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iOS 6: Apple-Fans meckern über die Kartenfunktion

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Apple-Nutzer erbost über Mängel in Maps-Funktion

21.09.2012, 10:29 Uhr | Spiegel Online, Spiegel Online

iOS 6: Apple-Fans meckern über die Kartenfunktion. Die Moselbrücke bei Winningen im Kartendienst von iOS 6. (Quelle: t-online.de)

Neues iOS: Kartenfehler verärgern Apple-Nutzer. (Quelle: t-online.de)

Im neuen iOS 6 gibt es erstmals eine Apple-eigene Kartenanwendung. Sie basiert auf eingekauftem Kartenmaterial. Die neuen Apple Maps strotzen offenbar vor Fehlern. Städte sind verschwunden, Häuser als Flughäfen ausgezeichnet – und die Freiheitsstatue ist weg.

Die Tech-Fachpresse spart nicht mit Hohn. "Apples 3D-Karten sind eine apokalyptische Horrorshow" titelt etwa das US-Blog Gizmodo. Forbes formulierte schlicht "Der Google-Maps-Krieg mit Apple ist vorüber – Google hat gewonnen". Apple hatte sich in seiner neuen Betriebssystem-Version iOS 6 von der Google-Maps-Anwendung verabschiedet und stattdessen die eigene, höchst umstrittene Anwendung fest installiert.

Geister-Flughafen in Irland

Die Irish Times freut sich, dass Apple Dublin einen neuen Flugplatz ("Airfield") verschafft hat. Das Problem: Es gibt im irischen Dundrum zwar einen Platz namens "Airfield", aber der ist kein Flugplatz. Trotzdem erscheint auf Apples iOS-Karte an dieser Stelle ein Flughafensymbol, ein kleines Flugzeug-Piktogramm. Irlands Justizminister Alan iOS 6: Shatter ätzte laut "Irish Times", im Zusammenhang mit Airfield sei eine ganze Reihe von alternativen Bildern denkbar, "etwa eine Kuh, eine Ziege, ein Schaf, eine Blume oder einfach irgendeine Pflanze, da es in Airfield eine Gärtnerei gibt". Einzig "ein Flugzeug ist ein absolut unangemessener Gedankenflug", so Shatter.

. Das iPhone 5 bei der Telekom: jetzt vorbestellen (Quelle: t-online.de)

(Quelle: t-online.de)

Auch in Deutschland findet man in Apples Kartendienst interessante Änderungen. Das Brandenburger Tor in Berlin ist zwar als Sehenswürdigkeit markiert, ruft man jedoch die zusätzlichen Informationen in der Kartenansicht auf, steht da als Adresse: "Unter den Linden, 10117 Schöneiche bei Berlin".

Apples Kartendienst blendet Kölner Dom aus

Einige Nutzer sind zudem unzufrieden, weil Apples Kartenprogramm bei bestimmten Zoomstufen sehr wichtige Sehenswürdigkeiten nicht mehr anzeigt. So wird zum Beispiel in Köln bei einem hohen Maßstab der Dom nicht mehr als Sehenswürdigkeit dargestellt, zoomt man heran, erscheint das Wahrzeichen aber auch auf den Apple-Karten. Einige Nutzer des neuen Dienstes hatten zwischenzeitlich erbost vermerkt, Apple habe den Dom ganz zum Verschwinden gebracht.

Viele Nutzer beschweren sich auch darüber, dass sie die Navigationsfunktion des Kartendienstes massiv in die Irre geführt habe. "Es wollte mich zehn Meilen in die falsche Richtung schicken", twitterte ein Nutzer. Selbst eigentlich glühende Apple-Fans meckern über die Kartenfunktion. Und der Gadget-Guru des "Wall Street Journal", Walt Mossberg, nannte die neuen Maps "den größten Nachteil" von iOS 6.

Manchester United oder Kinder ab fünf Jahren?

Der BBC zufolge sind auch in Großbritannien gravierende Fehler zu verzeichnen. Uckfield in East Sussex sei am falschen Ort eingezeichnet, eine Suche nach dem Fußballclub Manchester United führe den Nutzer stattdessen zu einem Gemeinde-Verein mit einer Mannschaft für Kinder ab fünf.

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Verschwunden ist in dem Kartendienst auf den ersten Blick auch die Freiheitsstatue in New York. Ihren Schatten sieht man in der 3D-Ansicht zwar, die Statue selbst ist aber eben doch nur in 2D dargestellt – sie ist deshalb nur als grünlicher Fleck am Boden zu erkennen.

Weblog sammelt Karten-Fehler und kuriose Ansichten

Mittlerweile gibt es auch schon ein Tumblr-Blog, das Fehler und kuriose Ansichten aus Apples Kartendienst sammelt. Unter anderem im Angebot: Sucht man nach Stratford-upon-Avon, zeigt Apples Kartendienst den Stadtteil Shottery, der am Westrand der Stadt liegt.

Ein Sprecher von TomTom, dem Unternehmen, von dem ein großer Teil von Apples Kartenmaterial stammt, gab sich gegenüber der BBC schmallippig. Die eigenen Karten bildeten nur "die Grundlage" des Dienstes, "die Nutzererfahrung hängt völlig davon ab, welche Entscheidungen die Hersteller treffen". Man sei von den eigenen Karten weiterhin überzeugt.

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