24.06.2013, 09:25 Uhr | Andreas Lerg
Gratis kann ganz schön teuer sein: Auf Smartphones und Tablets locken sogenannte "Freemium-Games" mit kostenlosem Spielvergnügen. Doch wer nicht aufpasst, bekommt am Ende eine teure Rechnung präsentiert, denn jede kleine Erweiterung kostet Geld. Wir sagen, wie Sie unseriöse Anbieter erkennen und welche Maßnahmen Sie gegen Kostenfallen treffen können.
Der Fall eines fünfjährigen Jungen aus England ging durch die Presse. Er hatte mit dem iPad seines Vaters in nur zehn Minuten fast 2000 Euro verspielt. Das Spiel, das er auf den Tablet-PC heruntergeladen hatte, war kostenlos. Deshalb hatte sein Vater ihm den Zugang zu Apples App-Store freigeschaltet. Aber dann kaufte der Junge – ohne es zu wissen – zahlreiche Zusatzfunktionen und Erweiterungen innerhalb des Spiels. Die teuren Einkäufe wurden automatisch über die bei Apple hinterlegte Kreditkarte der Eltern abgerechnet.
Für diese Art der Spiele hat sich der Begriff "Freemium-Games" eingebürgert. Die Spiele können kostenlos heruntergeladen und gespielt werden. Allerdings bieten sie in der Gratisversion nur Basisfunktionen. Mal kann nur eine begrenzte Anzahl von Leveln gespielt werden, mal fehlen nützliche Zusatzfunktionen, die dass Spiel spannender und abwechslungsreicher machen. Diese Premium-Funktionen kosten dann Geld. Daher der Begriff "Freemium", der sich aus "Free" und "Premium" zusammensetzt.
Wer die Ergänzungen nutzen möchte, muss diese meist für kleine Beträge innerhalb des Spiels mit einem sogenannten In-App-Kauf erwerben. Die Funktion wird innerhalb des Spieles heruntergeladen und installiert, die Kosten dem Konto des Nutzers belastet.
Bei anderen Spielen kann der Nutzer die häufigen Werbeeinblendungen ausschalten, wenn er von der Freemium-Version auf die Vollversion wechselt. Oft lockt die Vollversion mit Zusatzfunktionen, um den Kauf attraktiver zu machen. Das gilt ähnlich auch für zahlreiche andere Apps, die es als kostenlose Version gibt und die man gegen Aufpreis werbefrei schalten kann.
Seriöse Hersteller von Apps zeigen in ihren Programme deutlich an, wenn eine Zusatzfunktion kostenpflichtig erworben werden muss. Klickt der Nutzer den entsprechenden Button an, wird deutlich darauf hingewiesen, dass der Nutzer etwas kauft und bezahlen muss, sobald er auf OK klickt.
Andere Anbieter nehmen es mit dieser Transparenz nicht ganz so genau. Zwar wird auch hier angezeigt, dass die Extrafunktion Geld kostet, aber eben bei weitem nicht so deutlich. Gerade in Spielen für Kinder stecken oft Zusatzfunktionen, die richtig teuer sind. Der kleine Danny aus England kaufte Zusatzfunktionen, die jeweils 80 Euro kosteten.
Während Erwachsene das Prinzip der Freemium-Spiele schnell verstehen, ist das für kleine Kinder weder ersichtlich noch verständlich. Daher sollten Eltern die jeweilige Kinderschutzfunktion auf ihrem Smartphone oder Tablet aktivieren, sobald sie ihre Kinder damit spielen lassen.
Bei Apples Betriebssystem iOS nennt sich die Kinderschutzfunktion Einschränkungen. In den Einstellungen kann genau festgelegt werden, welche Funktionen und Apps Kinder auf dem Gerät nutzen dürfen. Sinnvoll ist es beispielsweise, die Passwort-Eingabe bei Kaufvorgängen so umzustellen, dass sie jedes Mal sofort abgefragt wird.
Noch besser: App-Käufe lassen sich auch komplett unterbinden, selbst dann, wenn die Kinder das Passwort für den App-Store kennen. Dann können der Nachwuchs weder eine App kaufen noch In-App-Käufe tätigen. Die Einschränkungen können nur mit einem separaten, nur den Eltern bekannten Passwort ein- und ausgeschaltet werden.
Googles mobiles Betriebssystem Android hat serienmäßig keinen Kinderschutz an Bord. Eltern können hier aber mit entsprechenden Apps nachrüsten. Beispielsweise die App Kids Place. Mit dieser App können Eltern dann genau festlegen, welche Apps Kinder nutzen dürfen und welche nicht. Auch kann die Nutzungszeit begrenzt werden, sodass das Gerät gesperrt wird, damit die Kinder nicht zu lange mit dem Smartphone oder Tablet spielen.
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24.06.2013, 09:25 Uhr | Andreas Lerg
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