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    WiTricity: Kabelloser Strom für Notebooks und Smartphones

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    Kabelloser Strom für Notebooks und Smartphones

    13.03.2012, 17:01 Uhr | Sascha Plischke

    WiTricity: Kabelloser Strom für Notebooks und Smartphones. Kabelgebundene  Ladegeräte für Handys und Notebooks könnten bald überflüssig werden. (Quelle: dpa)

    Kabelgebundene Ladegeräte könnten bald überflüssig werden. (Quelle: dpa)

    Schon Ende 2012 könnten Ladegeräte für Smartphones und Notebooks überflüssig werden. Das US-Unternehmen WiTricity arbeitet an einer Technologie, die das kabellose Aufladen von akkubetriebenen Geräten möglich machen soll – und zwar über mehrere Meter hinweg, unsichtbar und ohne großen Aufwand. Das Handy könnte sich dann in der Manteltasche im Flur ganz von selbst aufladen, ohne dass sein Besitzer auch nur einen Gedanken daran verschwenden muss.

    Die Idee kam dem Physiker Marin Soljačić im Bett. Zum dritten Mal in Folge wurde der Professor am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in der Nacht durch das Handy seiner Frau geweckt, das lautstark auf seine leere Batterie aufmerksam machte. Warum, so dachte sich Soljačić, kann der ganze Strom, der in der Wand durch die Stromkabel fließt, nicht einfach in dieses Telefon auf dem Nachttisch fließen – automatisch, kabellos, ohne die Gefahr, das Aufladen vor dem Zubettgehen zu vergessen und am Ende deshalb keinen Schlaf zu finden. Soljačić machte sich also an die Arbeit, und bewies mit seinem Team am MIT, dass sich Strom tatsächlich drahtlos übertragen lässt.

    Magnetfelder erzeugen drahtlos Strom

    Diese Anekdote erzählt Eric Giler gerne, wenn er in Vorträgen die Technologie seines Unternehmens präsentiert. Giler ist Geschäftsführer von WiTricity, dem Unternehmen, das aus den Experimenten des schlaflosen MIT-Professors hervorgegangen ist, und das die von Soljačić erfundene Technologie konsequent weiterentwickelt. Die basiert auf Magnetresonanz: Eine Spule wird unter Strom gesetzt und erzeugt ein oszillierendes Magnetfeld. Eine zweite Spule nimmt dieses Magnetfeld auf, die Elektronen darin geraten in Schwingung und es entsteht Strom, der sich meterweit von seiner ursprünglichen Quelle nutzen lässt. Diese Form von magnetischer Induktion kommt heute schon in Transformatoren zum Einsatz oder steckt in Ladestationen elektrischer Zahnbürsten – hier allerdings in Abständen von deutlich weniger als einem Zentimeter.

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    Da ist Witricity schon deutlich weiter: So zeigt WiTricity-Chef Giler nach dem Erzählen seiner Lieblingsanekdote gerne Fernseher, die sich mit der Technologie seiner Firma ohne Kabel betreiben lassen. Auch Smartphones präsentiert er, die wie von Zauberhand plötzlich Strom erhalten, wenn er sie vor eine Senderspule hält. Vollkommen sicher ist die Technologie außerdem: Strom fließt nur an den Empfängerspulen, die genau auf den Sender abgestimmt sind. In normalen Gegenständen oder dem menschlichen Körper geschieht hingegen nichts. Das für die Übertragung nötige Magnetfeld ähnelt laut Giler dem der Erde, dem jeder Mensch jede Minute seines Lebens ausgesetzt ist.

    Miniaturisierung als Herausforderung

    Das einzige Problem für WiTricity war dabei bisher der Formfaktor. So waren in der ersten Versuchsanordnung noch große Spulen nötig, um Strom für eine Glühbirne zu übertragen, und zu Beginn mussten die Techniker von WiTricity umständlich Empfängerspulen an den Rückseiten ihrer Testgeräte anbringen, die fast so groß waren wie Smartphone oder Fernseher selbst. Mittlerweile genügen dafür jedoch Schaltkreise, die klein genug sind für den Einbau in ein herkömmliches Smartphone oder Notebook.

    Schon 2012 könnte es die ersten Geräte mit eingebauten Empfängerspulen auf dem Markt geben. Dazu arbeitet das Unternehmen nun mit dem taiwanischen Elektronik-Zulieferer Mediatek zusammen, der Schaltkreise für die Verwendung in Mobiltelefonen entwickelt und mit dem zusammen die Einbindung der WiTricity-Technologie in gängige Smartphone-Technologie gelingen soll. Die Chancen dafür stehen gut, MediaTek beliefert zahlreiche Hersteller von Android-Smartphones. Passend zu den Empfängern arbeitet WiTricity an Möglichkeiten, die Senderspulen unsichtbar im Haushalt unterzubringen. Bisherige Prototypen bestehen aus flachen Matten, die zum Beispiel an der Zimmerdecke angebracht und dort mit dem Stromkreis verbunden werden könnten. Bei einem Radius von etwa zwei Metern ließe sich so der ganze Raum mit Strom versorgen. Mit Empfängerspulen ausgerüstete Geräte würden in diesem Raum automatisch und je nach Bedarf Strom für den eigenen Betrieb oder das Aufladen des Akkus beziehen können.

    Totale Freiheit von der Steckdose als Ziel

    In Zukunft will WiTricity jedoch noch weiter gehen. So bietet das Unternehmen der Autoindustrie schon jetzt seine Technologie zum Einbau in Elektro-Autos an. Diese Fahrzeuge würden sich in der heimischen Garage dann ebenfalls von selbst wieder aufladen können. Und auch im Haushalt soll die Technologie eine immer größere Rolle spielen. Von der Lampe bis hin zur Heimkino-Anlage könnte alles drahtlos mit Strom versorgt werden. Im Zusammenspiel mit drahtlosen Datenfunktechniken würden so sämtliche Kabel im Haushalt überflüssig. Das Ziel ist nichts weniger als die totale Freiheit von der Steckdose – vielleicht lässt sich dieser Traum ja schon bald erfüllen.

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