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Handy-Betriebssystem: Windows Mobile 6.5 fällt durch

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Schlappe für Microsoft - Windows Mobile 6.5 enttäuscht

10.11.2009, 11:15 Uhr

Logo des neuen Windows Mobile 6.5. (Foto: Microsoft)Logo des neuen Windows Mobile 6.5. (Foto: Microsoft)"Erst das iPhone, jetzt das Droid - wer braucht Windows?" - so beginnt ein jüngst veröffentlichter Artikels auf dem amerikanischen Fachportal C-Net. Brooke Crothers, unter anderem Redakteur beim angesehenen Asian Wall Street Journal, rechnet darin mit dem neuesten Microsoft-Betriebssystem für Handys ab. In der Tat tut sich der US-Riese in letzter Zeit sehr schwer auf dem Mobilfunk-Markt, die ersten Praxis-Tests des neuen Windows Mobile 6.5 fielen durchweg negativ aus.

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Fotoshow: 30 Handys mit Windows Mobile 6.5

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Moderne Touchscreens machen Schwierigkeiten. (Foto: HTC)Moderne Touchscreens machen Schwierigkeiten. (Foto: HTC)

Probleme mit Touchscreens

Viele der Probleme sind dabei hausgemacht, wie etwa die Steuerung von Touchscreens. Zwar beherrscht Windows Mobile seit der neuesten Version auch die Bedienung mit mehreren Fingern. In der Praxis bringt das freilich nicht viel, da es dafür noch kaum Anwendungen gibt. Zudem ist nach ersten Testberichten vom amerikanischen Technik-Blog gizmodo.com die Steuerung per Finger nach wie vor kaum möglich. Vor allem bei den Untermenüs benötigt man oft noch einen Stift, aufgrund zu kleiner Symbole. Dumm nur, dass gerade die präziseren und hochwertigeren kapazitiven Touchscreens auf kleinste Ströme der menschlichen Haut reagieren und per Stift gar nicht bedient werden können.

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Grafik-Charme aus längst vergangenen Tagen. (Foto: Microsoft)Grafik-Charme aus längst vergangenen Tagen. (Foto: Microsoft)

Design aus den 90ern

Doch nicht nur moderne Touchscreens bereiten dem Betriebssystem Probleme, Schwierigkeiten machen auch hochauflösende Displays. Da die Schriftgröße abhängig von der Anzahl der Bildpunkte ist, kommt es bei einigen Smartphones wie etwa dem Sony Ericsson XPERIA X1 zu winzig kleinen Icons. Hinzu kommt, dass das Design von Windows Mobile den Charme eines Leitz-Aktenordners versprühte. Nicht zuletzt aus diesem Grund gestalteten Hersteller wie Samsung, HTC oder Toshiba eigene Benutzeroberflächen, die den Windows Mobile-Look gewissermaßen übertünchen. Beim Startbildschirm sollte dieses Problem mit der neuen Version 6.5, die im Oktober herauskam (wir berichteten), behoben sein. Die Untermenüs haben jedoch nach wie vor den gleichen Look wie beim Vorgänger und erinnerten den gizmodo.com-Tester sogar an das seelige "Windows for Workgroups".

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Steve Ballmer bei der Präsentation von Windows Mobile 6.5. (Foto: reuters)Steve Ballmer bei der Präsentation von Windows Mobile 6.5. (Foto: reuters)

Warten auf Windows 7

Dabei liegt er gar nicht so falsch: Schließlich basiert Windows Mobile 6.5 auf der gleichen Windows CE Version (5.2) wie schon die Vorgänger 6.0 und 6.1. Dieser Umstand macht es den Programmierern extrem schwer, wirkliche Neuerungen oder Verbesserungen durchzuführen. Kein Wunder also, dass auch Windows Mobile 6.5 keine Performance-Wunder vollbringen kann. Selbst Steve Ballmer soll Zweifel an der Konkurrenzfähigkeit des Betriebssystems haben. Ende letzten Jahres musste der CEO von Microsoft zähneknirschend zugeben, dass das heiß ersehnte Windows Mobile 7 erst 2010 auf den Markt kommt. Windows Mobile 6.5 sollte bis dahin eine Art Übergangslösung schaffen. Ob Windows Mobile 7 noch rechtzeitig kommt, muss sich freilich noch zeigen. Nach einer Erhebungen der Marktforscher von Canalys ist der Anteil von Windows Mobile bei Smartphone-Betriebssystemen im zweiten Quartal 2009 auf 9 Prozent gesunken - der tiefste Wert seit 2002.

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Fotoshow: 30 Handys mit Windows Mobile 6.5

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Vorbild für die Handy-Branche: Der App-Store von Apple. (Foto: Apple)Vorbild für die Handy-Branche: Der App-Store von Apple. (Foto: Apple)

Marketplace mit kleinem Angebot

Schwere Versäumnisse muss sich Microsoft auch beim Thema Handy-Software gefallen lassen. Vor allem Apple verdient schon längst hunderte Millionen bei diesem Geschäft und macht mit einem riesigen Angebot gleichzeitig seine Handys attraktiver. Auch Google versucht sich mit seinem "Android Market" an einem ähnlichen Konzept. Dabei ist das Schreiben von Programmen für Windows Mobile dank Java kein großes Problem. Was jedoch die längste Zeit fehlte, ist ein einheitliches Verkaufskonzept inklusive einer Qualitätskontrolle. Immerhin ist der so genannte "Marketplace" vor kurzem gestartet. Allerdings hält sich das Angebot mit derzeit rund 600 Programmen noch arg in Grenzen. Zudem kritisierten Tester die Benutzeroberfläche des Online-Shops.

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Warten auf Version 7

Es gibt durchaus viele Gründe, warum Microsoft sich derzeit in der Handy-Branche so schwer tut. Im Gegensatz zum PC-Markt hat der Software-Riese hier eben keine Quasi-Monopolstellung. Technisch, optisch und in Sachen Kunden- und Bedienungsfreundlichkeit hat die Konkurrenz von Apple und Google eindeutig die Nase vorn. Daran wird sich auch bis zum Erscheinen von Windows Mobile 7 Nichts ändern. Wenn Microsoft dann nicht der große Wurf gelingt, könnte es freilich eng werden. Andererseits scheint es unwahrscheinlich, dass Microsoft auf den Wachstumsmarkt Mobilfunk einfach so verzichtet. Auch wenn die amerikanische Zeitschrift "PC World" zum Start von Windows Mobile 6.5 bereits fragt: "Hat Microsoft seine letzte Wette im Mobilfunk platziert?".

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