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Handy im Urlaub: EU senkt Obergrenzen für Roaming-Kosten

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EU senkt Handy-Kosten im Ausland

10.05.2012, 14:11 Uhr | Sascha Plischke

Pünktlich zur Urlaubssaison hat das Europäische Parlament neue Obergrenzen für die Kosten von Handy-Telefongesprächen und dem Surfen im europäischen Ausland verabschiedet. Schon heute ist die Höhe der erlaubten Kosten für das so genannte Roaming innerhalb der EU gedeckelt, mit der heutigen Entscheidung soll diese Grenze jedoch abermals abgesenkt werden. Auch in den kommenden Jahren sollen die Preise schrittweise weiter gedrosselt werden. Ziel ist langfristig, dass Mobilfunkkunden innerhalb der EU überall zum selben Preis telefonieren können.

Das so genannte Roaming ist im Ausland für viele Handy-Nutzer ein teurer Spaß. Für die Dienstleistung, das Gespräch über ein lokales Mobilfunknetz nach Deutschland weiterzuleiten verlangen die Mobilfunkanbieter zum Teil fürstliche Entgelte. Deshalb hat die EU schon 2007 eine so genannte Roaming-Verordnung verabschiedet, die Obergrenzen für die Roaming-Gebühren festlegt und diese Grenzen über einen bestimmten Zeitraum pro Jahr absenkt. 2010 wurde die zunächst auf drei Jahre angelegte Verordnung verlängert. Nun hat die EU die Verordnung ein drittes Mal erneuert und wird die Obergrenzen abermals schrittweise senken.

Derzeit müssen Handynutzer im EU-Ausland maximal 35 Cent pro Minute für abgehende Gespräche zahlen, 11 Cent dürfen die Mobilfunkanbieter maximal pro Minute bei eingehenden Anrufen verlangen. Mit der neuen Verordnung sollen die Preise im ersten Schritt auf 29 Cent pro Minute für eigene und neun Cent pro Minute für angenommene Anrufe sinken. 2013 und 2014 werden die Grenzen zum 1. Juli jeweils automatisch weiter gesenkt. Auch der Preis für das Versenden einer SMS soll weiter sinken. Dürfen die Anbieter dafür bisher 11 Cent berechnen, schreibt die Obergrenze ab Juli 2012 zunächst neun Cent pro Kurznachricht vor.

Geplante EU-Obergrenzen für Sprachroaming

abgehende Anrufe

eingehende Anrufe

pro SMS

ab 1. Juli 2012

0,29 EUR / Min.

0,08 EUR / Min.

0,09 EUR / Min.

ab 1. Juli 2013

0,24 EUR / Min.

0,07 EUR / Min.

0,08 EUR / Min.

ab 1. Juli 2014

0,19 EUR / Min.

0,05 EUR / Min.

0,06 EUR / Min.

Alle Preise zzgl. MwSt.

Erstmals wird sieht die neue Verordnung auch eine Deckelung für das Empfangen von Daten vor. Ein Schnäppchen wird das Surfen im Ausland damit jedoch nicht werden: Pro Megabyte liegt die Obergrenze hier bei 70 Cent, für ein Gigabyte Datenübertragung kommen so stolze 700 Euro zusammen. Immerhin werden die Obergrenzen hier jedoch in den kommenden Jahren rasant gesenkt. 2013 sind es dann nur noch 45 Cent pro Megabyte, 2014 noch 20 Cent. In jedem Fall schützt die Obergrenze EU-Bürger nun jedoch vor Rechnungsbeträgen für Datenverkehr, die ohne vorgeschrieben Obergrenzen bei sorgloser Nutzung schnell im fünfstelligen Bereich landen konnten.

Geplante EU-Obergrenzen für Datenroaming

Preis pro Megabyte

Preis pro Gigabyte

ab 1. Juli 2012

0,70 EUR

700 EUR

ab 1. Juli 2013

0,45 EUR

450 EUR

ab 1. Juli 2014

0,20 EUR

200 EUR

Alle Preise zzgl. MwSt.

Erstmals enthält die Regelung auch Maßnahmen für mehr Wettbewerb. So werden Verbraucher ab 1. Juli 2014 die Wahl haben, Mobilfunkdienste für das In- und Ausland bei unterschiedlichen Anbietern zu kaufen, ohne ihre Nummer wechseln zu müssen. Beim Wechsel des Anbieters entstehen keine Kosten für den Verbraucher. Der Anbieter, von dessen Diensten der Verbraucher in seinem Heimatland Gebrauch macht, ist in Zukunft gezwungen, seine Kunden über dieses Recht in Kenntnis zu setzen. Mobilfunkdiscounter ohne ein eigenes Mobilfunknetz dürfen ab 1. Juli 2012 die Netze andere Anbieter zum Großhandelspreis nutzen, um Roaming-Dienste anzubieten. Dadurch soll mehr Wettbewerb am Roaming-Markt geschaffen werden.

Kostenschutz auch außerhalb der EU

Die genannten Grenzen gelten wie bisher nur innerhalb der EU. Um aber auch den Schutz für Mobilfunkkunden zu verbessern, die sich auf Reisen außerhalb Europas befinden, sieht die Roaming-Verordnung bereits eine Reihe zusätzlicher Regelungen vor. So werden die Mobilfunkanbieter verpflichtet, ihre Kunden überall dort im Ausland über die Preise per SMS zu informieren, wo sie über den in der EU geltenden Grenzen liegen. Überschreiten die angefallenen Gebühren für das Telefonieren oder Surfen im Ausland einen Richtwert von 50 Euro, müssen die Anbieter ihren Kunden das mitteilen. Erst wenn der Kunde ausdrücklich zustimmt, werden weitere Anrufe und Datenpakete weitergeleitet. Eine weitere Grenze gibt es jedoch nicht. Auch in Zukunft gilt: Wer in Shanghai oder am australischen Strand dauertelefoniert oder mit dem Smartphone surft, muss mit horrenden Gebühren rechnen.

Zur Vermeidung von Kostenfallen haben viele Mobilfunkanbieter deshalb spezielle Urlaubstarife im Angebot, die sich für die Dauer eines Auslandsaufenthalts zum eigenen Tarif hinzu buchen lassen. Die Deutsche Telekom bietet ihren Kunden verschiedene Optionen und Pakete für das günstige Telefonieren im Ausland an. Weitere Angebote finden sich unter www.t-mobile.de/roaming.

Ratgeber - Smartphone Apps: Vorsicht vor heimlichen Datensammlern

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