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Chaos bei Handy-Ladegeräten droht

19.04.2013, 14:59 Uhr | AFP

Neues Chaos bei Handy-Ladegeräten droht. Unterschiedliche Handy-Anschlussbuchsen (Quelle: imago/Niehoff)

Die Zeiten unterschiedlicher Handy-Anschlussbuchsen sind vergangen, könnten aber wiederkommen. (Quelle: Niehoff/imago)

Die EU-Kommission befürchtet ein neues Chaos bei Ladegeräten für Handys, Smartphones und Tablets. Erst vor vier Jahren haben sich mehrere Hersteller zu einem einheitlichen Standard verpflichtet, der den Austausch von Ladegeräten unterschiedlicher Handy-Modelle ermöglicht. Doch kaum sind die ersten Geräte auf dem Markt, wollen die meisten Hersteller die Selbstbindung nicht verlängern. Industriekommissar Antonio Tajani erwägt drastischere Maßnahmen.

In Europa gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Ladegeräte für Handys und Smartphones. In manchen Fällen werden sogar für verschiedene Geräte derselben Marke unterschiedliche Apparate zum Aufladen des Akkus benötigt.

Dies führt dazu, dass die Verbraucher für ein neues Handy häufig auch ein neues Ladegerät benötigen. Zudem ist es auch ein Umweltproblem, wenn noch funktionsfähige Geräte auf dem Schrott landen. Nicht zuletzt wird das Reisegepäck leichter, wenn zu verschiedenen Geräten nur ein Ladekabel mitgenommen werden muss.

Zehn Hersteller verpflichteten sich

Um dem Durcheinander entgegenzuwirken, brachte die Kommission 2009 noch unter Industriekommissar Günter Verheugen (SPD) eine Vereinheitlichung auf den Weg. Die wichtigsten Hersteller gingen eine Selbstverpflichtung für Handys mit bestimmtem technischen Standard ein.

Zehn Unternehmen beteiligten sich sofort: Motorola, LGE, Samsung, RIM, Nokia, SonyEricsson, NEC, Apple, Qualcomm und Texas Instruments. Später schlossen sich weitere Hersteller an, doch nicht alle brachten wirklich standardkonforme Geräte auf den Markt.

Das hatte nach Einschätzung der Brüsseler Behörde Erfolg. Die Ladegeräte von 90 Prozent der neuen Telefone, die Ende 2012 in den Handel kamen, seien nach einer Schätzung untereinander austauschbar. Allerdings beruft sich die Kommission auf von der Branche selbst gemeldete Zahlen, und sie nennt Ende 2012 als Vergleichspunkt. Viele Bürger dürften ihr Gerät jedoch schon länger besitzen.

Der Branchenverband BITKOM teilte am Donnerstag mit: "Spätestens seit Ende 2011 werden von den Unterzeichnern der Vereinbarung einheitliche Ladegeräte ausgeliefert. Diese können für rund 90 Prozent der aktuellen Smartphones verwendet werden."

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Neues Chaos droht

Auf jeden Fall droht neues Durcheinander. Denn die Selbstverpflichtung lief im Dezember 2012 aus. Laut BITKOM hat die Branche zwar im europäischen Verband Digitaleurope vereinbart, "sich mit den technischen Normen für die nächste Gerätegeneration zu beschäftigen und diese auf den neuesten Stand zu bringen". Doch laut Kommission ist eine neue Selbstverpflichtung nicht in Sicht.

Das Problem ist nach Brüsseler Angaben, dass die Firmen weiter nach technischen Lösungen etwa für kabelloses Aufladen suchen – und daher noch keinen neuen gemeinsamen Standard fixieren können oder wollen. Die Standards der früheren Selbstverpflichtung seien überholt.

Einheitliche Ladegeräte auch für Kameras

Brüssel will notfalls im Sinne der Verbraucher durchgreifen. Industriekommissar Tajani erwäge, per Gesetz einheitliche Ladegeräte zu erzwingen, bekräftigte die Kommission Äußerungen Tajanis gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Donnerstag. Der Kommissar spricht sich außerdem für eine Ausweitung aus: Ladegeräte der Zukunft müssten nicht nur Telefone, sondern auch andere Geräte wie Digitalkameras und GPS-Geräte laden können.

Die Kommission bekommt dafür Rückenwind aus dem Europaparlament. "Bei Geräten des täglichen Gebrauchs macht es Sinn, europaweit einheitliche Regelungen zu haben", machte die CSU-Abgeordnete Angelika Niebler klar. Zur Not müssten auch gesetzliche Vorgaben geprüft werden, sagte Niebler, die Mitglied des Industrieausschusses ist.

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