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SiMKo 3: "Merkel-Handy" der Deutschen Telekom besteht Härtetest

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Das neue Kanzler-Handy  

Neues "Kanzler-Handy" der Telekom gilt als Abhörsicher

10.09.2013, 15:36 Uhr | t-online.de, dpa

SiMKo 3: "Merkel-Handy" der Deutschen Telekom besteht Härtetest. Die sogenannten "SiMKo"-Smartphones der Telekom wurden für den Regierungseinsatz zugelassen. (Quelle: Deutsche Telekom AG)

Das SiMKo 3 ist ein gegen Hacker und Spione abgehärtetes Samsung Galaxy S3. (Quelle: Deutsche Telekom AG)

Inmitten des Skandals um die Internet-Überwachung durch amerikanische Geheimdienste bekommt die Bundesregierung neue sichere Smartphones. Eine spezielles Computer-Handy der Deutschen Telekom wurde für den Einsatz durch Behörden in Deutschland zugelassen.

Das Smartphone mit der Bezeichnung SiMKo 3 auf Basis des Samsung Galaxy S3 absolvierte erfolgreich die Prüfung durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), wie die Deutsche Telekom am Montag mitteilte. Damit ist es offiziell für die Geheimhaltungsstufe "Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch" freigegeben. Neben der Telekom wollen auch der Smartphone-Anbieter Blackberry und der IT-Sicherheitsspezialist Secusmart die Bundesregierung mit ihrem gemeinsam entwickelten sicheren Telefon beliefern.

Sicherer als Smartphones von der Stange

Bei der technischen Ausrüstung der Regierungsbehörden in Deutschland verlassen sich die Verantwortlichen nicht auf Smartphones von der Stange, da diese nicht abhörsicher sind. So ist dem US-Geheimdienst NSA nach jüngsten Berichten möglich, nahezu alle sensiblen Informationen eines herkömmlichen Smartphones auszulesen, etwa Kontaktlisten, den SMS-Verkehr, Notizen und Aufenthaltsorte seines Besitzers.

Abgeschotteter Bereich schützt Daten

Bei den Regierungs-Handys wurde für die Abschirmung der sensiblen Daten ein abgeschotteter Bereich mit einem eigenen Betriebssystem eingerichtet, der nach Darstellung der Telekom und des BSI abhörsicher ist. Eine sogenannte Kryptokarte verschlüsselt alle Daten auf dem Gerät. Zudem lassen sich die Daten aus der Ferne löschen.

Zwei getrennte Geräte in einem Gehäuse

Der SiMKo-Nutzer kann zwischen dem sicheren Modus für die dienstliche Kommunikation und einem offenen Bereich für das Surfen im Netz wechseln. Bisher mussten Geheimnisträger in Deutschland auf zwei verschiedene Geräte fürs sichere Telefonieren und die mobile Internet-Nutzung zurückgreifen.

Privatsphäre ist teuer

Soviel Sicherheit hat ihren Preis: Die SiMKo-Smartphones der Telekom kosten bei einer Vertragslaufzeit von zwei Jahren ab 1700 Euro. Der Konzern kündigte eine ganze Produktfamilie mit Tablets sowie Notebooks an inklusive einer Smartphone-Version für den superschnellen LTE-Datenfunk. Die Telekom will auch mit Unternehmen ins Geschäft kommen, die sich Sorgen um Hacker-Angriffe und Wirtschaftsspionage machen.

Auch Blackberry und Secusmart versprechen bei ihrem Gerät eine sichere Kommunikation über ein abgeschirmtes System mit einem einfachen Wechsel zwischen den Bereichen. Die beiden Smartphones wurden der Öffentlichkeit bereits auf der IT-Messe CeBIT im März vorgestellt. Blackberry gelang es damals, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem der Geräte für Fotos posieren zu lassen. Allerdings ist bislang nicht bekannt, welcher der Anbieter den prestigeträchtigen Zuschlag für das Kanzler-Handy bekommt.

Buhlen um das Kanzler-Handy

Bislang wurde aber davon ausgegangen, dass beide Geräte in deutschen Behörden Verwendung finden werden. Unklar ist zugleich, welche Auswirkungen für Blackberry die jüngsten Informationen haben könnten, denen zufolge sich der US-Geheimdienst NSA teilweisen Zugang zu den Smartphones aus Kanada verschaffen könne. Die NSA habe bereits 2009 geschrieben, dass sie SMS-Verkehr auch bei Blackberry habe "sehen und lesen" können und Zugriff auf einige lockerer geschützte E-Mails gehabt habe, berichtet der Spiegel in seiner neuen Ausgabe.

Blackberry beteuerte bislang stets, sein System sei verschlüsselt und sicher. Die vom Spiegel eingesehenen Unterlagen legten den Schluss nahe, dass es sich nicht um Massen-Ausspähungen, sondern um maßgeschneiderte Einzelfall-Aktionen ohne Wissen der betroffenen Unternehmen handele, hieß es in dem Magazin.

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