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US-Gericht: Versender einer SMS trägt Mitschuld an Autounfällen

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US-Gerichtsurteil  

SMS-Versender trägt Mitschuld an Autounfällen

30.08.2013, 20:22 Uhr | t-online.de

US-Gericht: Versender einer SMS trägt Mitschuld an Autounfällen. Ein US-Gericht urteilt: Der Versender einer SMS-Nachricht hat an Unfällen eine Mitschuld zu tragen. (Quelle: imago/CHROMORANGE/Montage)

Ein US-Gericht urteilt: Der Versender einer SMS-Nachricht hat an Unfällen eine Mitschuld zu tragen. (Quelle: CHROMORANGE/Montage/imago)

Ein US-Gericht hat festgelegt, dass der Versender einer SMS-Nachricht im Falle eines Autounfalls ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden kann. In der Verhandlung hatte ein Ehepaar einen Autofahrer und dessen Freundin verklagt, der die beiden mit seinem Wagen erfasst hatte. Die junge Frau kam allerdings noch einmal mit einem blauen Auge davon.

Im Oktober 2009 machte das klagende Ehepaar einen Ausflug mit seinem Motorrad. Eine Meile von ihrem Zuhause in New Jersey entfernt, erfasste die zwei der damals 18-jährige Autofahrer frontal. Beide verloren dabei ein Bein.

SMS-Kommunikation führte zum Unglück

Der junge Fahrer gab im Verlauf der Ermittlungen zu, dass er während der Fahrt mit seiner damals 17-jährigen Freundin per SMS kommunizierte – was in den USA genau wie in Deutschland verboten ist. Insgesamt sollen die Verliebten während seiner Fahrt 62 Nachrichten ausgetauscht haben, wie anhand der Verbindungsdaten ermittelt wurde.

Grund genug für die Unfallopfer, den Unfallverursacher zu verklagen. Doch nicht nur der junge Mann, auch seine Freundin stand laut dem Ehepaar in der Verantwortung. Weil diese gewusst habe, dass ihr Freund gerade im Auto saß und dennoch mit ihm SMS-Nachrichten hin und her versendete, sei sie genauso Schuld am Unfall, wie der Fahrzeugführer selbst, erklärte die Klägerin dem US-Fernsehsender CBS.

Versender ist unter bestimmten Voraussetzungen ebenso schuldig

Zum gleichen Schluss kamen dann auch zwei der drei verantwortlichen Richter. In einem Grundsatzurteil legten sie folgendes fest: Jeder Versender einer SMS-Nachricht, der weiß, dass der Empfänger gerade einen Wagen lenkt, trägt Mitschuld an einem Unfall. Gleiches gilt, wenn derjenige nur weiß, dass der Empfänger nicht davor zurückschreckt, die SMS-Nachricht zu lesen, selbst wenn er ein Auto fahren sollte.

Die Richter erhoffen sich von diesem Urteil eine abschreckende Wirkung. Ihrer Meinung nach, sollte die Öffentlichkeit sich der Gefahren bewusst sein, welche die Benutzung von Mobiltelefonen hinter dem Steuer mit sich bringt.

Mit einem blauen Auge davon gekommen

Die Freundin des Unfallverursachers hatte im aktuellen Fall aber Glück. Ihr konnte weder eine Kenntnis darüber nachgewiesen werden, dass ihr Freund während des Simsens ein Auto führte, noch, dass er derartigem Verhalten neigte. Somit sprachen die Richter sie frei.

In Deutschland gilt eine solche Regelung unterdessen (noch) nicht. Die Benutzung des Handys oder Smartphones am Steuer ist ohne Freisprecheinrichtung aber verboten. Deshalb kann es im Falle eines Unfalls zu Problemen mit dem Kfz-Versicherer kommen, wenn dem Fahrer nachgewiesen wird, dass er sich durch sein Mobiltelefon hat ablenken lassen. Dem Versender von SMS-Nachrichten drohen aber keine Sanktionen.

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