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Handynutzung im Auto: Immer mehr Handynutzer telefonieren am Steuer

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Mobilfunk  

Handy am Steuer immer beliebter

24.04.2012, 13:26 Uhr | dpa, t-online.de, t-online.de, dpa

Handynutzung im Auto: Immer mehr Handynutzer telefonieren am Steuer. Bei Frauen steigt die verbotene Handynutzung am Steuer stark an. (Quelle: imago)

Bei Frauen steigt die verbotene Handynutzung am Steuer stark an. (Quelle: imago)

Immer mehr Autofahrer telefonieren am Steuer. Seit 2005 ist die Zahl der Verstöße kontinuierlich gestiegen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Dienstag in Flensburg mitteilte. 2011 wurden insgesamt 450.000 Autofahrer mit dem Handy am Steuer ertappt. Dabei ist das Telefonieren auf dem Fahrersitz nicht in jedem Fall verboten.

Zwar sind es meist Männer, die während der Fahrt telefonieren, doch bei Frauen steigt die verbotene Handynutzung am Steuer sogar noch stärker an: In absoluten Zahlen verdoppelten sich die registrierten Verstöße bei den Frauen in den letzten sieben Jahren auf 123.000 Fälle (2005: 61.000). Dagegen stehen 327.000 geahndete Fälle bei den Männern im vergangenen Jahr, 2005 waren es noch 223.000.

Ältere telefonieren trotz Strafe

Auf Altersgruppen bezogen sind die stärksten Zuwächse bei älteren Autofahrern zu verzeichnen. Bei den 55- bis 64-Jährigen hat sich die Zahl der Fälle seit 2005 auf 32.000 verdoppelt. In absoluten Zahlen führen wurden aber bei den 35- bis 44-Jährigen mit insgesamt 133.000 Verstößen die meisten Fälle registriert. Nach Regionen aufgeschlüsselt zeigten sich die Nordrhein-Westfalen als besonders uneinsichtig: Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl ahndeten die Behörden in NRW die meisten Verstöße (11,1 Fälle pro 1000 Einwohner). Auf Platz zwei landeten – mit deutlichem Abstand – die Bayern (7,5). In Sachsen-Anhalt hingegen kommen nur 1,9 Verstöße auf 1000 Einwohner.

Handynutzung bei roter Ampel

Statistik: Handynutzung am Steuer (Quelle: dpa)Statistik: Handynutzung am Steuer (Quelle: dpa) Die Handynutzung am Steuer ist seit 2004 verboten und wird mit 40 Euro Strafe und einem Punkt in Flensburg geahndet. Telefonieren kann stark vom Autofahren ablenken und erhöht die Unfallgefahr. Wer erwischt wird, riskiert außer der Strafe auch den Verlust des Versicherungsschutzes. Nicht erlaubt ist das Telefonieren mit dem Telefon in der Hand. Auch die anderweitige Nutzung, etwa SMS lesen oder tippen, ist verboten. Mit einer Freisprecheinrichtung ist das Telefonieren dagegen in Deutschland erlaubt. Einfache Headsets gibt es bereits für ein paar Euro. Um ein schnurloses Headset zu nutzen, muss das Handy mit einer Bluetooth-Funktion ausgestattet sein – das ist bei praktisch allen modernen Geräten der Fall.

Doch es gibt Situationen, in denen Verkehrsteilnehmer auch ohne Freisprecheinrichtung telefonieren dürfen. Deutsche Richter sprachen schon Verkehrssünder frei, die an einer roten Ampel telefonierten, dabei aber den Motor ausgeschaltet hatten. Dagegen ist nach deutscher Rechtsprechung nicht erlaubt, für ein wichtiges Telefonat auf dem Seitenstreifen einer Autobahn anzuhalten, selbst wenn der Motor dabei nicht läuft. Solche Tücken im Gesetz bergen natürlich diverse Rechtsirrtümer.

Handy als Ohrenwärmer gestattet

Es gibt weitere kurios anmutende Urteile: So untersagte das OLG Hamm vor Jahren generell das Anfassen von Handys während des Fahrens, um in einem späteren Urteil Autofahrern zu erlauben, das Mobiltelefon als Ohrenwärmer bei akuten Ohrenschmerzen zu verwenden. Doch die optimale Ausrede für telefonfreudige Autofahrer ist das noch lange nicht.

Handynutzung im Ausland

40 Euro Bußgeld und ein Punkt im Strafregister sind im Vergleich zu den drohenden Strafen in vielen anderen Ländern eher wenig. In Italien haben die Ordnungshüter beispielsweise einen Ermessensspielraum und können bis zu 600 Euro verlangen. In Großbritannien könnte es noch teurer werden, denn dort droht nicht nur ein Bußgeld, sondern eine Anklage. Das kann sich sogar auf über 1000 Euro aufsummieren. In einigen Ländern ist auch das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung verboten. Vor einer Auslandsreise ist es daher ratsam, sich genau zu informieren, was verboten ist und welche Strafen drohen.

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