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Teure Handy-Dienste: Frau zahlt 25.000 Euro für Flirt-SMS

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Frau zahlt 25.000 Euro für Flirt-SMS

11.08.2010, 13:09 Uhr | t-online, dpa, t-online.de

Teure Handy-Dienste: Frau zahlt 25.000 Euro für Flirt-SMS. Trügerische Liebe: Mancher SMS-Flirt dient nur zur Abzocke. (Foto: dpa)

Ihre Liebe zu einem unbekannten Mann hat eine Bankangestellte insgesamt 25.000 Euro gekostet. Die 52-Jährige schrieb ihrem vermeintlichen Verehrer über 12.600 SMS in acht Monaten. Im Rahmen eines Mammutprozesses gegen die vermeintlichen Betrüger schilderte die Frau jetzt, wie sie hereingelegt wurde - und offenbarte die dreisten Methoden der Betreiber der Handy-Abzocker.

Stockend erzählte die sprachbehinderte Frau vor dem Landgericht Kiel die Geschichte ihrer vermeintlichen Liebe zu Ulli, 53. Der war angeblich Rettungssanitäter und hatte die Frau über ihr Profil auf einem Flirtportal (myflirt.de) angeschrieben. Die 52-Jährige war gerade von ihrem Freund verlassen worden. Als sie auf seine Nachricht antworten wollte, war "Ulli" jedoch nur über eine teure Kurzwahl-Nummer zu erreichen. 1,99 Euro pro SMS kostet der Kontakt - dafür erhielt sie auch mit der ersten Antwort ein Foto ihres vermeintlichen Gesprächspartners.

"So raffinierte Fragen, dass ich antworten musste"

In den kommenden acht Monaten vertröstete "Ulli" die 52-Jährige immer wieder, wenn es um Treffen ging. Teilweise saß die Hauptschul-Absolventin bereits im Zug, als sie eine Absage erhielt. Misstrauisch wurde sie trotzdem nicht: "Ich sah in dem 'Ulli' einen Freund, der stellte so raffinierte Fragen, dass ich antworten musste.“ Erst als ihre SMS nicht mehr zugestellt werden konnten, schöpfte die Frau Verdacht und überprüfte die Nummer ihres Gegenüber. Dabei fand sie heraus, dass gleich drei Namen unter der Nummer registriert waren. "Ich war wütend, enttäuscht. Das ist für mich unzumutbarer Betrug", sagt sie vor Gericht.

Mammut-Prozess wegen Betrug

Ein kleiner Trost für die Frau: Sie ist bei weitem nicht die einzige, die den Betreibern des Call-Centers auf den Leim gegangen sind. Bei dem Mammut-Prozess in Kiel geht es um einen Schaden von insgesamt 46 Millionen Euro - über 700.000 Handy-Nutzer sollen betroffen sein. Den Angeklagten wird gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen. Das Verfahren läuft seit über einem Jahr. 70 Verhandlungstage sind seitdem ins Land gegangen. Die Verteidigung hält die Aussagen der 52-Jährigen für unproblematisch für die Angeklagten: "Das Vertrauen, in dem sie sich getäuscht hat, wird vom Strafrecht nicht geschützt. Das ist Lebensrisiko." Die Vernehmung der Frau wird diese Woche fortgesetzt.

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