Startseite
Sie sind hier: Home > Digital > Smartphone & Tablet PC >

Deal perfekt: Microsoft kauft Nokias Handy-Sparte auf

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Deal perfekt  

Microsoft kauft Nokias Handy-Sparte für fünf Milliarden Euro auf

03.09.2013, 18:54 Uhr | dpa

Deal perfekt: Microsoft kauft Nokias Handy-Sparte auf. Nokia Lumia 820 Smartpone mit Microsoft-Logo auf dem Display (Quelle: Reuters)

Microsoft kauft Nokias Handy-Geschäft (Quelle: Reuters)

Microsoft übernimmt die Handy-Sparte des finnischen Konzerns Nokia. Das meldete der Windows-Hersteller am Dienstagmorgen. Der Kaufpreis liegt bei insgesamt 5,44 Milliarden Euro, künftige Windows-Phone-Modelle kommen demnach fortan von Microsoft selbst. Doch abseits dieses Vorteils für den amerikanischen Software-Riesen, gehen auch die Gerüchte um, dass Nokia-Chef Elop eventuell das Ruder bei Microsoft übernehmen könnte – immerhin verkündete dessen Chef Steve Ballmer Ende August seinen Rücktritt.

Microsoft zahlt in bar 3,79 Milliarden Euro für das Geschäft mit Geräten und Diensten und gibt weitere 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen auf zehn Jahre aus. Außerdem wird Microsoft auf Nokias Kartendienste zurückgreifen. Die Nokia-Aktie schoss um über 43 Prozent auf rund 4,25 Euro hoch. Im Jahr 2007 hatte sie aber noch über 20 Euro gekostet. Die Microsoft-Aktie gab dagegen vorbörslich um fünf Prozent nach.

Die Konkurrenz als Vorbild

Über eine Nokia-Übernahme durch Microsoft war bereits seit einiger Zeit spekuliert worden. Die Unternehmen waren Anfang 2011 eine enge Partnerschaft eingegangen. Nokia ist der wichtigste Hersteller von Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone. Der Windows-Konzern wird nun Software und Geräte aus einer Hand anbieten können - wie der Rivale Apple. Microsoft hatte bereits einen ersten Schritt in diese Richtung mit dem eigenen Tablet Surface gemacht, das sich jedoch schlechter als erwartet verkaufte.

Umbruch bei Nokia

Mit dem Deal schließen sich zwei Giganten zusammen, denen massive Veränderungen in ihrem Kerngeschäft zu schaffen machen. Nokia war lange Zeit die dominierende Kraft im Handy-Markt, verlor aber mit dem Vormarsch der Smartphones wie des iPhone von Apple und Geräten mit dem Google-System Android massiv an Boden. Dank der starken Position bei günstigen Handys ist Nokia zwar immer noch der zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefonen nach Samsung. Der Marktanteil von Nokias Lumia-Modellen bei den lukrativen Smartphones liegt aber im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Der finnische Konzern will sich künftig vor allem auf das Netzwerk-Geschäft und die Entwicklung seiner Kartendienste unter der Marke Here fokussieren. Nokia hatte jüngst den ursprünglich gemeinsam mit Siemens betriebenen Netzausrüster NSN komplett übernommen. Eine große Forschungs- und Entwicklungsabteilung werde in Finnland bleiben, betonte der scheidende Microsoft-Chef Ballmer.

Ein Gewinn für beide Seiten

Mit dem Deal wird sich der Nokia-Umsatz in etwa halbieren. Rund 32.000 Mitarbeiter sollen zu Microsoft wechseln, 56.000 bleiben bei dem Unternehmen. Nokia wird 3,2 Milliarden Euro als Gewinn verbuchen, dadurch könnte sich das zuletzt abgestufte Kredit-Rating verbessern.

Auch Microsoft hat derzeit mit einem Wandel in seinem Kerngeschäft zu kämpfen. Das Betriebssystem Windows und die Bürosoftware Office sind immer noch die wichtigsten Geldbringer des Konzerns – inzwischen werden aber immer weniger PCs verkauft, weil die Nutzer lieber zu Smartphones und Tablets greifen. Microsoft versucht, mit Hilfe von Windows Phone und seinem Tablet Surface auf diesen Zug aufzuspringen, die Marktanteile steigen aber nur langsam.

Hohe Erwartungen an die Zukunft

Ballmer und Elop schrieben in einem gemeinsamen Brief, mit dem Zusammengehen der beiden Unternehmen werde man das volle Potenzial des Windows-Ökosystems entfalten können. Es werde neue Telefone und Dienste geben, "die das Beste von Microsoft und das Beste von Nokia vereinen". Das Geschäft sei im Februar beim Branchentreff Mobile World Congress in Barcelona eingefädelt worden, hieß es in einem Interview mit dem "Wall Street Journal". Seitdem wurde verhandelt.

Microsofts Nachfolgersuche damit beendet?

Der Deal soll Anfang 2014 abgeschlossen werden, wenn die nötigen Behördengenehmigungen vorliegen. Microsoft habe das Geschäft noch nicht bei den europäischen Wettbewerbshütern angemeldet, erklärte die EU-Kommission auf Anfrage.

Ballmer hatte nach über 13 Jahren an der Microsoft-Spitze seinen Rückzug binnen zwölf Monaten angekündigt. Das Unternehmen hatte zunächst keinen Nachfolger benannt. Elop gilt unter Branchenbeobachtern als einer der möglichen Kandidaten. Er wird jetzt vom Konzernchef zum Microsoft-Manager, zuständig für die Geräte-Sparte.

Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von t-online.de Digital.

Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Brutale Methode 
Therapie mit langer Nadel nichts für schwache Nerven

Diese Behandlung ist garantiert nichts für zartbesaitete Menschen. Video



Anzeige
shopping-portal