28.04.2011, 09:25 Uhr | Andreas Lerg, t-online.de, dapd, dpa
Apple-Chef Steve Jobs weist Vorwürfe zurück (Foto: imago). (Quelle: imago)
In der Affäre um die Ortsbestimmung durch iPhone und iPad greift nun Steve Jobs persönlich ein. Der Apple-Boss weist alle Vorwürfe zurück, Standortdaten seien niemals an Apple übertragen worden. Gleichzeitig räumte Jobs aber Fehler ein, die Apple in Kürze mit einem Software-Update beheben will.
In einem Interview mit dem Wall Street Journal erklärte Steve Jobs, die Standortdaten würden nur erhoben, damit das iPhone schnell seine Position ausmachen könne. Das sei für die Nutzung standortbasierter Dienste wie beispielsweise Landkarten nötig. Aber der präzise Standort eines iPhones sei niemals an Apple übertragen worden. Vorwürfe, Apple-Kunden würden ausspioniert, wies Jobs gegenüber der New York Times klar zurück: "Wir haben niemals jemanden verfolgt und werden es auch nie tun."
Jobs nannte einen Software-Fehler als Ursache für die dauerhafte Speicherung der Daten. Dieser Fehler habe dazu geführt, dass die Standortdaten auf dem iPhone und dem iPad dauerhaft in einer Datei gespeichert werden. Der Fehler sei erst in den vergangenen Tagen entdeckt worden und werde mit einem Update des Apple-Betriebssystems iOS behoben. Zwei Informatiker hatten die dauerhafte Speicherung der Standortdaten auf der Computer-Konferenz "Where 2.0" in San Francisco präsentiert und damit in der Fachwelt für Wirbel gesorgt.
"Wir haben rund eine Woche gebraucht, um den Sachverhalt genau zu untersuchen und eine Stellungnahme zu schreiben. Für ein so komplexes Problem ist das sehr schnell.", erklärte Jobs. John Forstall, bei Apple für die iPhone-Software zuständig, ergänzte: "Das System ist sehr komplex. Wir testen das sehr gründlich, aber es gibt durchaus Bereiche, in denen wir nachbessern müssen." In Zukunft sollen Standortdaten maximal sieben Tage auf dem Gerät gespeichert und nicht mehr als Backup auf den Computer übertragen werden. Die Speicherung der Standortdaten auf dem Gerät werde aber nicht aufgegeben, da sie für ortsbasierte Dienste zwingend nötig ist.
Das Smartphone kann mehr, als einem lieb ist. Es ermittelt seinen Standort ohne das Wissen seines Besitzers und speichert diese Daten. zum Video
Apple sei bereit, dem US-Kongress zu dem Thema Rede und Antwort zu stehen. Jobs: "Natürlich wird Apple aussagen." Ein Senatsausschuss hat für den 10. Mai eine Anhörung anberaumt, zu der neben Apple auch Google geladen ist. Denn auch Smartphones mit Googles Handy-Betriebssystem Android speichern Standortdaten ab.
Es gibt einen Trick, mit dem diese Speicherung der Daten auf iPhone und iPad schon jetzt deaktiviert werden kann. Dazu muss mit dem Browser des iPhones oder iPad folgende Internet-Adresse aufgerufen werden: http://oo.apple.com. Apple hatte diese Seite ursprünglich zum "Opt out" (also zum Abmelden eines Dienstens) eingerichtet, damit Nutzer standortbasierte Werbung abschalten können.
Quelle: Andreas Lerg, t-online.de, dapd, dpa
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