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Diabetes: Blutzuckerspiegel misst man bald mit dem Handy

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Blutzucker messen per Handy

08.09.2009, 13:59 Uhr

So sah Blutzuckermessung bis jetzt aus. (Foto: imago)So sah Blutzuckermessung bis jetzt aus. (Foto: imago) "Diabetes ist kein Zuckerschlecken" - doch der Verzicht auf Zucker ist für die Betroffenen ohnehin meist das geringste Problem: Hinzu kommen Symptome wie Stoffwechselstörungen, häufige Müdigkeit oder sogar Organ-Schäden. Auch das Abzählen von Broteinheiten, das Spritzen von Insulin und das Messen des Blutzuckerspiegels sind alles andere als angenehm. Zumindest Letzteres könnte jedoch in Zukunft deutlich einfacher werden. Ein Kassler Start-up-Unternehmen hat ein Gerät entwickelt, das den Blutzucker messen kann, ohne auf Blut angewiesen zu sein - er soll schon bald in spezielle Handys eingebaut werden.

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Bisherige Methode lästig und fehleranfällig

Bisher setzen mobile Analysegeräte vor allem auf Teststreifen, die auf den im Blut gelösten Zucker reagieren. Zusätzlich benötigt man ein Messgerät, ein Tagebuch zum Protokollieren des Ergebnisses und nicht zuletzt eine Stechhilfe zum Entnehmen des Blutes. Doch die Ergebnisse dieser Messung können leicht verfälscht werden, etwa wenn die Hände mit Alkohol desinfiziert wurden oder Gewebeflüssigkeit zusammen mit dem Blut austritt. Zudem ist das "Pieksen" für viele Betroffene mehr als lästig. Kein Wunder, dass die Kassler Forscher um Dr. Wolfgang Köcher und Prof. Dr. Hartmut Hillmer sehr zuversichtlich sind, was die Vermarktung ihres Produktes angeht.

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So einfach ist die Messung mithilfe eines Spektrometers. (Foto: Opsolution NanoPhotonics)So einfach ist die Messung mithilfe eines Spektrometers. (Foto: Opsolution NanoPhotonics)

Die Haut verrät den Blutzuckerspiegel

"Wenn Nanoimprint und vernetzte Sensorik kombiniert werden, öffnet sich ein riesiger Markt, dann bieten sich unglaubliche Anwendungsfelder", schwärmen die Forscher, nachdem sie gestern den "4. Hessischen Kooperationspreis" entgegengenommen hatten. Das nicht-invasive Verfahren basiert auf einem Nanospektrometer. Der Prototyp hat etwa die Größe einer Briefmarke und kann daher sogar direkt in Handys eingebaut werden. Über eine optische Anregung der Haut misst das Nanospektrometer das zurückgestrahlte Licht. Diese Werte werden anschließend per Handy mit einer Datenbank verglichen. Auf diesem Server werden dann mittels komplizierter Algorithmen die tatsächlichen Blutzuckerwerte ermittelt und an den Nutzer zurückgeschickt. Derzeit arbeiten die Kassler Forscher daher eng mit Juristen zusammen, um sicherzustellen, dass das Verfahren datenschutzrechtlich einwandfrei ist.

So groß ist der Spektrometer im Moment. (Foto: Opsolution NanoPhotonics)So groß ist der Spektrometer im Moment. (Foto: Opsolution NanoPhotonics)

Nanotechnologie schrumpft Spektrometer

Die Verwendung eines Spektrometers zur Bestimmung des Blutzuckerwertes ist keinesfalls neu und in einigen Krankenhäusern bereits gängige Praxis. Auch die Kassler Forscher arbeiteten bei der Entwicklung ihres Nanospektrometers eng mit der Berliner Charité und der Uniklinik München zusammen. Die Opsolution NanoPhotonics GmbH hatte bereits ein ähnliches Gerät im Angebot, das allerdings etwa handtellergroß ist. Die größte Schwierigkeit für den Einbau in Handys war es daher, das Spektrometer zu schrumpfen. Dies gelang nicht zuletzt aufgrund der Zusammenarbeit mit dem Institut für Nanostrukturtechnologie und Analytik an der Universität Kassel unter Leitung von Prof. Dr. Hartmut Hillmer.

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Dieser Prototyp war immer noch zu groß für den Einbau in Handys. (Foto: Opsolution NanoPhotonics)Dieser Prototyp war immer noch zu groß für den Einbau in Handys. (Foto: Opsolution NanoPhotonics)

Herstellung im Reinraum

Wichtigstes Element des Nanospektrometers sind so genannte Fabry-Pérot-Filter. Diese bestimmen normalerweise bei CCD-Chips in Digitalkameras, welche Farbe auf welchen Pixel trifft. Neu ist, dass diese Filter mit Hilfe des so genannten Nanoimprint-Verfahrens hergestellt werden. Dabei kommt ein mikroskopisch kleiner Stempel zum Einsatz, der nur unter absolut sterilen Bedingungen im Reinraum hergestellt werden kann. Erst durch den Einsatz dieser Technik ist es möglich, Bauteile mit einer Auflösung anzufertigen, die unterhalb der Beugungsgrenze des Lichts liegt.

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Weltrekord: Der wohl kleinste Spektrometer der Welt. (Foto: Opsolution NanoPhotonics)Weltrekord: Der wohl kleinste Spektrometer der Welt. (Foto: Opsolution NanoPhotonics)

Riesiger Markt

Einen funktionsfähigen Prototypen hat die Opsolution NanoPhotonics GmbH bereits entwickelt. Die Suche nach Geschäftspartnern dürfte nicht allzu schwierig sein. Nach Angaben von Professor Hans Neuner von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft gibt es allein hierzulande jährlich 300.000 neue Fälle von Diabetes. Dementsprechend groß dürfte auch der Markt für eine nicht-invasive Methode zur Bestimmung des Blutzuckerwertes sein.

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