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HandleEasy 330gsm: Einfach Telefonieren - was will man mehr?

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Einfach Telefonieren - was will man mehr?

13.11.2008, 13:07 Uhr | Spiegel Online

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Simpel-Handy HandleEasy 330gsm (Foto: doro-mobile.com)Simpel-Handy HandleEasy 330gsm (Foto: doro-mobile.com) Von Matthias Kremp

Darf es etwas weniger sein? Das HandleEasy 330gsm erfüllt den Traum vieler Technik-Verweigerer: Statt mit Touchscreen und MP3 zu protzen, glänzt es mit Selbstbeschränkung. Telefonieren kann man damit, aber auch nicht viel mehr - die Kunden finden das prima.

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Herrlich simples Display mit Riesenziffern

Die spontane Reaktion ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: "So eins will ich haben." Friedrich brauchte nicht einmal eine Minute für seine Entscheidung. Das weiße Mobiltelefon mit den großen Tasten hatte ihn sofort überzeugt. Nach technischen Daten oder Fähigkeiten des doro HandleEasy 330gsm hatte er gar nicht gefragt. War aber offenbar auch gar nicht so wichtig. Wichtig waren nur die übergroßen Tasten und das herrlich simple Display, auf dem Telefonnummern in Übergröße dargestellt werden.

Am iPhone schnell das Interesse verloren

Auf so etwas hatte Friedrich offenbar schon lange gewartet. Und was hatte er nicht schon alles ausprobiert: Mit Siemens-Handys war er eigentlich ganz zufrieden gewesen, als es die noch gab. Motorola hatte ihn nicht überzeugen können und Nokia hat er nie ausprobiert. Das iPhone hatte er sich interessiert vorführen lassen, aber schnell wieder das Interesse daran verloren.

Nur telefonieren und erreichbar sein

Wozu sollte man unterwegs seine E-Mails abfragen wollen? Und mit einer virtuellen Tastatur hätte er sich sowieso nie anfreunden können. Sein aktuelles Handy erwarb er bei einem fliegenden Händler auf dem Wochenmarkt. Das war günstig, forderte aber schon nach kurzer Zeit einen Austausch-Akku ein. Und so richtig glücklich war er auch damit nicht. Immer noch zu kompliziert und vor allem alles viel zu klein, so lautet sein Urteil. Eigentlich will er mit einem Handy doch nur telefonieren und erreichbar sein. So wie es alle wollten, als Mobiltelefone Mitte der neunziger Jahre bezahlbar wurden, aber auch kaum mehr als die Telefon-Grundfunktionen beherrschten.

"Für alle, die Spielkram satt haben"

Mittlerweile aber kann man mit dem Handy unterwegs kostenfrei online gehen, seine Mails checken und Familienfeste fotografieren. Aber das will Friedrich gar nicht. Denn Mails liest er lieber in Ruhe zu Hause am Computer und Fotos macht er mit seiner Kamera - digital, ist doch klar.

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Kein reines Senioren-Handy

Hatte ich erwähnt, das Friedrich 70 Jahre alt ist? Für Leute wie ihn ein wirklich passendes Handy zu finden, ist eine schwer zu meisternde Aufgabe, die mit dem doro HandleEasy 330gsm gelöst werden kann - sagt zumindest der Hersteller. Als reines Seniorenhandy will man das Gerät aber nicht verstanden wissen. Vielmehr sei es "für alle diejenigen, die den Spielkram bei gängigen Handys einfach satt haben."

UKW statt MP3

Und tatsächlich strahlt das Einfach-Handy einen ganz anderen Charme aus, als die Hightech-Exponate, die man sonst in den Handygeschäften sieht. Statt ans iPhone fühlt man sich eher an einen Taschenrechner der frühen Siebziger erinnert. Ein Drehrad an der Seite hilft beim Navigieren durch die wenigen Menüs. Ein Taster neben dem Display ruft das eingebaute UKW-Radio auf, das als Ersatz für einen MP3-Player herhalten muss.

Notruftaste und Taschenlampe

Zwei Tasten aber sind an dem HandyEasy vorhanden, die man sonst an kaum einem Handy finden wird. Das ist zum einen die rote Notruftaste. Hält man diese für ein paar Sekunden gedrückt, wird sofort eine zuvor festgelegte Nummer gewählt. Ob das die Durchwahl der Schwiegertochter ist oder doch besser die Feuerwehr, kann man selbst einstellen. Noch ungewöhnlicher ist jedoch die mit einem Glühbirnensymbol versehene Taste. Sie Schaltet das integrierte Taschenlämpchen ein - falls man mal das Schlüsselloch nicht findet.

Fasse Dich kurz, auch beim Namen

Damit man auch ja keinen Anruf verpasst, lässt sich die Lautstärke der Klingeltöne auf bis zu 77 Dezibel einstellen. Sollte bei einem derart justierten Telefon einmal jemand anrufen, wenn man gerade in Bus oder Bahn unterwegs ist, kann man sich der Aufmerksamkeit aller Mitreisenden sicher sein. Über die Klingeltöne selbst kann man geteilter Ansicht sein. Altbacken wäre wohl eine treffende Beschreibung. Und altbacken ist auch die SMS-Funktion. Auf Eingabehilfen wie T9 verzichtet das Gerät ganz und selbst eine Rückschritt-Funktion zum Löschen fehlerhafter Eingaben ist nicht zu finden.

Prima Display

Das Display allerdings ist prima - solange man senkrecht draufschaut. Der Kontrast ist gut, die Farben strahlend. Seitlich betrachtet allerdings ist davon nichts mehr zu spüren. Schon bei kleinen Betrachtungswinkeln ist der Bildschirm kaum noch ablesbar. Zudem fordert die große Schrift, die das Gerät verwendet, ihren Tribut. Im Telefonbuch etwa passen nicht mehr als 13 Zeichen nebeneinander. Wer Leute kennt, die längere Namen haben, muss beim durchblättern Geduld mitbringen, der jeweils oberste Eintrag läuft dann wie eine Leuchtschrift durchs Display. Ansonsten sollte man sich angewöhnen, sich an den Vornamen zu orientieren.

Handarbeit ist gefragt

Und das ist durchaus praktikabel, denn viele Nummern kann man ohnehin nicht im Speicher des Geräts ablegen. Für 100 Einträge bietet das Telefonbuch Platz. Was darüber hinausgeht, muss auf der Sim-Karte gesichert werden. Eine Erweiterungsmöglichkeit, etwa per Speicherkarte, gibt es nicht. Ebenso wenig ist eine Möglichkeit vorgesehen, das HandleEasy mit einem PC zu verbinden. Bluetooth, W-Lan und USB haben die Entwickler großzügig ausgelassen. Auch deshalb muss man alle oft benötigten Telefonnummern zunächst einmal von Hand in das Adressbuch eingeben.

Nicht gerade ein Schnäppchen

Das aber verlängert immerhin die Zeit, die man mit dem Gerät verbringt, und das ist gut so. Denn mit einem Preis von 130 Euro, den der deutsche Vertrieb IVS verlangt, ist das HandleEasy 330gsm angesichts seines Funktionsumfangs nicht gerade ein Schnäppchen. Mobiltelefone, die mehr können, gibt es tatsächlich günstiger. Aber die können für Friedrich ja viel zu viel. Und gerade deshalb wird er vielleicht tatsächlich einmal etwas tiefer in die Tasche greifen, um im Gegenzug etwas weniger zu bekommen. Hauptsache, es gefällt ihm.

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