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Blackberry: Ein Drittel aller Blackberry-Apps stammt von nur einem Hersteller

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Ein Drittel aller Blackberry-Apps stammt von nur einem Hersteller

23.08.2013, 10:33 Uhr | Matthias Kremp, Spiegel Online

Blackberry: Ein Drittel aller Blackberry-Apps stammt von nur einem Hersteller. Februar 2013: Blackberry stellt den neuen Blackberry Z 10 mit dem neuen Smartphone-System in Köln vor. (Quelle: dpa)

Viele Blackberry-Apps haben nur eingeschränkten Nutzen (Quelle: dpa)

Für Blackberry-Nutzer gibt es rund 120.000 Apps zur Auswahl. Doch nun stellt sich heraus: Mehr als 47.000 stammen von einem einzigen Unternehmen mit Sitz in Hongkong. Die meisten haben nur eingeschränkten Nutzen – wenn überhaupt.

Apps sind die Währung, mit der die Anbieter der konkurrierenden Smartphone-Systeme Kunden locken. Große Zahlen sollen ein umfangreiches Angebot mit Apps für jeden nur denkbaren Anwendungszweck suggerieren. Apple meldete zuletzt 900.000 Apps für iPhones und iPads aus seinem App Store, Google spricht derzeit von 700.000 Android-Apps in seinem Play Store.

Blackberry World: 120.000 Apps zum Download

Blackberry hinkte da immer etwas hinterher, erklärte im Mai stolz, endlich 120.000 verschiedene Apps in seiner Blackberry World zum Download anzubieten. Da dürfte die Nachricht, mehr als ein Drittel dieser Apps kämen von ein und demselben Anbieter, dem Smartphone-Hersteller ungelegen kommen.

Genau diesen Vorwurf erhebt "Berryreview", ein auf die kanadischen Mobiltelefone spezialisiertes Nachrichtenportal. Demnach hat allein die in Hongkong ansässige Firma S4BB über 47.000 Handy-Programme in die Blackberry World, den App Store des kanadischen Herstellers, eingespeist.

Schaut man sich an, was die Firma mit der Anbieternummer 102 zu bieten hat, findet man auf den ersten Blick einige durchaus nützliche Apps: Screenshot-Tools, Barcode-Scanner und Kamera-Apps sind darunter. So etwas passt zu dem Anspruch, den die Firma auf ihrer Webseite an sich selbst stellt: Ihre "Blackberry-Produkte" seien "marktführend und decken nahezu alle Aspekte dessen ab, was auf Mobilgeräten möglich ist".

Urlaub in Aappilattoq

Was man dann allerdings zu sehen bekommt, wenn man etwas tiefer in das Angebot von S4BB eintaucht, lässt Zweifel am Qualitätsanspruch des Unternehmens aufkommen. Natürlich haben wir nicht das gesamte Angebot untersuchen können, doch Stichproben brachten beispielsweise Hunderte als App verpackte E-Books von Titeln zutage, deren Copyright offenbar abgelaufen ist ("A Christmas Carol by Charles Dickens").

Noch wesentlich häufiger scheinen Stadtführer vertreten zu sein. Wer wollte nicht schon einmal gut informiert Urlaub bei den 130 Einwohnern von Aappilattoq in Grönland machen? Darüber hinaus gibt es zahlreiche "Lock-Apps", die jeweils den Zugang zu einer ganz bestimmten App per Passwort sichern. Und schließlich finden sich im S4BB-Katalog diverse Apps, die offenbar nichts anderes tun, als die RSS-Feeds bestimmter Webseiten auszulesen, um beispielsweise aktuelle Nachrichten vom Weißen Haus oder Wetterprognosen anzuzeigen.

App-Spam

Qualität sieht jedenfalls anders aus. Für Blackberry ist die Nachricht, dass ein einzelner Hersteller die Blackberry World mit überwiegend nutzlosen Apps überzieht, ein Rückschlag. Mit viel Einsatz hat der Konzern Entwickler für seine Plattform geworben. Unter anderem wurden zeitweilig 100 Dollar für jede in den Onlineshop eingetragene App gezahlt. Eine andere Initiative, versprach 10.000 Dollar für Apps, die bestimmte Qualitätskriterien erfüllen.

Auf Anfrage von Spiegel Online erklärte Blackberry zu dem Problem: "Blackberry World ist ein offener Marktplatz für Entwickler und wir lassen die Marktkräfte entscheiden, welche Strategien Erfolge haben und welche nicht. Die Fähigkeit mit seinen Produkten in überfüllten App Stores gefunden zu werden wird weiterhin für alle Entwickler eine Herausforderung sein."

Einschreiten will das Unternehmen also offenbar nicht, lässt S4BB weiter massenweise Apps online stellen, die kaum jemand braucht und die genau das Problem verschärfen, von dem Blackberry selbst spricht: Wie Spam manchmal den Blick auf wirklich wichtige E-Mails versperrt, versperren sie den Blick auf die wirklich guten Apps.

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