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HTC One im Praxistest: Hält das Smartphone, was es verspricht?

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HTC One im Praxistest: Hält das Rekord-Smartphone, was es verspricht?

17.05.2013, 13:43 Uhr |

HTC One im Praxistest: Hält das Smartphone, was es verspricht?. Das HTC One im Praxistest (Quelle: Hersteller)

Das HTC One im Praxistest (Quelle: Hersteller)

Mit seinem neuen Topmodell hat HTC nicht nur die Fachwelt verblüfft. Das HTC One unterscheidet sich in vielen Punkten fast vollständig von den anderen Smartphones des taiwanesischen Herstellers. Das Gehäuse ist fast vollständig aus Metall und macht einen sehr edlen Eindruck, zudem hat HTC die Software-Oberfläche neu gestaltet. Die wohl größte Überraschung ist jedoch die Kamera. Wir haben uns das HTC One genauer angeschaut.

Die technischen Daten des HTC One sind von Display bis Prozessor auf dem Niveau der absoluten Spitzenklasse. Dazu kommt ein makelloses Gehäuse, das aus einem Block gefräst ist. Vorherige HTC-Modelle waren vereinzelt zwar auch schon aus Metall, doch die Rückseite wirkte immer zerklüftet und bestand zum Teil aus Kunststoff.

Damit das Metall die Empfangsqualität nicht mindert, sind Unterbrechungen sichtbar. Das funktioniert – die Empfangsqualität ist sogar besser als bei vielen anderen Smartphones aus Kunststoff. Verbindungsabbrüche durch eine bestimmte Handhaltung ließen sich nicht hervorrufen.

Foto-Serie mit 7 Bildern

HTC One: Die Vorteile der Kamera

Beim HTC One wird deutlich, dass HTC nicht wahllos dem Prinzip "alles wird größer und schneller" anhängt. So löst die Kamera nur 4,1 Megapixel auf, und das auch nur im Breitformat. Im Normalformat 4:3 sind es 3,1 Megapixel. Doch der Qualität der Bilder tut das keinen Abbruch. Im Gegenteil, gerade bei schlechten Lichtverhältnissen leiden die Fotos nicht unter dem typischen Bildrauschen wie diejenigen mit der vielfachen Pixelanzahl.

Ein weiterer Vorteil ist die geringe Dateigröße der Fotos. Dadurch eignen sie sich zwar nicht für großformatige Ausdrucke, doch wer hängt sich schon ein Smartphone-Foto in Postergröße an die Wand? Bezeichnenderweise lässt HTC jedoch die Angabe der Megapixel der Kamera unter den Tisch fallen – möglicherweise um nicht jene Kunden zu vergraulen, die die Anzahl der Megapixel als Qualitätsmerkmal ansehen.

Display mit Pixeldichten-Weltrekord

Der Bildschirm zeigt bei einer Diagonale von 4,7 Zoll 1080×1920 Pixel. Das sind 469 ppi, feiner löst kein Display auf – nicht von einem Smartphone, schon gar nicht von einem Tablet oder Notebook. Das Samsung Galaxy S4 hat zwar dieselbe Pixelanzahl, aber eine größere Bildschirmfläche.

Die entscheidende Frage lautet: Ist die hohe Pixeldichte mit bloßem Auge zu erkennen? Die klare Antwort: Nein. Selbst den Unterschied zum dagegen grob auflösenden "Retina"-Display des iPhone (326 ppi) oder den Smartphones mit 720×1280 Pixeln erkennen die meisten nur mit einer Lupe.

Einen Nachteil hat eine derart hohe Pixelanzahl aber durchaus, denn er kostet Akkuleistung. Trotzdem: Hätte HTC eine schlechtere Auflösung verbaut, würde das HTC One nicht in der Liga der Super-Smartphones mitspielen.

An der Darstellungsqualität des Bildschirms gibt es wie erwartet nichts zu mäkeln. Er leuchtet schön hell und ist auch bei Sonneneinstrahlung gut lesbar. Dem AMOLED-Display des Galaxy S4 ist das HTC One zwar leicht unterlegen, was auch am geringeren Kontrast liegt. Trotzdem gehört der Bildschirm klar zu den Stärken des HTC-Topmodells und zu den besten überhaupt.

Langsamer als das Galaxy S4

Bei Benchmark-Messungen hat der Prozessors sehr schnell abgeschnitten, muss sich aber dem Galaxy S4 geschlagen geben. Alles andere wäre auch eine Überraschung, denn die Taktrate des Samsung-Flaggschiffs ist 200 Megahertz höher. Das ist aber kein Anlass zur Abwertung – so ziemlich alle Smartphones außer dem Galaxy S4 dürften langsamer sein als das HTC One. Außerdem dürfte es nur wenige Anwendungen geben, bei denen ein Unterschied zwischen dem Galaxy S4 und dem HTC One spürbar ist.

