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Handy im Straßenverkehr: Diese Urteile müssen Sie kennen

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Das Telefonieren am Steuer ist nicht immer verboten

01.02.2013, 11:55 Uhr | t-online.de

Autofahrerin bedient am Steuer ein Smartphone. (Quelle: imago\UPI Photo)

Auch das Wegdrücken von Anrufen ist verboten. (Quelle: UPI Photo/imago)

Mal kurz im Straßenverkehr mit dem Handy telefonieren – das ist verboten. Doch auch das Wegdrücken eines ankommenden Anrufs kann schon teuer werden. Aber es gibt Situationen, in denen Verkehrsteilnehmer sogar ohne Freisprecheinrichtung telefonieren dürfen. Deutsche Richter haben die Straßenverkehrsordnung schon das eine oder andere Mal ausgehebelt, und diese Urteile müssen Handybesitzer kennen.

Auch wenn sich nur wenige Autofahrer daran halten: Ein Handy darf im Auto nur in die Hand genommen werden, um es von einem Platz auf einen anderen zu legen. Wer mit dem Gerät in der Hand telefoniert, ein Gespräch wegdrückt oder die Navi-Funktionen bedient, verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung. Es drohen ein Bußgeld in Höhe von 40 Euro und ein Punkt in der Verkehrssünderkartei in Flensburg.

Denn: Telefonieren kann stark vom Autofahren ablenken und erhöht die Unfallgefahr. Selbst wer nur kurz auf das Handydisplay schaut, ist für einen Moment unachtsam. Und so manches Gericht in Deutschland entschied, dass nicht nur das Telefonieren während der Fahrt verboten ist.

Telefonieren an roter Ampel teilweise erlaubt

Eigentlich ist das Telefonieren auch im Stau und an roten Ampeln untersagt. Allerdings sprachen deutsche Richter schon Verkehrssünder frei, die an einer roten Ampel telefonierten, dabei aber den Motor ausgeschaltet hatten. Dagegen ist nach deutscher Rechtsprechung nicht erlaubt, für ein wichtiges Telefonat auf dem Seitenstreifen einer Autobahn anzuhalten, selbst wenn der Motor dabei nicht läuft. Solche Tücken im Gesetz bergen natürlich diverse Rechtsirrtümer.

Handy als Ohrenwärmer gestattet

Doch nicht jeder deutsche Richter handelt strikt nach Vorschrift. So entstehen bisweilen kurios anmutende Urteile: Da verbietet das OLG Hamm generell das Anfassen von Handys während des Fahrens, Jahre später aber erlaubt es Autofahrern, das Mobiltelefon als Ohrenwärmer bei akuten Ohrenschmerzen zu verwenden. Doch die optimale Ausrede für telefonfreudige Autofahrer ist das noch lange nicht.

Im Auto nur mit Freisprechanlage telefonieren

Wer mit dem Handy beim Autofahren telefonieren möchte, braucht in Deutschland eine zugelassene Freisprecheinrichtung. Doch das scheint kaum jemanden zu interessieren. Bei einer repräsentativen Umfrage des Instituts Mensch-Verkehr-Technik gaben 2011 40 Prozent der Befragten an, nicht ausschließen zu können, das Handy am Steuer ohne Freisprecheinrichtung zu nutzen. 30 Prozent gaben sogar an, das Handy beim Fahren für E-Mails und SMS zu nutzen.

Auch beim Radfahren verboten

Doch nicht nur Autofahrer brauchen zumindest ein Headset: Auch Radfahrer dürfen während der Fahrt nur über eine Freisprechanlage telefonieren oder müssen zum Telefonieren ebenfalls anhalten. 25 Euro Bußgeld drohen demjenigen, der zum Handy greift. Selbst um einen Anruf weg zu drücken, sollte der Fahrer nicht zum Handy greifen, denn die verbotene Benutzung schließt auch die bloße "freihändige" Bedienung ein.

Im Ausland wird es richtig teuer

Längst hat auch die EU-Kommission auf die zunehmende Zahl der Handy-Sünder reagiert. Seit Ende 2011 gehört das Telefonieren am Steuer zu den Verstößen, bei denen die Halterdaten auch grenzüberschreitend ermittelt werden. Deshalb sollten Autofahrer auch im Ausland die Finger vom Handy lassen. In Ländern wie Belgien, den Niederlanden, Norwegen, Spanien und Portugal werden hohe Geldbußen über 100 Euro fällig, in Italien drohen sogar bis zu 600 Euro Strafe, da die Polizei einen Ermessensspielraum hat. Am teuersten kann es in Großbritannien werden: In extremen Fällen riskieren Fahrer eine Anklage und eine Strafe von über 1000 Euro.

Im Zweifelsfall gilt immer, einen Anwalt zu konsultieren. Denn nur dann können Sie sicher gehen, ob ein Bußgeldbescheid gerechtfertigt ist oder nicht.

01.02.2013, 11:55 Uhr | t-online.de

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