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Blackberrys gehackt - Experten schlagen Alarm

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Blackberrys gehackt - Experten schlagen Alarm

09.02.2010, 12:35 Uhr | ssp, t-online.de

Attacke auf Smartphones: Spyware für Blackberrys entwickelt (Foto: RIM/imago)Attacke auf Smartphones: Spyware für Blackberrys entwickelt. (Foto: RIM/imago)Unter den Smartphones galten Blackberrys bislang als uneinnehmbare Festungen - zumindest im Vergleich zu vielen Konkurrenzprodukten. Daher statteten viele Firmen ihre Mitarbeiter auch mit den Handys des kanadischen Herstellers Research in Motion aus. Doch nun ist es dem Unternehmen Veracode Research Lab nach eigenen Angaben gelungen, eine Spyware für die weit verbreiteten Smartphones zu entwickeln. Die Entwickler wollen damit demonstrieren, was Hacker alles mit den Geräten anstellen können - eine Schreckensvision vor allem für Geschäftskunden.

Horrorvision für Business-Kunden

Mit der Spyware gelang es den Programmierern offenbar, per SMS sämtliche Kontakte des Blackberrys auszulesen. Außerdem erhielten sie Einblick in alle Kurznachrichten, die auf dem Gerät gespeichert waren. Noch schlimmer ist freilich die Möglichkeit, das Handy zu einer Wanze umzufunktionieren. Dazu aktivierten die Entwickler einfach das Mikrophon und konnten fortan Gespräche belauschen, die in der Umgebung des betroffenen Gerätes geführt wurden. Auch Gesprächsprotokolle und GPS-Daten konnten ausgelesen werden. Für Menschen, die in ihrem Beruf mit heiklen Informationen zu tun haben ein wahres Horrorszenario.

Blackberrys sind vor allem bei Geschäftsleuten sehr beliebt (Foto: RIM)Blackberrys sind vor allem bei Geschäftsleuten sehr beliebt. (Foto: RIM)

Handy-Schädlinge tarnen sich als harmlose Apps

Trotzdem müssen Blackberry-Besitzer derzeit noch nicht in Panik ausbrechen. Schließlich wollte das US-Unternehmen lediglich demonstrieren, was mit ein wenig Know-how möglich wäre. Um die Smartphones wirklich zu hacken, müsste eine entsprechende Spyware erst auf einem Handy installiert werden. Meist tarnen sich solche Handy-Schädlinge als harmlose Programme. Veracode hat daher auch angekündigt, den Quellcode seiner Software zu veröffentlichen. Weniger als Anregung für böse Hacker sondern eher, damit Research in Motion Software von Drittanbietern auf verdächtige Funktionen oder ähnliches überprüfen kann.

Was tun gegen Hacks?

Auf die leichte Schulter nehmen sollte man das Problem trotzdem nicht. Veracode Research Lab ist sich jedenfalls sicher, dass Hacker schon jetzt über das nötige Wissen verfügen, um ähnliche Spyware zu entwickeln. IT-Sicherheitsexperten geben daher auch Tipps, wie man sein Smartphone so gut wie möglich vor Angriffen von außen schützen kann:

1. Die Einstellungen des Handys sollten so verändert werden, dass installierte Programme weniger Rechte haben. Mit ein paar kleinen Änderungen kann man beispielsweise erreichen, dass das Betriebssystem jedes mal um Erlaubnis fragt, bevor ein Programm auf die E-Mails oder die Kontaktdaten des Nutzers zugreift.

2. Nutzer sollten vermeiden, Programmen den "trusted application" - also "vertrauenswürdiges Programm"-Status zu verleihen. Die betroffene Software erhält auf diese Weise mehr Rechte und kann damit im schlimmsten Fall auch mehr Schaden anrichten.

3. Unternehmen, die BlackBerry Enterprise Server nutzen, können es unterbinden, dass ihre Angestellten zusätzliche Programme auf ihren Diensthandys installieren dürfen. Wahlweise kann Software, die sich als zuverlässig erwiesen hat, wieder erlaubt werden.

4. Zusätzliche Sicherheit gibt das Installieren einer Virenschutz-Software für Handys. Eine kleine Auswahl aktueller Virenschutz-Programme finden Sie in unserer .

Veracode warnt die Betreiber von App-Stores (Foto: RIM/Veracode)Veracode warnt die Betreiber von App-Stores. (Foto: RIM/Veracode)

Sind die Zeiten der Unschuld vorbei?

Ein weiterer Tipp von Veracode richtet sich dagegen an den Blackberry-Hersteller Research in Motion. Die Kanadier - genauso wie alle anderen Betreiber eines App-Stores - sollten demnach strengere Qualitäts- und Sicherheitskontrollen für Software einrichten. Ob diese Mahnungen auf Gehör stoßen, wird sich noch zeigen. Angesichts der Goldgräberstimmung im Bereich Handy-Software steht die Kontrolle der angebotenen Programme derzeit nicht unbedingt ganz oben auf der Prioritätenliste der Hersteller. Die zahllosen kleinen - oft kostenlosen - Apps eignen sich jedoch bestens als Vehikel für ungebetene Spyware. Müssen wir unsere Handys also bald ähnlich schützen wie unsere Computer? Fest steht nur eins: Sollte es Hackern tatsächlich gelingen, im großen Stil wertvolle Informationen über Smartphones zu stehlen, dann wäre die Zeit der Unschuld im mobilen Internet definitiv vorbei.

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