Musik mit Wumms

Im HTC One ist die Beats-Audio-Technik verbaut, die HTC schon länger bei Smartphones mit Boom-Sound versorgt. Das führte üblicherweise zu einem sehr basslastigen, unnatürlichen Klang. Beim HTC One ist das besser gelungen: Die Bässe werden zwar verstärkt, aber im Rahmen des Erträglichen. Für die mitgelieferten In-Ear-Kopfhörer ist der Boom-Sound geradezu ein Glücksfall. So klingen sie einigermaßen akzeptabel.

Dagegen klingen die Stöpsel bei deaktivierter Beats-Technik, wie sie sich anfühlen: billig. Noch schlimmer als die Haptik der Ohrhörer ist die Beschriftung, denn die Buchstaben L und R für links und rechts sind kaum zu erkennen. Ebenfalls verbesserungswürdig ist die Fernbedienung am Kabel. Der Knopf hat nur eine Pausenfunktion, für die Lautstärke muss man zur Wippe am Gerät greifen. Es ist nur schwer verständlich, warum einem solchen Edel-Smartphone derart billiges Zubehör beigelegt wird.

Mit einem Ersatz-Kopfhörer der gehobenen Qualität ist der Klang des HTC One sehr klar. Die Aktivierung des Boom-Sounds ist hier eher Geschmacksache. Bei der Maximallautstärke geht HTC in die Vollen – ein amtlicher Tester würde das Gerät wegen Gesundheitsgefährdung glatt durchfallen lassen.

HTC One: Die Handhabung

Durch die gebogene Rückseite – das HTC One wird zu den Kanten hin flacher – liegt das Smartphone gut in der Hand, aber nicht gut auf dem Tisch. Dort liegt es zudem auf der Kameralinse, was mit der Zeit vielleicht zu Kratzern führen könnte. Die Lautstärkewippe an der rechten Kante ist gut erreichbar, aber der Ein-Ausschalter auf der Oberseite nicht.

Da mit diesem Knopf auch der Bildschirm aus dem Stand-by geholt werden muss, ist ständig die zweite Hand nötig, wenn man sich nicht die Finger verrenken will. Das ist umständlich und ein klarer Minuspunkt. Die Fußzeile hat nur zwei Softkeys, weil in der Mitte das HTC-Logo steht.

Beim Startbildschirm hat HTC gegenüber der alten Sense-Oberfläche nachgebessert. Der Homescreen ist zwischen App-Menü in Gitterform und News-Zentrale umschaltbar. Die News sind in Kacheloptik angeordnet, die Themen und Nachrichtenquellen selbst auswählbar. Daneben gibt es die Möglichkeit, die Lieblings-Apps auf weiteren Bildschirmen anzuordnen.

Das ist umständlich, weil seitwärts und abwärts gescrollt oder geblättert werden muss – hier gibt es Nachholbedarf. Ebenfalls verbesserungsfähig ist der Tippweg zu den Schnelleinstellungen: Um zum Bildschirm mit Flugmodus oder Bluetooth zu gelangen, ist ein Tipp mehr notwendig als bei der Android-Konkurrenz. Die GPS-Funktionen sind noch einen Fingertipp weiter entfernt.

Bei Datei-Handling könnte HTC ebenfalls nachbessern: So lässt sich beispielsweise ein Screenshot nach der Aufnahme ansehen, aber mehr nicht – das Bildschirmfoto lässt sich in dieser Anzeige weder versenden noch löschen. In der "Alben"-App, in der das HTC One aufgenommene Kamerafotos anzeigt, tauchen die Screenshots nicht auf.

Fazit: Tolles Smartphone mit Macken

Schade – dieses tolle Stück Hardware hätte eine Bestnote verdient. Materialien, Verarbeitung, Klang, Rechentempo, Kamera und Display bekommen auch eine, doch die Mängel machen einiges zunichte.

Der umständliche Griff zum Einschalter, die schlecht geschützte Kameralinse, die uneinheitlichen Homescreens, der beigelegte Billig-Kopfhörer und diverse andere Ungereimtheiten trüben das Bild. Trotzdem: Der taiwanesische Hersteller hat hier wohl sein bestes Smartphone überhaupt abgeliefert. Man darf gespannt auf ein HTC One Mini sein – wenn noch eins kommt.

Das HTC One ist in etwa das Gegenstück zum Topseller Samsung Galaxy S4: Hier das edle und makellose Metallgehäuse ohne Wechselakku und Speicherkarteneinschub, dort die dagegen billig anmutende Plastikschale, die jedoch im Alltag praktischer ist. Das Rennen um die Smartphone-Krone gewinnt das HTC One auch aus anderen Gründen nicht. Bei etwa gleichen äußeren Abmessungen ist das Display des Galaxy S4 ein Stück größer und auch etwas besser, aber vor allem ist dessen Bedienung stimmiger.

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