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Smartphones: NASA bringt Handys das Riechen bei

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NASA-Sensor lehrt Handys das Riechen

21.02.2012, 09:59 Uhr | Sascha Plischke

Neuer Sensor soll bei der Lungenkrebserkennung helfen. (Quelle: imago)

Neuer Sensor soll bei der Lungenkrebserkennung helfen. (Quelle: imago)

Mobiltelefone sollen das Schnüffeln lernen: Die amerikanische Raumfahrtagentur NASA arbeitet an einem Nanosensor, der die Luft auf Gifte und andere Inhaltstoffe untersuchen kann. Die Rechenpower zur Analyse der durch den Sensor aufgenommenen Daten liefert ein Smartphone. Derzeit steckt der Sensor noch in einem kleinen Prototypen, der auf das Mobiltelefon aufgesteckt werden muss. In Zukunft könnte der Schnüffel-Chip jedoch direkt in Smartphones eingebaut werden. Die könnten dann nicht nur Schadstoffe in der Luft erschnüffeln, sondern auch Drogen aufspüren oder bei der Früherkennung schwerer Krankheiten helfen.

Der derzeitige Prototyp des Sensors steckt in einem Modul, dass sich an im Probebetrieb an ein iPhone anstecken lässt. Der Chip ist etwa so groß wie ein Daumennagel und besteht aus 32 Nanosensorstreifen. Diese Streifen sind aus unterschiedlichen Materialien gefertigt, die auf Inhaltstoffe in der Luft reagieren und so deren Vorhandensein anzeigen können. Elektronisch ausgewertet erlaubt diese Technologie das Erschnüffeln von Substanzen. Derzeit erkennt der Sensor zum Beispiel Kohlenstoffmonoxid, Chlor, Methan und Ammoniak in der Luft.

Schnüffelsensor aus der Raumfahrt

Ursprünglich entwickelte die NASA den Sensor für den Einsatz in der Raumfahrt. Dort suchte er durch Luftanalysen zum Beispiel nach Treibstofflecks an Raketen. Außerdem dient er zur Überwachung der Luftqualität auf der internationalen Raumstation ISS. Auch in Raumsonden soll der Sensor zum Einsatz kommen. Dort wird er demnächst die Nase in den Wind auf dem Mars und anderen Missionszielen halten und so Aufschlüsse über die Zusammensetzung der Atmosphäre ermöglichen.

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Krebsfrüherkennung per Schnüffelchip

Durch den Einbau in ein handelsübliches Smartphone erweitert die NASA nun die Einsatzmöglichkeiten des Chips. Denn der ist so sensibel, dass er zum Beispiel aus der Atemluft eines Menschen dessen Blutzuckerspiegel messen kann. Für Diabetiker wäre dies ein Segen: Sie müssten sich nicht mehr in den Finger stechen und den Zuckerspiegel per Teststreifen messen, sondern könnten einfach auf ihr Smartphone pusten. Auch die Früherkennung schwerer Krankheiten könnte der Chip ermöglichen. So gibt es einen Zusammenhang zwischen der Zusammensetzung der Atemgase und Lungenkrebs. Der Chip könnte das wichtige Warnsignal erkennen und eine rechtzeitige Behandlung ermöglichen.

Smartphones riechen für die Wissenschaft

Darüber hinaus sind auch weitere Anwendungen denkbar. So ist der Sensor empfindlich genug, um auf bestimmten Anwendungsgebieten Spürhunde zu ersetzen oder zu ergänzen. Drogen könnte der Chip zum Beispiel ebenfalls aufspüren. Zudem ergibt sich die Möglichkeit für großangelegte atmosphärische Messungen. Steckt der Chip erst einmal in genügend Smartphones, könnten die Besitzer der Wissenschaft helfen und die Messdaten ihres Telefons für Forscher freigeben. Die könnten dann in bisher unmöglicher Dichte Schadstoffbelastungen messen und auswerten.

Quelle: Sascha Plischke

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