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Intergalaktischer SMS-Dienst: Nach Hause simsen

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Intergalaktischer SMS-Dienst: Nach Hause simsen

29.12.2008, 13:55 Uhr | Sascha Koesch / Fee Magdanz / Robert Stadler , Spiegel Online

"Nach Hause", hauchte 1982 mit rauchig-sehnsuchtsvoller Stimme unser aller Lieblings-Alien E.T., "telefonieren". Heute könnte er das billiger haben: Eine britische Firma bietet kostenlose SMS ins Weltall an, die von der British Telecom mittels beeindruckender Satellitentechnik verschickt werden.

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"Nach Hause telefonieren" wollte der sympathische Alien ET schon 1982. (Foto: Allstar)"Nach Hause telefonieren" wollte der sympathische Alien ET schon 1982. (Foto: Allstar) Eigentlich war der skurrile Service als romantische Alternative zur Postkarte gedacht. Inzwischen jedoch wurde die Weltall-SMS auch von Alien-Gläubigen entdeckt. Man könnte die Firma SentForever.com als ersten intergalaktischen Kommunikationsdienstleister bezeichnen. Immerhin bieten die Briten eine Art SMS-Service an, mit dem jeder Internet-Nutzer kostenlos Kurznachrichten ins Weltall schicken kann. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass SentForever.com wirklich nur den Versand der Textnachrichten garantiert. Ob diese auch wie gewünscht bei Aliens ankommen, bleibt eine Glaubensfrage des Absenders. Und die Frage, mit welchem Gerät man die Antwort-SMS empfangen könnte, ist erst recht völlig ungeklärt.

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Versand mit der British Telecom

Aber diese Details können Menschen, die von der Existenz außerirdischen Lebens wirklich überzeugt sind, nicht davon abhalten, Nachrichten abzusetzen: Alles, was man dazu braucht, ist eine funktioniere E-Mail-Adresse für die Anmeldung bei SentForever.com. Als registrierter Nutzer muss man seine Alien-SMS dann nur noch ins Web-Formular tippen. Die außerirdischen Grüße werden von dort auf die Lizard-Halbinsel in Cornwall geleitet, wo sich die größte Satellitenanlage der Welt befindet. Hier sorgt dann die British Telecom für den fachgerechten Versand der Nachrichten in die Tiefen des Alls.

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Beschäftigung fürs Technikmuseum

Der Satelliten-Park in Cornwall heißt Goonhilly Earth Station und besteht aus 61 Antennen, darunter ist auch die erste in Schüsselform gebaute. Diese wurde 1962 in Betrieb genommen und hat eine beeindruckende Betonschale mit 25 Metern Durchmesser. Die stolze Satellitenanlage hat ihre besten Tage allerdings schon lange hinter sich. Seitdem leistungsfähige Glasfasernetze die Welt umspannen, bleiben der Satelliten-Kommunikation nämlich immer weniger Aufgaben. Welchen Bedeutungsschwund die Satellitentechnik erlebt hat, wird am Beispiel der Goonhilly Earth Station besonders deutlich. Zum Jahresende wird der kommerzielle Betrieb eingestellt und die Anlage endgültig zu einem gigantischen Technikmuseum umgewidmet. Schon zieht lockt Goonhilly mit Ausstellungen und Attraktionen wie dem "schnellsten Internet-Café der Welt" jährlich rund 80.000 Besucher an. Um zukünftig noch mehr Neugierige anzulocken, dürfte der Versand von Alien-SMS also genau zur rechten Zeit kommen.

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Mit Satellitentechnik ins All simsen. (Foto. imago)Mit Satellitentechnik ins All simsen. (Foto. imago)

Das versendet sich

Wie der Versand der Alien-SMS technisch genau vonstatten geht, scheint unterdessen keine relevante Rolle zu spielen. Jedenfalls halten sich British Telecom und SentForever.com zu technischen Details bedeckt. Laut dem intergalaktischen SMS-Provider kann man aber davon ausgehen, dass die Funksignale wirklich lange und tief in den Weltraum vordringen. Nach menschlichen Maßstäben sind die kosmischen SMS sogar unendlich lange unterwegs, auch wenn dabei die Signalintensität immer weiter abnimmt. Aber praktische Erwägungen spielen bei dem Dienst ohnehin keine zentrale Rolle, es geht vielmehr um Symbolik und Phantasie. SentForever.com wurde natürlich von zwei Marketing-Fachleuten gegründet, um eine "bedeutungsvolle" Alternative zur Grußpostkarte anzubieten: Während Postkarten oft nur flüchtig wahrgenommen werden, sollen die ins All gefunkten Botschaften noch "unterwegs" sein, wenn Absender und Empfänger schon lange gestorben sind - das schlägt die über Monate mäandernde Grußkarte aus Mallorca dann wirklich um Lichtjahre. Dass letzterer nie erfährt, wie die Nachricht nun lautet, spielt angesichts des vermeintlichen Bedeutungsgewinns keine Rolle.

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Antwort in 42 Jahren?

Das Geschäftsmodell des Start-ups folgt unterdessen dem üblichen Internet-Schema: Der Gratis-Versand der Nachrichten soll potentielle Kunden auf den kostenpflichtigen Premium-Die0nst aufmerksam machen. Dieser besteht aus amtlich gestalteten Versandbestätigungen, die ausgerechnet per Briefpost an Sender und Empfänger der intergalaktischen SMS verschickt werden. Ob es tatsächlich Menschen gibt, die dafür 9,95 Pfund zahlen, sei dahingestellt. Fest steht, dass Alien-Gläubige SentForever.com für sich entdeckt haben, und natürlich hoffen diese nicht auf eine "ewige Zustellung". Die Chancen für einen erfolgreichen Empfang auf dem Alien-Handy werden jetzt sogar durch die Ausrichtung der Sendeschüsseln auf besonders lebensfreundliche Planeten wie Gliese 581C gezielt erhöht. Der gehört zur unmittelbaren kosmischen Nachbarschaft, was die Sache doppelt reizvoll macht: Im Idealfall wäre schon innerhalb der nächsten 42 Jahre mit einer Antwort zu rechnen.
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