Startseite
Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone & Tablet PC >

Öko-Handys aus Biokunststoff sind umweltschädlicher als Erdölprodukte

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Öko-Handys aus Biokunststoff sind umweltschädlicher als Erdölprodukte

15.10.2008, 14:46 Uhr

#

Nokias Öko-Handy 3110 Evolve (Foto: Nokia)Nokias Öko-Handy 3110 Evolve (Foto: Nokia) Grün ist der Weg, der die Handyhersteller in die Zukunft führen soll. Gerne schmücken sich die Unternehmen mit dem Umweltschutz-Image und präsentieren Handys wie das Nokia 3110 Evolve, das Samsung E200 oder Sony Ericssons Handykonzept Green Heart. Sie bestehen aus erneuerbaren Rohstoffen und sollen die Umwelt weniger belasten, weniger Müll erzeugen und bei der Herstellung weniger CO2 verbrauchen. Experten bezweifeln allerdings die von den Handyherstellern vorgelegten Umweltbilanzen.

#

#

Experte spricht von "Schönrechnerei"

Samsung beispielsweise rechnet vor, dass die Herstellung einer Tonne Biokunstoff aus Maisstärke im Vergleich zu herkömmlichen Kunststoff 2 Tonnen Kohlendioxid einspart. Für Wolfgang Beier, Spezialist für Abfallwirtschaft beim Umweltbundesamt, ist das Schönrechnerei. Wie er der Tageszeitung "Die Welt" erklärt, habe bislang noch keiner eine einwandfreie Ökobilanz vorgelegt, die allen Anforderungen und Normen genüge.

#

Handy-Ratgeber:
Handy-Aufladung:

Ökorechnungen beziehen nicht alle Faktoren mit ein

Kaum ein Unternehmen beziehe alle Faktoren in seine selbsterstellten Ökorechnungen mit ein. Dazu gehören der Verbrauch an Anbauflächen für die Rohstoffe des Biokunststoffs, wie Mais, Kartoffeln oder Zuckerrüben. Außerdem die Bewässerung, Pestizide, Düngung und der Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen sowie der Transport nach Europa.

Fermentierung zu Kunststoff benötigt zu viel Energie

Auch die Produktion des Kunststoffs soll bei weitem nicht so ökologisch sein, wie von den Handyherstellern propagiert. Die Fermentierung von Zucker oder Stärke durch spezielle Bakterien zu Kunststoff benötige noch zuviel Energie erläutert Reinhard Kleinert, Leiter des von Siemens und BASF gegründeten Biotech-Projektes BioFun der Welt. Für den Prozess werden Strom und Dampf benötigt, deren Erzeugung fast zwangsläufig Emissionen nach sich zieht.

#

#

Beier rät zu herkömmlichen Kunststoffen

Rein rechnerisch wären Kohlendioxid-Einsparungen möglich, allerdings nur wenn Ökostrom verwendet würde. Die Entsorgung sei fast ebenso energieintensiv. Um den Zerfall von Biokunststoff zu beschleunigen, müsse er erhitzt werden. Von alleine zerfallen die Kunststoffe nicht oder nur sehr langsam. Beier sieht das Material daher eher skeptisch und rät Unternehmen eher zu herkömmlichen Kunststoffen. Damit mache man derzeit nichts falsch.

#

  • Mehr zu den Themen:
  • Handy
Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Ab 6 Uhr können Sie hier wieder wie gewohnt diskutieren. Wir danken für Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Dumme Idee 
Sprung auf Hai zeugt nicht gerade von Intelligenz

Diese Aktion hätte auch gerne in die Hose gehen können. Video



Anzeige
shopping-portal