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Nokia Lumia 900: Nokia setzt Smartphone-Flaggschiff in den Sand

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Nokia setzt Flaggschiff in den Sand

12.04.2012, 17:29 Uhr | Christian Fenselau

Nokia Lumia 900: Nokia setzt Smartphone-Flaggschiff in den Sand. Nokia-Chef Stephen Elop (Quelle: dpa)

Nokia-Chef Stephen Elop (Quelle: dpa)

Der einstige Handy-Weltmarktführer Nokia steckt tief in der Krise. Nach dem schleppenden Start der Smartphone-Modellreihe Lumia hat der finnische Hersteller auch die Markteinführung seines neuen Handy-Flaggschiffs Lumia 900 wegen eines Softwarefehlers vermasselt. Nokia reagierte prompt und hat den Fehler mittels Patch nur wenige Tage später behoben, denn der Konzern kann weitere Misserfolge nicht gebrauchen – die frisch veröffentlichten Quartalsergebnisse sind desaströs.

Nokia enttäuschte am Mittwoch abermals Fans, Anleger und Analysten. Der Konzern teilte mit, er erwarte rote Zahlen – der Aktienkurs brach innerhalb weniger Minuten um satte 18 Prozent ein und stand am Mittwochnachmittag zwischenzeitlich bei 3,12 Euro. Im vergangenen Quartal lag die operative Gewinnmarge bei minus drei Prozent statt der von Nokia angepeilten Null-Linie. Im zweiten Vierteljahr werde sie bestenfalls gleich oder noch niedriger sein.

Gerade einmal zwei Millionen Lumia-Smartphones konnte der finnische Hersteller im ersten Quartal verkaufen, im Vergleich zu Handys mit dem Google-Betriebssystems Android oder dem Apple iPhone ist das verschwindend wenig. Zum Vergleich: Samsung verkaufte das Samsung Galaxy S2 bislang mehr als zehnmal so häufig, selbst der Smartphone-Tablet-Zwitter Samsung Galaxy Note mit 5,4 Zoll großem Bildschirm ging mehr als fünf Millionen mal über die Ladentheke. Apple ist mit dem iPhone noch erfolgreicher, das im abgelaufenen Quartal 37 Millionen Käufer fand.

Experten sprechen von einem Desaster

Trotz der enttäuschenden Verkaufszahlen gab sich Nokia-Chef Stephen Elop zuversichtlich. Es brauche Zeit, das Angebot neu auszurichten; Nokia habe "mit Lumia ersten Schwung geholt". Marktexperten sahen das anders und sprachen von einem Desaster. Sie hatten auf bessere Zahlen gehofft, denn mehrere Lumia-Modelle befinden sich bereits einige Monate auf dem Markt und werden stark beworben. Doch die Kundschaft, zu denen auch ehemalige Besitzer von Nokia-Handys gehören, greift lieber zu Android-Smartphones oder dem iPhone.

Windows Phone statt Symbian

Elop ist seit September Konzernchef bei Nokia, davor war er im Management bei Microsoft. Die Verkaufszahlen von Smartphones, die mit dem Betriebssystem Symbian liefen, gingen zu diesem Zeitpunkt schon zurück. Unter Elop vollzog Nokia eine radikale Kehrtwende bei den eingesetzten Betriebssystemen. Nokias Smartphones würden künftig weder mit Symbian noch mit dem neu entwickelten Betriebssystem MeeGo ausgestattet, sondern mit dem bis dahin von Käufern kaum zur Kenntnis genommenen Windows Phone 7 von Microsoft. Seitdem verliert Nokia massiv Marktanteile.

Windows Phone ist Verkaufshindernis

Marktexperten betrachten das Microsoft-System als Verkaufshindernis. Sie sehen den Wechsel des Betriebssystems für das schwache Geschäft verantwortlich. Vielen Kaufwilligen gefällt nicht, dass Windows Phone 7 ein ähnlich geschlossenes System ist wie iOS von Apple. Alte Symbian-Kunden vermissen zudem an den Handys den fehlenden Speicherkartenslot und gewohnte Schnittstellen, die Synchronisation der Daten mit dem heimischen PC und die unveränderlichen Menüs. Als Folge wechseln die Altkunden massenweise zur Konkurrenz. Dort finden sie nicht nur ein geeignetes Handy, sondern einen wesentlich besser bestückten App Store.

Zudem erweisen sich die Hardware-Vorgaben des Microsoft-Systems als Innovationshemmer. Microsoft schreibt einen Gigahertz-Einkernprozessor und eine Display-Auflösung von 480×800 Pixeln vor. Das konnte zum Marktstart des Systems zwar als fortschrittlich durchgehen, gilt inzwischen aber als überholt. Aktuelle Spitzen-Smartphones haben Prozessoren mit mehr als einem Kern und eine deutlich höhere Auflösung. Im Vergleich des in den USA gerade neu vorgestellten Nokia Lumia 900 mit den Flaggschiffen von Samsung, HTC oder Sony zeigen sich große Unterschiede bei den technischen Daten. So bietet beispielsweise das HTC One X eine Auflösung von 720×1280 Bildpunkten und einen Vierkernprozessor.

Nokia Lumia 900 mit Softwarefehler

Als weiteres Verkaufshindernis für das neue Lumia-Flaggschiff könnte eine Software-Panne hinzukommen. Der Datenempfang ist instabil, eine Softwarefehler stört die Leitungen. Nokia verspricht großzügige Entschädigungen für alle Kunden, damit die durch massiven Werbeeinsatz finanzierte Innovation doch noch ein Erfolg wird. Den Softwarefehler hat Nokia nur wenige Tage später behoben, der dazugehörige Patch steht zum Herunterladen bereit. Zusätzlich soll jeder Käufer eine 100-Dollar-Gutschrift bekommen. Für die Analysten wiegt der Imageschaden aber noch schwerer als die damit verbundenen Kosten, sie sprechen von einem klassischen Fehlstart. Schon das Nokia Lumia 800 war nicht frei von Fehlern. Hier behoben erst zwei Software-Updates ein Problem mit der Akkulaufzeit.

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