Startseite
Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone & Tablet PC >

Tunneleffekt macht Touchscreens sensibel

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Tunneleffekt macht Touchscreens sensibel

09.02.2010, 14:28 Uhr | Matthias Kremp, Spiegel Online

Aktuelle Handys setzen meist auf resistive Touchscreens (Foto: Samsung/Pretec)Aktuelle Handys setzen meist auf resistive Touchscreens. (Foto: Samsung/Pretec) Die meisten Handy-Hersteller, etwa Samsung und LG, nutzen für ihre Touchscreen-Telefone allerdings sogenannte resistive Bildschirme. Im Prinzip handelt es sich dabei um Displays, in die eine von einem Gitter durchzogene berührungsempfindliche Folie eingearbeitet ist. Drückt man auf das Display, ändert sich an der jeweiligen Stelle der elektrische Widerstand und der Stromfluss verändert sich, woraus sich wiederum die Position des Fingers errechnen lässt.

Zurück: Zu Teil 1

Partikel fliegen durch Wände

Auf dieses Prinzip setzt nun die neue Technik, die von ihrem Erfinder, der britischen Firma Peratech, als QTC (Quantum Tunnel Composite) bezeichnet wird. Die Ingenieure bedienen sich dabei des sogenannten Tunneleffekts aus der Quantenphysik, der physikalische Phänomene beschreibt, die sich mit den Methoden der klassischen Physik nicht erklären lassen. Ein Partikel kann demnach mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit durch eine massive Wand hindurch fliegen, statt daran abzuprallen. Er fliegt dann quasi durch einen Tunnel in der Wand.

Die neue Technik soll Displays druckempfindlich machen (Foto: Pretec)Die neue Technik soll Displays druckempfindlich machen. (Foto: Pretec)

Tunneleffekt macht Displays feinfühliger

Peratechs QTC-Material soll genau diesen Effekt ausnutzen. Dafür werden leitfähige Nanopartikel, deren Form an mittelalterliche Morgensterne erinnert, gleichmäßig in eine nichtleitende Polymerfolie eingebettet. Werden diese Partikel nun durch den Druck eines Fingers zusammengedrückt und verformt, nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass dabei eine Ladung per Tunneleffekt übertragen wird. In der Praxis drückt sich dies durch eine Spannungsänderung aus, die in Abhängigkeit vom Druck variiert und gemessen werden kann.

Die erste Anwendung der neuen Technik soll die Navigationstaste eines Samsung-Handys sein (Foto: Pretec/Samsung)Die erste Anwendung der neuen Technik soll die Navigationstaste eines Samsung-Handys sein. (Foto: Pretec/Samsung)

Noch kaum Anwendungsbeispiele

Dafür wie sich diese Technik nutzen lässt, gibt es viele Beispiele, die allerdings noch durchweg akademischer Natur sind. Wie im Eingangs erwähnten Beispiel, ließe sich durch die Druckintensität die Geschwindigkeit regeln, mit der eine Webseite über den Handybildschirm flitzt. Ebenso wäre es denkbar, durch den Druck zu bestimmen, wie schnell sich eine Figur in einem Spiel bewegt oder wie laut man den Lautsprecher des Handys einstellen möchte. Anwendungsbeispiele für solche Bedienungsvarianten gibt es bereits zu Hauf - alle aktuellen Videospielkonsolen werden über sogenannte Analog-Sticks bedient, die nicht nur auf die Richtung reagieren, in die der Spieler sie bewegt, sondern auch auf die Druck-Intensität beziehungsweise den Winkel des Joysticks. Je weiter der nach vorn gekippt wird, desto schneller läuft beispielsweise die Spielfigur.

Allzu spektakulär sieht die neue Technik noch nicht aus - dazu fehlen noch die richtigen Anwendungen (Foto: Pretec/Samsung)Allzu spektakulär sieht die neue Technik noch nicht aus - dazu fehlen noch die richtigen Anwendungen. (Foto: Pretec/Samsung)

Geheimer Kundenkreis

Drucksensitive Bildschirmtechnik kann aber erst dann richtig gut werden, wenn Sie vom Betriebssystem eines Handys genutzt wird. Dann könnten sich vollkommen neue Steuerungsmöglichkeiten ergeben. Vorerst aber will zumindest Samsung lieber klein anfangen. Als erstes druckempfindliches Bauelement hat man sich nicht etwa einen Touchscreen, sondern nur einen kleinen Fünfwegeschalter ausgesucht. Doch das kann nur der Anfang sein. Und Samsung ist mit seiner Begeisterung nicht allein. Peratech allerdings darf nicht darüber sprechen, wer die QTC-Technik sonst noch lizenziert hat. Manche Kunden des britischen Unternehmens möchten offenbar lieber heimlich an neuen Berühr-Bildschirmen arbeiten.

Zurück: Zu Teil 1

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video



Anzeige
shopping-portal