02.02.2013, 16:43 Uhr | dpa
Mit neuen Smartphones und einem neuen Betriebssystem kämpft Blackberry ums Überleben. Am Mittwoch stellte das Unternehmen in New York das neue mobile Betriebssystem Blackberry 10 und zwei neue Smartphones vor. Zur neuen Strategie gehört auch ein neuer Name: Bislang hieß der Blackberry-Hersteller Research im Motion (RIM), nun trägt das Unternehmen den Namen der Smartphones. Außerdem wurde ein Popstar als Kreativdirektor verpflichtet.
Das neue Smartphone Q10 hat wie viele Blackberry-Geräte eine Tastatur, das zweite Smartphone Z10 hat einen Touchscreen. Das neue Betriebssystem, an dem Blackberry rund zwei Jahre gearbeitet hat, unterscheidet sich in der Bedienung deutlich von anderen auf dem Markt. Blackberry 10 soll mit einer ausgeklügelten Gesten-Bedienung einen schnellen Wechsel zwischen Anwendungen ermöglichen und neue Nachrichten an einem Ort sammeln.
Eine intelligente Software-Tastatur soll das Tippen auf dem Touchscreen erleichtern. Ein wichtiges Feld für die Zukunft ist die Verbindung zur Elektronik im Auto sowie Haushalts-oder Gesundheitstechnik, kündigte der aus Deutschland stammende Konzernchef Thorsten Heins an.
Die US-Sängerin ist das neue Aushängeschild für Blackberry. Das Smartphone Z10 verzichtet erstmals auf eine Tastatur. zum Video
Die neue Software ermöglicht eine strikte Trennung zwischen beruflichen und privaten Inhalten und Daten. So kann ein Firmen-Administrator die geschäftlichen Daten eines Mitarbeiters kontrollieren, ohne dessen private Fotos oder E-Mails einsehen oder verändern zu können. Diese Funktion heißt Blackberry Balance. Damit will Blackberry vor allem Geschäftskunden zurückgewinnen, die bisherige Stammkundschaft.
Beim Blackberry Hub wiederum laufen alle Nachrichten zusammen – egal ob E-Mail, Twitter, Facebook oder Mitteilungen aus anderen sozialen Netzwerken. Das soll für einen schnellen Überblick sorgen. Erste Tester waren begeistert von den Funktionen.
Blackberry konnte auch Entwickler von Apps gewinnen, neue Programme für Blackberry 10 zu schreiben. Zum Start gebe es bereits rund 70.000 Apps für das neue System, hieß es. Darunter seien SAP-Anwendungen ebenso wie der beliebte Nachrichtendienst WhatsApp, der Internet-Telefoniedienst Skype, Amazons E-Book-Software Kindle oder das Kultspiel "Angry Birds".
Blackberry gehörte einst zu den Wegbereitern im Smartphone-Markt, verlor aber den Anschluss an Google und Apple. Im vergangenen Jahr hatte sich der Anteil der Blackberrys an den Verkäufen nach Zahlen der Marktforschungsfirma IDC mehr als halbiert und lag bei 4,6 Prozent. Der Smartphone-Markt boomte in der selben Zeit. Nach hohen Verlusten musste Heins mit einem harten Sparkurs durchgreifen. Für viele Marktexperten gilt Blackberry 10 als die letzte Chance, noch eine Wende zu schaffen.
Quelle: dpa
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