Startseite
Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone & Tablet PC >

Mobilfunk: Das erste WiMax-Handy geht nach Russland

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Das erste WiMax-Handy geht nach Russland

14.11.2008, 17:20 Uhr | mak (Spiegel Online), Spiegel Online

#

Das Max 4G ist das erste Wimax-Handy. (Foto: HTC)Das Max 4G ist das erste Wimax-Handy. (Foto: HTC) Unterwegs schöner, schneller Surfen und außerdem billiger telefonieren: Die Mobilfunktechnologie WiMax soll Datenreisenden das Leben leichter machen. Jetzt wurde das erste Handy vorgestellt, das die neuen Netze nutzen kann - in Russland.

#

Handy-Ratgeber:
Handy-Aufladung:

#

#

Nischendasein vorbei

Bisher führte die Drahtlos-Technik WiMax ein Nischendasein. In Deutschland wird sie in einigen Regionen und Städten als kabelloser DSL-Ersatz angeboten, im Rest der Welt gibt es Pilotprojekte und lokal begrenzte kommerzielle Angebote. In Russland aber gibt es einen Anbieter, der schon jetzt etliche Millionen Menschen per WiMax versorgen kann. Bisher allerdings nur mit Internet-Diensten. Mobiles Telefonieren war über das schnelle Datennetz bislang nicht möglich, weil es keine passenden Handys gab - das hat sich jetzt geändert.

HTC hat bei WiMax die Nase vorn

Der taiwanesische Hersteller HTC bezeichnet sein gestern vorgestelltes Modell Max 4G als "das erste integrierte GSM/WiMax-Handy auf dem Markt". Damit widerlegt der Konzern Gerüchte, wonach das russische Designbüro Art Lebedev womöglich das erste WiMax-Mobiltelefon herausbringen könnte.

Annähernd iPhone-Maße

Von außen jedenfalls sieht das Max 4G so aus, wie man sich ein modernes Highend-Mobiltelefon vorstellt: Großer Touchscreen, kaum Knöpfe. Die Auflösung des Bildschirms beträgt 800 mal 480 Pixel, das Gewicht wird mit 151 Gramm angegeben. Das sind annähernd iPhone-Maße, und doch ist dieses Gerät ganz anders.

Voice over IP statt statt UMTS

Denn mit normalen Mobilfunknetzen verbindet sich das Max 4G per GSM. Übliche Datenübertragungstechniken wie UMTS, HSDPA oder EDGE beherrscht es nicht. Im WiMax-Netz des russischen Mobilfunkanbieters Scartel aber läuft es zu voller Form auf. Dann nämlich werden Telefonate nicht mehr per GSM, sondern per Web-Telefonie, also VoIP (Voice over IP), geführt. Allerdings nur, wenn beide Gesprächspartner ein WiMax-Telefon benutzen. Das ist neu und das hat es bisher noch nicht gegeben.

#

#

So schnell wie DSL

Richtig spannend wird es aber erst, wenn man die Datenfunktionen des neuen Handys nutzt. Konkrete Angaben über mögliche Datenübertragungsraten bleiben Hersteller und Netzanbieter zwar schuldig, aber üblicherweise können WiMax-Netze zwischen 1 und 3 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) übertragen. Eine Geschwindigkeit, die durchaus mit DSL mithalten kann.

Neun TV-Kanäle auf einmal anschauen

Und als genau das, nämlich einen mobilen DSL-Ersatz, positioniert der russische Anbieter sein Netz auch. Mit den Max 4G soll man Online-Spiele nutzen, Stadtpläne laden und Dateien tauschen können. Vor allem aber soll das Gerät als tragbares TV-Terminal dienen. 14 Fernsehsender sind bereits jetzt im WiMax-Netz verfügbar, bis zum Jahresende sollen es 23 werden. Jeweils neun davon zeitgleich soll das Handy als Übersicht darstellen können, aus denen man sich dann jenen aussucht, den man tatsächlich ansehen will. Über einen TV-Ausgang soll das Gerät gar als TV-Tuner für Zuhause taugen.

Eine mögliche Lösung für ländliche Gemeinden

Um das nutzen zu können, muss man sein Zuhause allerdings entweder in Moskau oder in St. Petersburg haben. Diese beiden Städte hat Scartels WiMax-Ableger Yota bereits weitgehend flächendeckend mit WiMax-Netzen überzogen. Immerhin 15 Millionen Menschen werden so erreicht.

WiMax

Die WiMax-Technologie umfasst mehrere Standards zu Datenübertragung auf verschiedenen Funkfrequenzen. Manche WiMax-Standards brauchen eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger, bei anderen können die Signale auch Mauern durchdringen. Bei Tests soll WiMax schon Datentransferraten von mehr als 100 Mbit/s erreicht haben. Hermann Lipfert, Experte für Drahtlosnetze beim Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT) schätzt, dass in einer regulären WiMax-Funkzelle Tranferraten von 50 Mbit/s realistisch sind - unter idealen Bedingungen und bei Anwendung aller derzeit zur Verfügung stehenden technischen Tricks. Diese Bandbreite müssten sich dann wie bei UMTS alle Nutzer teilen, die in der jeweiligen Funkzelle online sind.

Erscheinen in Deutschland fraglich

Darüber, ob oder wann es das WiMax-Handy auch in Deutschland zu kaufen geben wird, gibt es bisher keine Angaben. Mit 5-Megapixel Digicam, Bluetooth, W-Lan und Windows Mobile 6.1 würde es sicher auch hier, zumindest in per WiMax versorgten Gebieten, einige Freunde finden. Vor allem in ländlichen Gegenden, die nicht mit 3G-Techniken wie UMTS und HSDPA versorgt werden, könnten solche Geräte in Kombination mit WiMax endlich eine mobile Datennutzung ermöglichen. Denn verglichen mit UMTS liegt die Reichweite von WiMax-Netzen weit höher. In Versuchen wurden schon bis zu 50 Kilometer überbrückt.

#

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Kaum zu glauben, wie der Hund den Zaun überwindet

Der Vierbeiner findet einen cleveren Weg, um zu seinen Freunden zu gelangen. Video



Anzeige
shopping-portal