermarkten.

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Mobile Anzeigen

Verve Wireless wurde 2005 von Tom Kenney und dem Pulitzerpreisträger Art Howe gegründet, der selbst rund 50 Lokalzeitungen herausgibt. Im Mai dieses Jahres hat das Unternehmen seine zweite Finanzierungsrunde abgeschlossen, bei der es insgesamt drei Millionen Dollar Kapital einsammeln konnte. Der größte Investor ist dabei die Nachrichtenagentur Associated Press (AP), deren Eigentümer wiederum vor allem lokale US-Zeitungen sind.

Software wandelt Inhalte um

Allein aus dem AP-Netzwerk nutzen inzwischen mehr als 700 Lokalzeitungen die Verve-Wireless-Dienste. Neben unabhängigen Verlagen kommen weitere Kunden unter anderem von der New York Times Regional Media Group. Der Erfolg des Dienstes beruht zunächst auf einer eingängigen, Web-basierten Software, mit der die Zeitungsinhalte für Handy-Displays formatiert werden können. Neben mobilen Internetseiten können mit dem Dienst auch SMS-Schlagzeilen oder Galerien speziell für Apples iPhone generiert werden.

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Mobiltelefone direkter als das Web

"Handys sind eigentlich sogar besser geeignet, um Menschen direkt zu erreichen, als Papier oder auch das Internet," gab sich Art Howe unlängst gegenüber der "New York Times" von seinem Konzept überzeugt: "Mobiltelefone sind schließlich per Definition beweglich, außerdem erlauben sie einen direkten Zugang, den nicht einmal das Web bieten kann - jedenfalls wenn die Angebote richtig gemacht sind."

Lokale Werbung

Finanzieren sollen sich die Tageszeitungsinhalte, die via Verve Wireless aufs Handy kommen, wie gehabt über Werbung. Dabei sollen sich die Kompetenzen der Lokalzeitungen bei der gezielten Anzeigenakquise mit der ortsabhängigen Auslieferung der Werbeschaltungen ergänzen. Und auch wenn Verve Wireless noch keine Zahlen zu den erzielten Werbeeinahmen vorlegt, hören sich die Argumente zunächst überzeugend an - schließlich setzen auch Google und Co. auf den mobilen Werbekuchen, nur dass diesen Online-Werbefirmen die Erfahrung in der lokalen Vermarktung fehlt.

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