02.01.2013, 10:46 Uhr | dpa
Motorola soll für Google den iPhone-Killer "X-Phone" bauen. (Quelle: Symbolbild: Motorola)
Google arbeitet an einem iPhone-Killer: Der Suchmaschinengigant soll laut einem Bericht des Wall Street Journals mit dem Projekt X Phone ein Super-Smartphone mit seinem Betriebssystem Android entwickeln, dass neben dem iPhone auch die Samsung Galaxy-Baureihe übertrumpfen soll. Gebaut werden soll das X Phone bei Googles neuem Tochterunternehmen Motorola, allerdings sei das Unternehmen bei der Entwicklung des Smartphones auf einige Hindernisse gestoßen.
Die Idee sei von Anfang an gewesen, das Super-Smartphone mit den bestmöglichen Technologien auszustatten. So sollte die Kamera zum Beispiel eine bessere Farbsättigung und eine Software für Panorama-Aufnahmen bekommen. Allerdings sei festgestellt worden, dass einige Funktionen einen zu hohen Stromverbrauch hätten oder bereits von den Konkurrenten umgesetzt worden seien, hieß es unter Berufung auf informierte Personen. So haben das iPhone 5 und iOS 6 von Apple eine Panoramabildfunktion.
Außerdem sei Motorola auf Probleme gestoßen als versucht worden sei, biegsame Bildschirme und Keramik als Gehäuse-Material zu testen. Es handele sich nach Darstellung von Beteiligten aber um normale Schwierigkeiten bei der Entwicklung neuer Geräte.
Das Projekt X Phone genieße Rückendeckung von ganz oben, heißt es in dem Artikel weiter. Google-Chef Larry Page habe das Motorola-Team ermutigt, "groß zu denken", hieß es. Nach dem Super-Smartphone solle dann auch ein X Tablet entwickelt werden. Außerdem werde bei Motorola auch an einfacheren Smartphones gearbeitet.
Ein eigenes Super-Smartphone aus dem Hause Google könnte allerdings das Verhältnis zu Samsung, dem wichtigsten Android-Partner belasten. Die Südkoreaner sind die klare Nummer eins bei den Smartphones und Google sollte sie schon deshalb nicht verärgern. Schon seit einiger Zeit wird spekuliert, Samsung könnte auf Basis seiner Marktmacht auf ein eigenes Betriebssystem oder eine von der Google-Welt abgekoppelte Android-Variante setzen.
Google hatte umgerechnet 9,44 Milliarden Euro für Motorola bezahlt. Als vorrangiges Ziel wurde genannt, das Google-Betriebssystem Android vor Patentklagen der Konkurrenz zu schützen. Der seit Jahren schwächelnde Handy-Pionier hat ein riesiges Arsenal an Schutzrechten und Patenten, die durch die Übernahme jetzt Google gehören. Allerdings ging diese Strategie nur teilweise auf: Weil ein großer Teil der Patente zum Grundstock von Standards gehört, riefen Motorola-Klagen Regulierer auf den Plan, die dem Verdacht eines Missbrauchs der Marktposition nachgehen. Google fuhr deshalb die Klagen mit Standard-Patenten inzwischen zurück.
Quelle: dpa
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